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Wunderbare Welt

 
Oosterschelde. Quelle: ZDF
Der Oosterscheldedamm

Nordseewall

Das Delta-Projekt

Neue Pläne fordern modernes Weltwunder

Massive Betonbarrieren sollen das Mündungsdelta von Rhein, Maas und Schelde abriegeln. Doch 14 Jahre nach Baubeginn erkennen die Verantwortlichen, dass ihnen ein Denkfehler unterlaufen ist. Das Projekt muss grundlegend verändert werden. Dabei finden die Ingenieure eine Lösung, die zum Bau eines modernen Weltwunders führt.

 
 
 
 

Niemand hat daran gedacht, dass eine Flussmündung keine Einbahnstraße ist. Die Natur wie auch die Fischerei leben davon, dass ein ständiger Austausch des Wassers stattfindet. Die Umwandlung des Flussdeltas in einen reinen Süßwasser-Lebensraum wie im Ijsselmeer geschehen, wollen vor allem Fischer und Umweltschützer nicht mehr hinnehmen.

Oosterschelde. Quelle: ZDF
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Sicht von der Straße

Das Oosterschelde-Sperrwerk

Die Mündung der Oosterschelde soll nun von einem flexiblen Sperrwerk kontrolliert werden. 62 bewegliche Stahltore, eingefasst von monströsen Stützpfeilern aus Beton, sollen im Normalbetrieb das Wasser passieren lassen - bei Ebbe meerwärts, bei Flut umgekehrt. Nur bei nahender Sturmflut werden die Tore heruntergefahren, um die See auszusperren. 1979 beginnen die Bauarbeiten. Um die Hightech-Anlage nicht buchstäblich in den Sand zu setzen, treibt man Stahlsonden in den Boden und verfestigt ihn durch eine dreijährige Rüttelbehandlung.

Kunststoffmatte. Quelle: ZDF
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Eine 200 Meter breite Kunststoffmatte zur Stabilisierung

Um den so vorbereiteten Sandboden vor den starken Gezeitenströmungen zu schützen, wird eine 36 Zentimeter dicke und 200 Meter breite Kunststoffmatte auf dem Meeresboden verlegt. Darauf sollen insgesamt 65 Betonstützen ruhen, jede 53 Meter hoch und 18.000 Tonnen schwer. Die Giganten sind innen hohl. Sie werden in einem Trockendock hergestellt - Bauzeit: 18 Monate. Nach Flutung des Docks gelangen die Ungetüme schwimmend an ihren Bestimmungsort.

Ostrea. Quelle: ZDF
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Das Spezialschiff "Ostrea"

Auf den Zentimeter genau

Ein Spezialschiff, die u-förmige "Ostrea", bugsiert mit ihrer 9000 PS starken Maschine die Stützpfeiler genau auf Position. Dort werden sie abgelassen und mit Sand gefüllt. Insgesamt 5 Millionen Tonnen Gestein fixieren die Betonriesen auf dem Meeresgrund. Schließlich werden die bis zu 480 Tonnen schweren Tore eingesetzt. Jedes ist individuell angefertigt und an das Profil des Untergrundes angepasst.

 

Über das Sperrwerk führt eine Schnellstraße, die das Festland mit zwei vorgelagerten, künstlichen Inseln verbindet. 1986 eingeweiht, wird das einschließlich der künstlichen Inseln 6,8 Kilometer lange Sperrwerk 1987 offiziell in Betrieb genommen.. Binnen einer Stunde kann es seine Tore öffnen oder schließen. Alles in allem haben die Bauarbeiten Kosten in Höhe von 7,8 Milliarden Gulden (knapp 4 Mrd. Euro) verschlungen.

 
Oosterschelde bei Sturm. Quelle: ZDF
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Oosterscheldedamm bei Sturm

 

Schutz der Achillesferse

Nach Fertigstellung des Oosterschelde-Sperrwerkes und einiger anderer Schutzeinrichtungen bleibt dem Delta-Projekt noch eine große Schwachstelle: der 360 Meter breite Hafenkanal von Rotterdam. Diese Lebensader von Europas bedeutendstem Hochseehafen mit Damm und Schleusen zu sichern, wäre wirtschaftlicher Selbstmord. Doch die Ingenieure präsentieren eine geniale Lösung, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat.

 

Zwei gigantische Schwenktore liegen beiderseits des Kanals in zwei Trockendocks. Nur im Ernstfall bewegen sich die beiden Teiltore, an Land von einem Kugelgelenk gehalten, auf dem Wasser schwimmend zur Mitte hin. Dabei beschreiben sie einen Halbkreis. Treffen sie zusammen, werden ihre Schwimmkörper geflutet. Die Tore sinken auf den Grund und der Kanal ist vollständig abgeriegelt. Das dichte Schließen auf dem Boden gewährleisten 64 je 630 Tonnen schwere, in einer Reihe angeordnete Betonklötze.