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10. Februar 2012
 

History

 
 
Rückblick: History vom 08.11.2009 Nachtprogramm
Guido Knopp

20 Jahre Mauerfall

ZDF-History XXL

Die lange Nacht des Mauerfalls

"ZDF-History XXL: Die Lange Nacht des Mauerfalls" zeigt mit vier Dokumentationen die Geschichte der Berliner Mauer bis zu ihrem Sturz in den Abendstunden des 9. Novembers 1989. Dabei werden die zentralen Fragen zu einem der unmenschlichsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte erörtert: Worin lagen die tatsächlichen Gründe für den Bau des angeblich "antifaschistischen" Grenzwalls? Wie gelang es mutigen DDR-Bürgern, ihn zu überwinden - trotz Schießbefehl, Minenfeldern und Stacheldraht? Und warum endete die Ära der Mauer so überraschend, im glücklichen Herbst '89?

Der Schock von Berlin
13. August 1961 - Der Bau der Mauer
Film von Ekkehard Kuhn

Als die Berliner am 13. August 1961 aufwachen, ist ihre Stadt geteilt. Quer durch die Stadt, über Straßen und Kanäle ziehen seit den frühen Morgenstunden DDR-Grenzer einen eisernen Vorhang - zuerst aus Stacheldraht. Er zerreißt Familien, entzweit Freunde, trennt Lebenswege. Hunderte verzweifelte Ostberliner suchen nach letzten Schlupflöchern in die Freiheit.

Auch der Volksarmist Conrad Schuhmann wagt den Sprung über den Stacheldraht - er ist einer der letzten, die es schaffen, sein Bild wird zum Symbol. Von nun an sind die DDR-Bürger regelrecht eingesperrt: Für die SED-Führung ist es die einzige Möglichkeit, den Flüchtlingsstrom in den Westen einzudämmen, der ansonsten unweigerlich zum Kollaps der DDR-Wirtschaft geführt hätte. Damit ist die jahrzehntelange Zweiteilung Berlins und Deutschlands zementiert.

Tunnel in die Freiheit
Sie wollten in die Freiheit - um jeden Preis. Mit dem Bau der Berliner Mauer war für die Menschen im Osten das letzte Tor in den Westen versperrt. Auf Flüchtlinge wurde geschossen. Doch woran die DDR-Regierung zunächst nicht dachte, waren die Versuche mutiger Berliner, sich unterirdisch den Weg in die Freiheit zu bahnen und in waghalsigen Tunnelfluchten ihr Leben zu riskieren. In den West-Medien wurden die Flüchtigen wie Helden gefeiert. Im Osten setzte die DDR-Staatssicherheit alles daran, die "Schleusungen" zu verhindern - um jeden Preis.

Dabei kam es immer wieder zu dramatischen, lebensgefährlichen Situationen. Mehr als 200 Versuche, die Mauer zu "untergraben", sind dokumentiert. Nur 19 waren erfolgreich. Mit präzisen Computeranimationen und Aussagen der Beteiligten rekonstruiert die Dokumentation drei bewegende Tunnelfluchten. Bei zwei von ihnen gab es Tote, die dritte fand ein überraschendes und glückliches Ende.

Das Wunder von Berlin - Die Dokumentation
Die Dokumentation "Das Wunder von Berlin" zeigt die letzten Jahre der DDR und den Mauerfall aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Tilo Koch heißt ein junger Punk aus Karl-Marx-Stadt. Ende der Achtziger Jahre rückt er zu den Grenztruppen der DDR ein und verwandelt sich dort in einen überzeugten Verteidiger des DDR-Systems. Vor der Kamera berichtet Koch authentisch von seinen Gefühlen und Erlebnissen, wie er zum überzeugten Verteidiger "seiner" DDR wurde.

Und er berichtet auch, wie er und seine Kameraden im Wendeherbst 1989 bereit waren, gegen den "Mob", wie sie es von ihren Vorgesetzten eingepeitscht bekamen, vorzugehen. "Ob ich in diesen Tagen geschossen hätte? Das sollte man mich lieber nicht fragen", sagt er. Dass er und seine Kameraden nicht geschossen haben, der Fall der Mauer keine Opfer forderte, ist das "Wunder von Berlin".

Wunder ohne Grenzen
Die Wende 1989
Film von Peter Hartl und Henry Köhler

Die Dokumentation "Wunder ohne Grenzen" lässt die entscheidenden Stationen des Wendejahres 1989 aus der Sicht einfacher Menschen aus der DDR Revue passieren. Sie spannt den Bogen von den ersten Fluchtabenteuern in Ungarn bis zum Durchbruch an der Mauer zwischen Ost und West. Weniger die Handlungsträger als die unmittelbar Betroffenen kommen zu Wort.

Einige sind auf den Filmbildern zu sehen. Ihr Dasein erfuhr durch die Geschichte eine neue Wendung: Jeannette Kretschmanns waghalsige Flucht über die ungarische Grenze wurde damals heimlich gefilmt. Gundula Schafitel verlor beim Versuch diese Grenze zu überwinden ihren Mann. Der Fernsehmoderator Kai Pflaume gelangte damals über Budapest in den Westen.

Cordula Weigel wartete mit ihren Kindern in der bundesdeutschen Botschaft in Prag auf die Freiheit. Gesine Oltmanns gehörte zu den Initiatoren der Bürgerrechtsbewegung in Leipzig. Mona Ambelang durfte am 9. November 1989 - in Fernsehbildern festgehalten - als eine der Ersten den Berliner Grenzübergang an der Bornholmer Straße passieren. Kathrin und Georg Patzer ebnete der Mauerfall nach fünf Jahren einer bewegten deutsch-deutschen Liebesgeschichte den Weg zum gemeinsamen Eheglück.

Es sind Geschichten, die vom Drang nach Freiheit und der Sehnsucht nach Veränderung künden, die begreiflich machen, wie gefährlich nahe die Entwicklung oft an den Rand des Scheiterns geriet und was für ein Wunder - der viel geäußerten Ernüchterung zum Trotz - sie am Ende für die deutsche Geschichte war.
 
 

Sendungsinformationen

Moderation: Guido Knopp

 

Sendungsinformationen

Sonntag, 08.11.2009 02:05 - 03:30 Uhr Nachtprogramm

VPS 09.11.2009 02:00

Länge: 85 min

Dokumentationsreihe, Deutschland, 2009

  • 16 zu 9