Bei den Millionären und Milliardären dieser Welt ist es wieder in Mode, einen Butler zu beschäftigen. Die Zeiten jedoch, in denen junge Männer in die Fußstapfen ihrer Väter traten und von diesen das Handwerk lernen, sind längst passé.
Heutzutage wird man keine Anstellung als Butler finden, wenn man nicht vorher eine Schule besucht hat, die einem die "hohe Kunst des Dienens" beigebracht hat.
Samstag, den 10. Oktober 2009 um 6.15 Uhr.
Gebaut wie ein Art-Déco-Skyscraper steht das Hotel Ritz-Carlton direkt am Potsdamer Platz und bietet Luxus für das betuchte Publikum: 300 Gästezimmer, 40 Suiten, Zimmer für Allergiker, einen Spa-Bereich, eine exklusive Tea Lounge, eine Brasserie und das Gourmet -Restaurant "Vitrum".
Das Personal muss mehrere Sprachen beherrschen und die Kunst, dem Gast im Fünf-Sterne-Plus-Hotel jeden Wunsch zu erfüllen. Dafür stehen auch die speziellen Bade-, Technology- und Dog-Butler sowie der hauseigene Schuhmachermeister zur Verfügung. Die Reportage begleitet unter anderem Gourmet-Küchenchef Thomas Kellermann, Gastronomiechef Markus Lövenforst, die Spa-Managerin Barbara Rünzi, die leitende Hausdame Karin Bergner und den Chefconcierge Thomas Munko bei ihrem Arbeitsalltag in einer Luxusherberge.
Sonntag, den 11. Oktober 2009 um 13.15 Uhr.
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Zeit eleganter und dezenter Diener der Vergangenheit angehört - im Gegenteil. In den vergangenen Jahren gab es eine starke Renaissance in Sachen Dienen und Bedienen. Wer sind diese Menschen, die an der Seite von Multimillionären arbeiten? Warum sind sie so willig, im gestandenen Alter ihr eigenes Leben abzulegen, um sich einem Herrn zu widmen?

Die Doku-Soap begleitet Studenten der International Butler Academy, die vor fast fünf Jahren in den Niederlanden gegründet wurde, bei ihrem Vorhaben, die hohe Kunst des Dienens zu erlernen. Am ersten Tag hält Mr. Robert Wennekes, der Vorsitzende der International Butler Academy, eine Rede, die keiner von den Butlerstudenten so schnell vergessen wird. Er betont, dass der Spaß nun aufhöre und jetzt die harte Arbeit anfange.
Montag, den 12. Oktober 2009 um 6.15 Uhr.
Unter der Leitung von Mr. Robertson müssen die Studenten sehr hart arbeiten. Mindestens zwölf Stunden täglich in der Schule und vier bis fünf weitere in dem Bungalow, den man ihnen als Bleibe während der Ausbildung zugewiesen hat. Das erschöpft sie. Ist der Unterricht so, wie sie ihn sich vorgestellt haben? Wird ihnen zu viel abverlangt? Macht es Spaß? Können sie sich immer noch vorstellen, als Butler zu arbeiten?
Nach zehn Tagen reist Mr. Robertson wieder ab. Die Studenten bleiben mit gemischten Gefühlen zurück. Was und wer werden jetzt kommen? Es ist Mr. Steven Ferry. Er lehrt sie alles, was sie über British Butling wissen müssen. Er geht sanfter mit den Studenten um. In seinem Unterricht werden zahlreiche "Problem-Situationen" in Rollenspielen durchexerziert, was oft sehr amüsant ist. Werden die Rollenspiele aber später helfen?
Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 13.15 Uhr.
Nachdem Mr. Ferry sich verabschiedet hat, machen sich auch die Butler auf die Reise. Sie verbringen die nächsten zehn Tage in den besten und exquisitesten Luxusgeschäften. Von Wein bis Zigarren, von Anzügen bis zu Schuhen und von Kaviar bis zu Oberhemden testen sie alles, was gut und teuer ist. Sie lernen echte Qualität kennen und erkennen. Wie fühlt es sich an, so feine und teure Dinge, die man bis jetzt nur vom Hörensagen kannte, in den Händen zu halten? Welches Verhältnis haben sie zu Reichtum?
Wollte der eine oder andere vielleicht nur deshalb Butler werden, damit er von feinen Dingen umgeben ist? Zurück in der Schule wartet schon eine neue Lehrerin auf die Studenten. Mrs. Josephine Ives ist aus Australien eingeflogen worden. Sie lehrt Körpersprache und soziales Verhalten. Jeder wird eindringlich gemustert. Was erwarten die Studenten von ihr? Und was erwartet sie von den Studenten? Was hat denn Körpersprache mit Butlersein zu tun?
Mittwoch, den 14. Oktober 2009 um 6.15 Uhr.
Die Studenten haben Unterricht mit Mrs. Jenny Hookey. Sie lehrt das Gegenteil von British Butling, nämlich US Household Management. Gleichzeitig müssen die Studenten für ihre Prüfungen lernen und ihre Projektarbeiten fertig schreiben. Ein Hauch von Hysterie weht durch die Akademie. Obwohl die Studenten schon ziemlich ausgelaugt sind, schenken sie Mrs. Hookey ihre volle Aufmerksamkeit. Denn ihr Thema - Household Management und Dienen in Amerika - scheint wichtig zu sein.
Einige möchten später in den Staaten arbeiten. Wir reden mit Mr. Wennekes. Wird er überhaupt irgendeinem der Studenten Arbeit vermitteln? Welche Kriterien legt er an? Was müssen die Studenten erreichen, um mit Bravour die Prüfungen zu absolvieren? Wer sind seine Kunden? Wo leben sie? Gibt es auf dieser Welt überhaupt genügend Arbeit für all seine Absolventen?
Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 6.15 Uhr.
Noch eine Woche bis zur Abschlussprüfung. Wie kommen die Butlerstudenten voran? Was wollen sie nach der Ausbildung machen? Die Vorstellungen, die die Einzelnen für sich und für die anderen haben, klaffen auseinander. Wollen sie in die begehrte Kartei von Mr. Wennekes aufgenommen werden? Je mehr sich die Zeit in der Butlerakademie ihrem Ende nähert, desto angespannter wird die Atmosphäre.

Was sagt Mr. Wennekes? Wie sieht er die Entwicklung der einzelnen Studenten? Haben sie sich in den vergangenen Wochen entwickelt? Haben sie das Zeug zum guten Butler? Wen würde er selbst einstellen? In den letzten zwei Tagen läuft alles in der Akademie auf Hochtouren. Die Prüfungen stehen bevor. Außerdem muss jeder Student einen Vortrag über ein individuelles Thema halten. Auch dieser wird noch benotet. Nur ein Student hat mit Auszeichnung bestanden. Welcher ist es?
Freitag, den 16. Oktober 2009 um 6.15 Uhr.
Ob Michael Gorbatschow oder George Bush, Michael Jackson oder Steven Spielberg: Dirk "Ricardo" Dürner kennt sie alle persönlich - ihre Vorlieben und ihre Gewohnheiten. Perfekter Service mit einem perfekten Diener, zu haben ab 7700 Euro pro Übernachtung. Mit Buchung der Luxussuite stellt das Berliner Nobelhotel Adlon seinen Gästen einen persönlichen Butler. Tag und Nacht erfüllt er ihnen jeden Wunsch. So besorgte Ricardo Steven Spielberg über Nacht Schokobonbons aus Los Angeles, weil der Superstar nur eine ganz bestimmte Sorte lutscht.
Stammgast im Adlon ist auch der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel. In der Küche der Suite steht alles bereit, was sein Gast persönlich bevorzugt, vom Mineralwasser bis hin zum Lieblings-Snack. Ein guter Diener ahnt den Wunsch des Gastes, bevor er ihn ausspricht, lautet sein Credo. Seriosität, Diskretion und Zuverlässigkeit verstehen sich von selbst. Guten Service schätzen die Prominenten ebenso wie einfühlsame Zurückhaltung. Im edlen Ambiente seiner Arbeitswelt begleitete ein Kamerateam Butler Ricardo und erzählt, wie er dient und vor allem, wem.