Montagskino im ZDF
Blood Diamond
Die Augen der Welt sind in diesem Sommer auf den afrikanischen Kontinent gerichtet, wenn hier zum ersten Mal in der Geschichte des Fußballs eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Doch die riesigen Probleme, die diesen Kontinent beuteln wie Bürgerkriege, Hungerepidemien und Aids, werden trotz der Gesichter von feiernden Fußballfans und siegreichen Teams nur zeitweise in den Hintergrund rücken.
Ein besonders prekäres Thema behandelt der Spielfilm "Blood Diamond", den Regisseur Edward Zwick im Jahre 2006 mit Unterstützung seines prominenten Hauptdarstellers Leonardo DiCaprio drehte. In Gestalt eines schauprächtigen Abenteuerthrillers wird hier die Geschichte des schwarzen Fischers Solomon und des weißen Ex-Söldners Danny erzählt, die die Jagd nach einem rosa Diamanten zusammenschweißt. Beide wollen mit Hilfe des wertvollen Steins ihr Leben verändern, doch dafür müssen sie einen hohen Preis bezahlen...
Sierra Leone in den 1990er Jahren. Es tobt ein verheerender Bürgerkrieg. Marodierende Banden ziehen durch das Land und rekrutieren auf brutale Weise Kindersoldaten und zwingen deren Eltern zur Arbeit auf illegalen Diamantenfeldern.
Dieses Schicksal hat auch den Fischer Solomon (Djimon Hounsou) getroffen, der eines Tages einen unglaublichen Fund macht. Er hält einen ungeschliffenen rosa Diamanten von verblüffender Größe in der Hand. Geistesgegenwärtig versteckt er den Stein und flieht aus der Gefangenschaft, um seine Familie zu suchen.
Doch kaum in Freiheit, landet er im Gefängnis, wo er auf den desillusionierten Ex-Söldner Danny (Leonardo DiCaprio) trifft. Dieser verdient seinen Lebensunterhalt, indem er Diamanten gegen Waffen tauscht. Als er von Solomons Fund erfährt, sieht er endlich seine Chance, "das Dreckloch Afrika" zu verlassen. Sein Vorschlag an den Fischer: Wenn dieser seinen Gewinn mit ihm teilt, würde er Solomon bei der Suche nach dessen entführten Sohn helfen.
Nur widerwillig lässt sich Solomon auf den Deal ein, doch er hat keine andere Wahl. Gemeinsam fliehen die beiden so unterschiedlichen Schicksalsgefährten aus dem Gefängnis und begeben sich auf eine gefährliche Reise durch ein von Hunger und Tod gezeichnetes Land...
Fünf Oscarnominierungen erhielt dieser ebenso ambitionierte wie spannende Abenteuerfilm, Leonardo DiCaprio wurde als Bester Hauptdarsteller nominiert, sein Schauspielkollege Djimon Hounsou als Bester Nebendarsteller. Geschlagen geben musste sich DiCaprio ironischerweise Forest Whitaker, der im selben Jahr für seine Ausnahmedarstellung des afrikanischen Diktators Idi Amin ("Der letzte König von Schottland") ausgezeichnet wurde.
Dafür konnte ein anderer DiCaprio Hit 2006 so richtig abräumen: "The Departed - Unter Feinden". Der umtriebige Hollywoodstar und engagierte Umweltaktivist dagegen muss immer noch auf die Oscar-Würdigung warten. Vielleicht gelingt es ihm ja in diesem Jahr mit dem sehnsüchtig erwarteten Scorsese-Thriller "Shutter Island", der auf der diesjährigen Berlinale zu sehen sein wird.
Chancen hat er vielleicht auch mit dem visuell beeindruckenden Sci-Fi-Thriller "Inception", den er mit Batman-Regisseur Christopher Nolan drehte und der im August in die Kinos kommen wird. Und sollte es immer noch nicht gelingen: Seine nächste Rolle für Martin Scorsese, die Verkörperung des legendären US-Präsidenten Theodore Roosevelt, dürfte per se schon als preisverdächtig gelten.
Auch Regisseur Edward Zwick hat sich in den letzten Jahren mit sehr ambitionierten Projekten einen guten Namen in Hollywood gemacht. Mit den engagierten Kriegsdramen "Glory" und "Mut zur Wahrheit" konnte er ebenso punkten wie mit großem Gefühlskino à la "Legenden der Leidenschaft" oder dem Polit-Thriller "Ausnahmezustand".
Zuletzt konnte er mit dem Widerstandsdrama "Unbeugsam" einen Achtungserfolg verbuchen. Eine ganz andere Art von Geschichte, basierend auf wahren Ereignissen, erzählt er in seiner neuesten Produktion "Love and Other Drugs". Jack Gyllenhaal ist in dieser Satire als Pharmavertreter Jamie Reidy für den Viagra-Hersteller Pfizer in den US Seniorenheimen unterwegs.