Filme, Daten, Fakten - eine Chronologie: Hier finden sie die Ereignisse auf dem Weg zur deutschen Einheit.
Ungarn beginnt, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen.
Kommunalwahlen in der DDR. Offizielles Wahlergebnis: 98,85 Prozent für die Einheitsliste. In Leipzig demonstrieren ca. 1000 Menschen gegen Wahlfälschung, 100 Demonstranten werden festgenommen.
In Peking wird eine friedliche Demonstration auf dem "Platz des Himmlischen Friedens" mit Militärgewalt beendet, hunderte Menschen sterben.
Die Außenminister von Ungarn und Österreich - Gyula Horn und Alois Mock - besuchen die Staatsgrenze und durchschneiden den Stacheldrahtzaun des "Eisernen Vorhangs". In den folgenden Monaten flüchten Tausende von DDR-Bürgern über Ungarn und Österreich in den Westen. Weitere Zufluchtsstätten: die Botschaften der BRD in Ostberlin, Prag und Budapest.
Nach dem Friedensgebet in der Leiziger Nikolaikirche findet zum vierten Mal eine "Montagsdemonstration" mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Sie fordern Reisefreiheit.
In Berlin wird das "Neue Forum" gegründet, zu den Gründern gehört Bärbel Bohley.
Montagsdemonstration in Leipzig mit ca. 20.000 Teilnehmern: Bei Zusammenstößen mit der Volkspolizei gibt es Verletzte. Nach dem "Neuen Forum" gründet sich eine weitere Oppositionspartei, der "Demokratische Aufbruch", u.a. mit Rainer Eppelmann und Wolfgang Schnur.
Die etwa 7500 DDR-Bürger, die in die Prager Botschaft der Bundesrepublik geflüchtet waren, reisen in Sonderzügen durch DDR-Gebiet in den Westen.
40. Jahrestag der Gründung der DDR. Neben den offiziellen Feiern kommt es zu großen Demonstrationen für Reformen. Staatsgast Michail Gorbatschow wird der Satz zugesprochen: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."
Montagsdemonstration in Leipzig, ca. 70.000 Teilnehmer. Die Sicherheitskräfte greifen nicht ein.
Montagsdemonstration in Leipzig, ca. 120.000 Teilnehmer. Die Demonstranten rufen: "Wir sind das Volk!", "Reisefreiheit für alle" und "Gorbi, Gorbi!"
Das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) enthebt Erich Honecker seines Amts als Generalsekretär - aus "gesundheitlichen Gründen" - und wählt Egon Krenz zu seinem Nachfolger. Honecker tritt als Vorsitzender des Staatsrates, des Nationalen Verteidigungsrates sowie als Politbüro-Mitglied zurück.
In Ost-Berlin demonstrieren rund eine Million Menschen für Reformen, darunter prominente Geistliche und Schriftsteller.
Pressekonferenz von Politbüro-Mitglied Günter Schabowski: Er kündigt eine neue Reiseregelung an. Visa sollen kurzfristig und ohne Voraussetzungen erteilt werden. Auf Nachfrage erklärt er zögernd, dies gelte offenbar ab sofort. Zigtausende Ostberliner reisen noch am selben Abend für wenige Stunden in den Westen. Willy Brandt sagt auf einer Kundgebung am Schöneberger Rathaus: "Wir sind jetzt in der Situation, wo zusammenwächst, was zusammengehört."
Der neue DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (SED) schlägt eine "Verantwortungsgemeinschaft beider deutscher Staaten durch eine Vertragsgemeinschaft" vor.
Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) legt einen "Zehn-Punkte-Plan" zur Wiedererlangung der Deutschen Einheit vor.
Die Volkskammer streicht den Führungsanspruch der SED (Artikel 1, Satz 1) aus der DDR-Verfassung.
Die SED benennt sich in SED-PDS (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands - Partei des Demokratischen Sozialismus) um.
DDR-Ministerpräsident Hans Modrow (SED-PDS) und Bundeskanzler Helmut Kohl (CD) eröffnen den Grenzübergang am Brandenburger Tor, das erstmals seit 1961 wieder durchschritten werden kann.
Ost- und Westberliner feiern rund um das Brandenburger Tor den ersten gemeinsamen Jahreswechsel.
DDR-Ministerpräsident Hans Modrow auf Statsbesuch in Moskau. Nach einem Gespräch mit Michail Gorbatschow spricht Modrow sich für die deutsche Einheit aus.
Volkskammerwahlen. Die ersten freien, demokratischen Wahlen in der DDR. Die konservative "Allianz für Deutschland" erringt 47,8 Prozent. Am 12. April wird Lothar de Maizière (CDU) zum Ministerpräsidenten gewählt.
Der Staatsvertrag zur Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion wird unterzeichnet.
In der DDR wird die D-Mark eingeführt.
Bundeskanzler Helmut Kohl verhandelt mit Michail Gorbatschow über die Wiedervereinigung. Gorbatschow lehnt eine NATO-Mitgliedschaft eines wiedervereinigten Deutschlands anfänglich ab, gesteht Deutschland schließlich die freie Entscheidung zu.
Die Volkskammer beschließt, die 1952 abgeschafften Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wieder zu gründen.
Der Einigungsvertrag wird unterzeichnet.
Die Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen treten der Bundesrepublik Deutschland bei. Die DDR gibt es nicht mehr.