"Ich hatte eine Farm in Afrika", mit diesem Satz beginnt eines der schönsten Melodramen der Filmgeschichte, die auf Tatsachen beruhende Geschichte der dänischen Baronin Tania Blixen, hier verkörpert von Meryl Streep, die Anfang des 20. Jahrhunderts eine Kaffeeplantage in Kenia bewirtschaftete.
Eine Molkerei und Kühe hatte sie erwartet, doch vor ihr liegt das Land für eine Kaffeeplantage: Tania Blixen (Meryl Streep) ist kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs ihrem Mann, dem dänischen Baron Bror Blixen (Klaus Maria Brandauer), nach Afrika gefolgt. Die Eheschließung der beiden erfolgte unter rationalen Gesichtspunkten - während einer Jagdpartie im verschneiten Dänemark hatten sie sehr pragmatisch die Eckpunkte ihrer Ehe verhandelt und schnell Taten folgen lassen.
Trotz des immensen "cultural clash" zwischen Dänemark und Kenia lebt Tania sich gut ein. Sie lässt sich nicht schnell einschüchtern und hat ein gutes Gefühl für Sachzwänge. Bror ist kein Kind von Traurigkeit. Dennoch ist Tania sehr schockiert, als bei ihr eine schwere Syphilis diagnostiziert wird - ihr Mann hatte sie angesteckt. Tania muss Afrika verlassen und sich im fernen Dänemark einer Behandlung unterziehen.
Nach Kenia zurückgekehrt, nimmt sie auch den Kontakt zu dem englischen Großwildjäger Denys Finch Hatton (Robert Redford) und seinem besten Freund Berkeley Cole (Michael Kitchen) wieder auf. Was als flüchtige Begegnung in der Steppe begann und sich über lange Abende, in denen Tania Geschichten erzählte, entwickelte, wird für die unabhängige Frau schließlich zur Liebe ihres Lebens.
Silvester 1918/19 tanzt Tania mit Denys in das neue Jahr und aus der Luft zeigt ihr der begeisterte Flieger die Schönheit des afrikanischen Kontinents. Aber Denys ist ein rastloser Abenteurer. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Verbot des Elfenbeinhandels organisiert er Safaris für wohlhabende Touristen.
Oft ist er wochenlang unterwegs, aber auch, wenn er bei Tania ist, sucht er keine konventionelle Bindung. Immer wieder muss sie von ihm Abschied nehmen, doch er kehrt auch immer wieder zurück - bis er eines Tages mit dem Flugzeug abstürzt. Auch Tanias Tage in Afrika sind gezählt - doch diesmal gibt es keine Rückkehr.
Tania Blixen veröffentlichte ihr literarisches Schaffen unter dem Pseudonym Isak Dinesen. Drehbuchautor Kurt Luedtke ließ sich gleich von mehreren Büchern der Autorin, aber auch einer Biografie inspirieren. Wesentlich zum Erfolg des Films trugen auch die von Kameramann David Watkin aufgenommenen stimmungs- vollen Bilder sowie der lang nachklingende Soundtrack von John Barry bei.
Die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Meryl Streep kann mittlerweile auf eine besonders lange Hollywoodkarriere zurückblicken. Auch dieses Jahr ist sie wieder für einen "Oscar" nominiert - für ihre Verkörperung einer der ersten berühmten TV-Köchinnen der USA in "Julie & Julia". Anfang März werden wir wissen, ob die am 22. Juni 1949 geborene Charakterdarstellerin wieder mal das Rennen gemacht hat.
In deutschen Kinos war sie zuletzt in der wunderbaren Liebeskomödie "Wenn Liebe so einfach wäre" mit Alec Baldwin zu sehen. Mit 16 Oscar-Nominierungen (zwei "Goldjungen" hat Meryl Streep bereits) hält sie außerdem den Rekord der am häufigsten nominierten Darstellerin der Filmgeschichte. Auch für "Jenseits von Afrika" hatte sie eine "Oscar"-Nominierung erhalten.