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21. November 2009
 

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Ceza. Quelle: Filmwelt
Ceza

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Crossing the Bridge

Fatih Akins neuer Dokumentarfilm

"Crossing the Bridge", Fatih Akins neuer Film feiert am heutigen Freitag seine Weltpremiere in Cannes und Deutschlands Regie-Nachwuchsstar sitzt dazu noch in der Jury des Filmfestivals. Der deutsche Film gilt wieder etwas an der Croisette, auch wenn er nicht unbedingt in Deutschland spielt.

 
 
 
 

Fatih Akin hat die Erwartungen nach "Gegen die Wand" bewusst enttäuscht und zunächst einen Dokumentarfilm folgen lassen, Spielort ist die Musikszene von Istanbul.

 

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Gewinnspiel

Gewonnen haben: A. Bieszczad aus Wien, P. Gangluff aus Bingen und I. Rottler aus Siegen. Herzlichen Glückwunsch!

 

Die andere Seite seiner Identität

Schon lange wird Fatih Akin als einer der interessantesten Filmemacher der jungen Garde gehandelt. Mit "Kurz und Schmerzlos", seinem Erstling, gewann er gleich einen Grimmepreis. Mit der leichten Sommerkomödie "Im Juli" und die Einwanderer-Saga "Solino" bewies er seine Sicherheit in ganz unterschiedlichen Genres. Spätestens seit dem Gewinn des Goldenen Bären in Berlin gilt der deutsch-türkische Hamburger Jung' aber als DIE große Nachwuchs-Hoffnung des deutschen Films.

 
Istanbul. Quelle: Filmwelt
Filmwelt
Istanbul - zwischen Okzident und Orient
 

Doch Akin ist dazu noch unberechenbar: Statt nach "Gegen die Wand" einen weiteren Spielfilm aus der Welt der Einwanderer-Jugend folgen zu lassen, drehte er voriges Jahr zuerst einen halb-dokumentarischen Film über Istanbul, die 20 Millionen-Metropole am Bosporus und die andere Seite seiner Identität.

Alexander Hacke. Quelle: Filmwelt
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Alexander Hacke

Einen Akzent setzen

Die Idee dazu hatte er schon während der Dreharbeiten zu "Gegen die Wand", die ja zum Teil in Istanbul stattfanden. Alexander Hacke, Bassist der Einstürzenden Neubauten, war für die Musikproduktion zuständig und geriet dabei in den Bann der chaotischen Soundkulisse Istanbuls. Das war der Startpunkt für "Crossing the Bridge": Hacke spielt darin selbst die Rolle des Erzählers, des Europäers, der die Stadt über ihre Musik und ihre Musiker kennenlernen will.

Fatih Akin will mit seinem Film nicht direkt politisch wirken, aber doch zumindest einen Akzent setzen in der aktuellen Debatte um die EU-Mitgliedschaft der Türkei: "Ich zeige meinen persönlichen Blick, auch mit der Intention, dass diese Linie zwischen Ost und West eine imaginäre ist. Es gibt im Film dieses Zitat eines Musikers: 'Ich glaube nicht, dass Asien am Bosporus beginnt und in China endet und der Westen in Griechenland beginnt und bis L.A. reicht.' "

 

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Crossing the Bridge. Quelle: Filmwelt
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Crossing the Bridge - The Sound of Instanbul

Deutschland, 2005
Dokumentation
Regie: Fatih Akin
Mitwirkende: Alexander Hacke, Selim Sesler, Baba Zula, Orient Expression, Orhan Gencebay, Sezen Aksu, Mercan Dede, Müzeyyen Senar, Aynur, Erkin Koray u.v.a.

 

"Wie wenn eine Tür zugeht"

Aus der Perspektive seines Films kommt Istanbul genau in dieser Frage eine Schlüsselstellung zu: Die einzige Stadt, die auf zwei Kontinenten steht, verbunden durch eine Meerenge, die in der Geschichte 72 Völker in die eine oder andere Richtung überschritten haben. Ein brodelnder Moloch mit wuchernden Vororten und 20 Millionen Einwohnern, eine jener Megacities der Zukunft. "20 Millionen Menschen, das muss man sich mal anhören - das ist wie wenn eine Tür zugeht," sagt Akin. "Und die sind überwiegend jung, das Durchschnittsalter liegt bei 17 oder 18 Jahren."

 

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Mercan Dede auf Deutschland-Tour

Mercan Dede aka Arkin Allen, einer der "Stars" von "Crossing the Bridge", kommt nach Deutschland. Folgende Termine stehen bereits fest, weitere folgen im Spätherbst:
16. Juli: Koblenz, Horizonte Weltkulturfest
24. August: Hagen, Ringlokschuppen / Odyssee Festival
26. August: Mühlheim a.d. Ruhr, Konzertmuschel / Odyssee Festival
27. August: Oveney, Kemnader See Bahnhof Langendreer
Mehr unter: www.mercan-dede.com(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)

 

Dazu ist Istanbul eine Stadt der Töne, wo Musik aus jeder Ritze dringt, oder wie Akin es zusammenfasst: "Da drüben wird Musik gehört, wie Leute zum Bäcker gehen und Brot kaufen, das ist was sehr Existenzielles. Das habe ich gemerkt, als ich für den Film recherchiert habe. In türkischen Gefängnissen - soviel da gefoltert worden ist - eines durften die Gefangenen immer, Musik machen. Weil die Wärter es gern mochten."

 
Fatih Akin. Quelle: Deutsches Filminstitut
Deutsches Filminstitut
Regisseur Fatih Akin
 

Porträt eines Schmelztiegels

Das Ergebnis von Fatih Akins aufreibenden Dreharbeiten ist ein spannender und aufregender Streifzug durch einen Kosmos der Vielfalt zwischen Hip Hop und Arabeske, türkischem Grunge und Roma-Folklore, elektro-ethno Spielereien und anarchischen Straßensängern.

Die Brücke über den Bosporos. Quelle: Filmwelt
Filmwelt
Die Bosporus-Brücke

Das Porträt eines Schmelztiegels an der Nahtstelle von Okzident und Orient, Europa und Asien, und zugleich ein sehr persönliches Statement des Regisseurs: "Wie ich immer gefragt wurde, 'biste mehr deutsch oder mehr türkisch' - dieselbe Frage wird ja Istanbul auch immer gestellt: 'Ist das eine europäische Stadt oder eine asiatische?' Und die Stadt sagt einfach: 'Ey, das ist mir scheißegal!'"

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Info

"Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul" hat am 13. Mai seine Weltpremiere auf dem Filmfest von Cannes und Fatih Akin sitzt als Vertreter des jungen deutschen Kinos in der Festival-Jury. Am 9. Juni wogt der Sound von Istanbul dann auch durch deutsche Kinosäle. Der Soundtrack erscheint bei Universal, Musik aus dem Film gibt es bei Doublemoon Records(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)