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Elizabeth - Das goldene Königreich
Stark, stolz und machtbewusst: Neun Jahre nach ihrem internationalen Durchbruch als britische Monarchin in Shekhar Kapurs "Elizabeth" schlüpfte Cate Blanchett 2008 ein zweites Mal in ihre Glanzrolle. "Elizabeth - Das goldene Königreich" ist die bildgewaltige Fortsetzung einer filmischen Biographie, die Elisabeth I. im Zenit ihrer Macht gegen Maria Stuart und den spanischen Monarchen Philipp II. antreten lässt - unterstützt von Clive Owen in der Rolle des attraktiven Piraten Sir Walter Raleigh. Das ZDF zeigt den aufwändigen Historienfilm als deutsche Free-TV-Premiere.
Die Frau, nach der ein ganzes Zeitalter benannte wurde, regierte 55 Jahre lang über Britannien. 1585, im 27. Jahr ihrer Regentschaft, ist Elizabeth I. (Cate Blanchett) mit 52 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Ihre Dauerrivalin Maria Stuart (Samantha Morton) steht in Schottland unter Hausarrest, König Philipp von Spanien (Jordi Mollà) verhält sich vorläufig noch ruhig, obwohl er die Invasion Englands bereits vorbereitet.
England wird noch immer von religiösen Unruhen erschüttert, und noch immer weigert sich die "jungfräuliche Königin", unter Europas Herrschern einen standesgemäßen Gatten zu wählen.
Stattdessen lässt sie sich von dem attraktiven Piraten Walter Raleigh (Clive Owen) beeindrucken, von dessen Reiseabenteuern sie sich mit Begeisterung erzählen lässt. Da eine Verbindung mit dem Seefahrer jedoch ausgeschlossen ist, muss sie sich damit begnügen, ihre Lieblingshofdame Beth (Abbie Cornish) mehr über den interessanten Mann herausfinden zu lassen. Aus den beiden wird ein heimliches Liebespaar, dessen Verbindung die eifersüchtige Elizabeth als Verrat empfindet. Empört verbannt sie die schwangere Beth und Raleigh eine Zeitlang vom Hof.
Als Elizabeth über ihren treu ergebenen Berater Sir Francis Walsingham (Geoffrey Rush) von den Intrigen ihrer Cousine Maria Stuart erfährt und bald darauf Beweise für deren Umsturzpläne erhält, lässt sie die schottische Königin zum Tode verurteilen, obwohl ihr dieser Königsmord schwer auf der Seele liegt. Zu allem Übel schickt Philipp seine Armada gegen das vom rechten Glauben abgefallene England in die Schlacht - zum ersten Mal in ihrer Regentschaft muss Elizabeth um ihren Thron und die Unabhängigkeit ihres Reiches fürchten.
Shekhar Kapur ("Elizabeth", "Die vier Federn") drehte seinen Historienfilm als saftiges Unterhaltungskino, das seine Figuren umstandslos modernisiert. Jenseits geschichtlicher Genauigkeit zögerte er auch nicht, die damals 52-jährige Königin zur jugendlichen Heroine zu machen, die in Sir Walter Raleigh nicht nur ein Objekt der Begierde sieht, sondern in Gestalt der während des Drehs 38-jährigen Cate Blanchett ("Der Aviator", "I'm Not There") auch selbst das Zeug zu einer überzeugenden Verführerin hat. Wie schon im Vorgängerfilm lässt er seine Heldin immer noch unter dem Zwiespalt zwischen Privatperson und öffentlicher Funktionsträgerin leiden, macht sie aber vor allem zu einer aufrechten Bekämpferin des religiösen Fundamentalismus', verkörpert im äußerst unsympathisch gezeichneten spanischen Herrscher. Anspielungen auf die zeitgenössische politische Weltlage und den Kampf gegen fundamentalistischen Terror sind dabei wohl kaum zufällig.
Begraben unter ihren eigenen Regeln, ist die Monarchin dabei Teil eines Machtapparats, der sie in genau kalkulierten Posen erstarren lässt - austoben darf sie sich allenfalls auf dem Schlachtfeld, als leidenschaftliche "Retterin der freien Welt". Was diesen Historienfilm aus der Masse ähnlicher Produktionen herausragen lässt, sind die fulminante Darstellung Cate Blanchetts, die großartigen Bilder von Kameramann Remi Adefarasin ("Match Point", "Scoop - Der Knüller") und eine Ausstattung, die an Opulenz und Phantasie ihresgleichen sucht.
Insbesondere die an früheren Entwürfen des spanischen Modedesigners Balenciaga orientierten Kostüme Cate Blanchetts sind zusammen mit 16 verschiedenen Perücken ein wahres Fest für die Augen. Für ihre perfekten Kreationen erhielt Kostümbildnerin Alexandra Byrne 2008 einen Oscar.