Zatoichi - Der blinde Samurai
Ein blinder Masseur gelangt auf seiner Wanderschaft in ein kleines japanisches Bergdorf. Schnell müssen die Mitglieder einer gnadenlos herrschenden Bande schmerzhaft erfahren, dass der unscheinbare Mann ein meisterhafter Schwertkämpfer ist. Aber auch zwei mysteriöse Geishas und einen arbeitslosen Samurai hat es in den abgelegenen Ort verschlagen. Sie alle beschreiten blutige Wege, die sich schon bald kreuzen werden...
Takeshi Kitano präsentiert zum ersten Mal in seiner Karriere einen historischen Stoff: die Legende eines der legendärsten Schwertkämpfer Japans. Der preisgekrönte Film war bisher die kommerziell erfolgreichste Produktion des Meisterregisseurs.
Japan im 19. Jahrhundert: Niemand würde vermuten, dass der blinde Masseur Zatoichi (Beat Takeshi) zu den besten Schwertkämpfern des Landes gehört, denn der unscheinbare Mann verhält sich äußerst zurückhaltend und unauffällig. Auf seiner Wanderung gelangt Zatoichi nun in ein abgelegenes Bergdorf, dessen Bewohner unter der brutalen Herrschaft des Ginzo-Clans zu leiden haben. Die Geishas O-Sei (Daigoro Tachibana) und O-Kinu (Yuko Daike) hat es ebenfalls in die einsame Gegend verschlagen, da sie in den Reihen der Banditen den Mörder ihres Vaters vermuten, an dem sie Rache nehmen wollen.
Doch die Macht der Bande wächst noch weiter an: Um seine kranke Frau besser versorgen zu können, bietet der Ronin Hattori (Tadanobu Asano) dem Anführer seine Dienste als Leibwächter an, dadurch wird die Unterdrückung der einfachen Menschen noch gnadenloser. Nun muss sich auch Zatoichi zum ersten Mal eines Angriffs der Verbrecher erwehren, was für die Angreifer eine schmerzvolle oder gar tödliche Erfahrung bedeutet. Nachdem der blinde Masseur die Bekanntschaft des Geschwisterpaares gemacht hat, ist er schon bald zur Stelle, um den beiden das Leben zu retten. Nun ist Zatoichi endgültig ins Visier des Ginzo-Clans geraten und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es zum Aufeinandertreffen mit Hattori, deren bestem Mann, kommen wird...
Takeshi Kitano, der am 18. Januar 1947 in Tokio geboren wurde, gehört zu den bedeutendsten Persönlichkeiten in seinem Heimatland. Er ist gleichermaßen als Regisseur, Schauspieler, Dichter, Autor, TV- und Radiomoderator und Maler erfolgreich. Seine Karriere begann er als Hälfte des Comedy-Duos "Two Beat" auf der Bühne, aus dieser Zeit stammt auch der Name Beat Takeshi, den er in der Regel als Schauspieler benutzt - als Regisseur verwendet er dagegen seinen Geburtsnamen. In dieser Funktion feierte Kitano seinen ersten großen internationalen Erfolg 1997 mit "Hana-Bi", der, neben vielen anderen Preisen, in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde.
Dies ermöglichte ihm auch drei Jahre später mit "Brother" seinen ersten Film zu drehen, der nicht in seinem Heimatland Japan entstand. "Zatoichi" bedeutete für das Multitalent im Jahr 2003 übrigens den ersten wirklich kommerziellen Erfolg in Japan. In Venedig gewann Kitano mit diesem Werk den Silbernen Löwen. Die Geschichte um den blinden Samurai stammt aus der Feder des japanischen Schriftstellers Kan Shimozawa und bildete bereits die Grundlage für zahllose Filme und eine 100-teilige Fernsehserie.
Der Schauspieler Beat Takeshi hatte seinen ersten großen Auftritt als Sgt. Gengo Hara in " Merry Christmas Mr. Lawrence" (1983) von Nagisa Oshima - an der Seite von Ryuichi Sakamoto, Tom Conti und David Bowie. Seitdem tritt er regelmäßig in seinen eigenen, aber auch in weiteren Filmen auf. Dabei wählt er vornehmlich asiatische Produktionen aus, war aber zum Beispiel auch 1995 in "Johnny Mnemonic", der Verfilmung des Romans von William Gibson, zu sehen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Takeshi Kitano bereits vor der Filmkarriere mit seiner Gameshow "Takeshi's Castle" in seiner Heimat absoluten Kultstatus erreichte.
"Takeshi Kitano, das arbeitswütige Multitalent, schlägt wieder knallhart zu und beschert seiner großen Fangemeinde ein weiteres Martial-Arts-Schmankerl der Extraklasse." (VideoWoche)
"Es ist nicht ganz einfach, sich vorzustellen, dass ein derart blutiger Film von so großer Leichtigkeit und Schönheit sein kann." (Die Zeit)
"Ein Samurai-Film, kampfreich und hart, zugleich voller Späße und Spielereien, die die thematische Nähe zu Klassikern des Genres auf ironische Weise brechen. Zudem stellt der Film einen mehrfach gebrochenen Kommentar zur momentanen Fernost-Begeisterung durch die westliche Kultur dar. - Sehenswert." (film-dienst)