Montagskino im ZDF
Zodiac - Die Spur des Killers
Südkalifornien, Ende der 1960er Jahre: Auf einem abgelegenen Platz im Wald wird ein junges Pärchen erschossen. Detective Dave Toschi (Mark Ruffalo) und sein Partner William Armstrong (Anthony Edwards) übernehmen die Ermittlungen.
Es geschehen noch weitere Morde, dann erhält der "San Francisco Chronicle" einen Brief des Zodiac-Killers, wie er sich nennt. In das Schreiben legt er einen geheimen Chiffre-Code, der seine Identität verraten soll. Sowohl Karikaturist und Hobbyknobler Robert Graysmith (Jake Gyllenhaal) wie auch sein Kollege Paul Avery (Robert Downey Jr.) werden neugierig.
Der Chronicle veröffentlicht die Briefe, um den Täter von weiteren Morden abzuhalten. Doch wieder wird ein Pärchen überfallen. Weitere Briefe folgen, anhand derer herausgefunden wird, dass der Täter sowohl Rechts- als auch Linkshänder sein muss. In einer Talkshow bittet der Killer schließlich sogar dreist den Staranwalt Melvin Belli um Hilfe. Doch obwohl seine Stimme nun bekannt ist und eines der Opfer ein Phantombild des Zodiac-Killers anfertigen konnte, tappen die beiden Polizisten weiter im Dunkeln...
Nichts ist mysteriöser und regt die Phantasie derart an wie Verbrechen, die nie aufgeklärt werden konnten - oder Serienkiller, die nie gefasst wurden. "Jack the Ripper" ist ein bekanntes Beispiel dafür. Doch in den USA ist niemand berüchtigter als der so genannte "Zodiac", der in den 60er und 70er Jahren in San Francisco und Umgebung sein Unwesen trieb.
Ein spannendes Thema also für einen Regisseur wie David Fincher, der mit "Sieben" einen der erfolgreichsten Serienkiller-Thriller aller Zeiten vorlegte und für sein gefühlvolles Epos "Der seltsame Fall des Benjamin Button" 2009 eine Oscarnominierung erhielt.
"Kein Regisseur versteht die Natur von Obsessionen so gut, und kein Regisseur bringt den Wesenskern menschlichen Verhaltens so auf die Leinwand wie er", schwärmte Produzent Brad Fischer über seinen Wunschkandidaten für dieses Projekt. Und obsessiv gestaltete sich dann auch die vierjährige Entstehungszeit von "Zodiac", denn Fincher und sein Team trieben nicht nur akribische Recherchen, sondern legten bei den Dreharbeiten Wert auf einen rigorosen Realismus.
Dementsprechend umfangreich fiel seine beklemmende Spurensuche auf Celluloid denn auch aus. In knapp zweieinhalb Stunden entwirft Fincher die wahre Geschichte eines besessenen Serienmörders, der mit seinen Briefen und Chiffren die Polizei und die Medien jahrelang verspottete und im Dunkeln tappen ließ. Und es ist die Geschichte von vier Jägern - zwei Polizisten und zwei Journalisten - deren akribische Recherchen auch zerstörerische Spuren im eigenen Leben hinterließen.
Auf ein hervorragendes Schauspielensemble konnte sich Regisseur Fincher bei dieser ambitionierten Produktion verlassen. Jake Gyllenhaal verkörpert den Karikaturisten Robert Graysmith, der über der verbissenen Mördersuche sogar seine Familie verliert.
Gyllenhaal gilt als einer der talentiertesten Schauspieler seiner Generation. Seine Vielseitigkeit bewies er sowohl in seinen Filmen, als auch 2007 auf der Theaterbühne. Dort spielte er acht Wochen lang die Hauptrolle in Kenneth Lonergans "This Is Our Youth", was ihm eine Auszeichnung als "hervorragender Nachwuchsdarsteller" der Londoner Zeitung "Evening Standard" einbrachte. Seit seinem elften Lebensjahr steht er, genau wie seine ältere Schwester Maggie ("The Dark Knight"), vor der Kamera.
Seinen Durchbruch schaffte er aber erst 2004 in Roland Emmerichs Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow". Für seine Darstellung des schwulen Cowboys Jake Twist in dem Drama "Brokeback Mountain" erhielt er mehrere Auszeichnungen und Nominierungen, was ihn endgültig als ernstzunehmenden Jungschauspieler etablierte. 2010 kommt das Fantasy-Abenteuer "Prince of Persia" in die Kinos, in dem Gyllenhaal an der Seite von Ben Kingsley die Hauptrolle übernommen hat.
Seinen trinkfesten Kollegen Paul Avery spielt Robert Downey Jr., der mit der erfolgreichen Comic-Verfilmung "Iron Man" vor zwei Jahren ein erstaunliches Comeback startete, nachdem er Jahre lang mit Drogenexzessen und Abstürzen von sich Reden machte. Demnächst wird er als legendärer Detektiv Sherlock Holmes in dem gleichnamigen Mystery-Thriller von Guy Ritchie in den Kinos zu sehen sein. Und abgedreht hat er bereits den zweiten Teil um die Abenteuer des kampffreudigen "Eisenmannes".
Komplettiert wird das sehenswerte Ensemble von dem Charakterdarsteller Mark Ruffalo ("Shutter Island") und Fernseharzt Anthony Edwards ("Emergency Room"). It-Girl Chloë Sevigny spielt die frustrierte Ehefrau von Karikaturist Robert Graysmith, die ihr Lebensglück an eine jahrzehntelange und letztendlich vergebliche Mörderhatz verlor.
Und die Geschichte ist noch nicht zu Ende: Im April 2009 erklärte eine gewisse Deborah Perez der Polizei von San Francisco und dem "San Francisco Chronicle", dass ihr inzwischen verstorbener Vater der berüchtigte Zodiac-Killer war. Sie will ihn auf Phantomzeichnungen erkannt haben und bei dem ersten aktenkundigen Pärchenmord sogar anwesend gewesen sein. Für die Behörden war dies jedoch wenig glaubwürdig - die Akte "Zodiac" wurde bis heute nicht geschlossen.