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21. November 2009
 

Frontal21

 
dienstags, 21 Uhr
Kriminalität - Polizei greift zu Handschellen. Quelle: dpa
Die Polizei kann den jugendlichen Straftätern oft kaum beikommen.

Frontal21

Alltägliche Gewalt

Polizei hilflos gegen Jugendbanden

Wolfgang Kramer und Dana Nowak

In deutschen Großstädten häufen sich die von Jugendlichen verübten Rohheits- und Gewaltdelikte. Die neuesten Kriminalstatistiken belegen: Unter den Tatverdächtigen gibt es besonders viele Ausländer, Migranten und Täter nichtdeutscher Herkunft. Sie haben oft keinen Schulabschluss und geringe Kenntnisse der deutschen Sprache.

 
 
 
 

Er nennt sich Dragon, ist 16, stammt aus Jugoslawien. Mit zwölf wurde er kriminell, fing an mit Überfällen und dem so genannten "Abziehen", also dem Ausrauben anderer Jugendlicher. "In so einer Gang zu sein, ist einfach cool", erzählt er uns. Dragon weiter: "Ich habe immer mit Kumpels 'rumgehangen. Und wenn wir dann kleinere Jungs gesehen haben, wollten wir die unbedingt anmachen. Dann haben wir die ab und zu mal verprügelt. Das hat uns Spaß gemacht, am Anfang. Dann haben wir immer mehr Sachen geklaut von denen. Danach haben wir die bedroht und es wurde immer mehr. Manche haben auch Handys abgezogen, Jacken und so was."

 

Wir fragen nach: "Haben die sich nicht gewehrt?" Dragon antwortet: "Nicht immer. Wir haben uns eigentlich immer die Opfer ausgesucht, die eigentlich keine Chance gegen uns hatten." Die Täter sind stolz auf ihre Straftaten, filmen sie mit dem Handy. Entsprechende Aufnahmen wurden Frontal21 zugespielt.

 

Waffe an den Bauch gehalten

Martin, 15 Jahre alt, ist "abgezogen" worden. Auf seinem Weg nach Hause bedrängen ihn acht oder zehn Jugendliche, es sind Türken und Araber. Sie wollen sein Handy. Erst gehen sie mit Elektroschockern auf ihn los. Dann fürchtet er um sein Leben.

 

Martin erzählt: "Da hat sich dann ein Typ aus der Gruppe gelöst, hat dann 'ne Waffe gezogen und mir an den Bauch gehalten. Und dann wurde es schon richtig ernst." Wir wollen wissen: "Was heißt das?" Er berichtet weiter: "Der hat mich dann weiter gedrängt, mein Handy rauszuholen. Hab' ich dann sofort gegeben. Dann habe ich noch eine Klatsche ins Gesicht kassiert, obwohl ich das Handy schon gegeben hab'."

 

Komplizierte Ermittlungen

Martin erstattet Anzeige. Die Polizei glaubt, einige der Täter zu kennen. Doch die Ermittlungen sind wie immer in solchen Fällen kompliziert und zeitaufwändig, zum Vorteil der Täter. Das Opfer dagegen muss mit der Angst vor dem nächsten Überfall leben.

 

Martin berichtet weiter: "Man traut sich schon nicht, abends mal allein mit dem Bus zu fahren. Man hat Schiss, dass sie an der nächsten Bushaltestelle lauern, oder dass sie irgendwo in den Bus einsteigen, und dann gemeinsam mit dir aussteigen und dann wieder was abziehen wollen."

 

Alltagsrisiko Überfall

Über 300 Intensivtäter hat die Staatsanwaltschaft erfasst, der Migrantenanteil liegt bei circa 80 Prozent, vor allem Türken, Araber, Jugoslawen.

Roman Reusch. Quelle: ZDF
ZDF
Roman Reusch

In manchen Stadtteilen gehört es für die Kinder zum Alltagsrisiko, auf dem Schulweg überfallen zu werden, beklagt der zuständige Berliner Oberstaatsanwalt Roman Reusch: "Sie werden hemmungslos und völlig rücksichtslos überfallen. Wenn junge Mädchen unter den Opfern sind, dann haben die auch immer mit sexuellen Übergriffen zu rechnen - also Betatschen ist völlig normal. Wenn man Mädchen in die Finger bekommt, dann macht man das eben. Sie bewegen sich in dieser Stadt wie in einem Selbstbedienungsladen. Und so fühlen sie sich. Ich bin der King - ich kann zugreifen."