Giro, Saldo, Storno - alles, was heute zum Zahlungsverkehr gehört, wurde schon im Mittelalter in oberitalienischen Städten erfunden.
Am Anfang des modernen Bankwesens steht ein gewöhnlicher Tisch: il banco, die Bank. Als Zeichen der Lizenz für "Bankgeschäfte" legen Geldwechsler ein Tuch auf ihre Tische. Sie müssen der Republik schwören "nicht zu stehlen, nicht zu fälschen und nicht zu betrügen".
Wichtigstes Handwerkzeug der Geldwechsler und Bankiers im 16. Jahrhundert ist die Goldwaage. Damit prüfen sie Devisen auf ihren Feingehalt, Falschgeld und minderwertige Münzen müssen sie aus dem Verkehr ziehen. Für die Umrechnung der kursierenden Währungen aus aller Welt gibt es Münzspiegel, die Wechselkurstabellen des Mittelalters.

Am Rialto werden Millionengeschäfte getätigt. Aber dabei wechselt nicht immer Bargeld den Besitzer. Wer eine Zahlung zu leisten hat, lässt vom Banchiere den Geldbetrag von seinem Konto abbuchen und dem Konto des Empfängers gutschreiben. Mit wenigen Federstrichen zirkuliert so das Geld im Kreis, italienisch Giro.
Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist erfunden. In Venedig entsteht aus dieser Praxis die erste staatliche Girobank der Welt, die Banco del Giro von 1619. Die neue Methode ersetzt den Bargeldtransfer und schafft das Giral- oder Buchgeld - heute Basis der digitalen Geldströme rund um die Welt.