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12. Februar 2012
 

Lewis

 
ab 10.04. sonntags, 22 Uhr
Assistent James Hathaway und Inspector Robert Lewis. Quelle: ZDF/ITV Global Entertainment
James Hathaway (L. Fox) und Robert Lewis (K. Whately)

Hintergrund

Auf Lewis ist Verlass

Englische Krimireihe im deutschen Fernsehen: very british und überaus spannend

Der Oxforder Kriminalinspektor Robert Lewis dürfte vielen Zuschauern kein ganz Unbekannter sein. Unter dem Titel "Inspector Morse" lief eine nicht nur in England sehr erfolgreiche Krimireihe, die auf den Romanen des nicht minder erfolgreichen britischen Autors Colin Dexter basierte. Der unvergessene "Inspector Morse" wurde von John Thaw gespielt, der im Jahr 2002 verstarb. Der Kollege an seiner Seite war stets jener Robert Lewis, dem der Schauspieler Kevin Whately auf nachhaltige Weise Statur und Profil gegeben hat.

 
 
 

So lag es nahe, mit Kevin Whately als "Lewis" ein Spin-Off der legendären Krimireihe zu wagen. Lewis ist der Rolle des Assistenten mittlerweile entwachsen und hat nun selbst einen Assistenten, der von Laurence Fox auf wunderbare Weise verkörpert wird. Zunächst nur als Einzelwerk gedacht, erwies sich "Lewis" im Jahr 2006 beim englischen Publikum mit mehr als elf Millionen Zuschauern als ein Erfolg, der zwingend nach einer Fortsetzung verlangte.

Erfolgreich: "Lewis" in England

Drei weitere "Lewis"-Filme wurden im darauffolgenden Jahr gesendet. Damit hatte die Reihe sich in England etabliert. Ab Februar 2008 wurden vier weitere Folgen gesendet, und neue Folgen sind bereits in Produktion. Was macht den Erfolg eines Formates aus, das scheinbar ohne Spektakuläres auskommt? Zuerst wären da die beiden Hauptdarsteller zu nennen. Kevin Whateley stattet den Titelhelden nicht nur mit menschlicher Wärme und zuweilen grimmigem Humor aus.

Er verkörpert auch auf geradezu rührende Weise einen Mann, der nach dem Unfalltod seiner Frau immer wieder mit seiner Trauer und Einsamkeit zu kämpfen hat. In seiner Arbeit als Kriminalinspektor findet er seine Aufgabe und einen festen Halt. Von seinen beiden erwachsenen Kindern hört und sieht er indessen recht wenig. Kevin Whately verleiht Lewis ganz unangestrengt eine Authentizität und Glaubwürdigkeit, die sich in jeder Geste und jedem Wort widerspiegelt. Der Mann ist einfach sympathisch.

Sympathisch und studiert: die Rollen

Seine ideale Ergänzung findet Lewis in dem jungen Kollegen James Hathaway, der nur auf den ersten Blick eher still und introvertiert daherkommt. Wie Lewis bald feststellen wird, hat er neben seiner Loyalität einiges zu bieten. Er ist nicht nur ein studierter Theologe und Hobbymusiker, sondern auch überdurchschnittlich gebildet und diesbezüglich seinem Chef etwas überlegen. Das aber behält er diskret für sich. Obendrein verfügt er über einen lakonischen, selbstironischen Humor. Sein einziger Makel könnte sein, dass er nicht in Oxford, sondern in Cambridge studiert hat.

Zum Stammpersonal der Reihe gehören außerdem Chief Superintendent Innocent (Rebecca Front), die Lewis Vorgesetzte mit strenger Miene und gut verstecktem Wohlwollen spielt, sowie die Gerichtsmedizinerin Dr. Laura Hobsen (Clara Holman), die Robert Lewis noch aus den Tagen des seligen Inspektor Morse vertraut ist.

Unkonventionell und unterhaltsam: die Handlung

Wenn Lewis und Hathaway sich in Oxford auf die Spur eines Mörders begeben, kann man darauf wetten, dass die beiden auch die raffiniertesten Fälle auf ebenso unkonventionelle wie unterhaltsame Weise lösen werden. Und damit wären wir bei den beiden weiteren Erfolgsgaranten der Reihe: selten nämlich hat man Oxford schöner und beeindruckender als Originalkulisse gesehen als bei "Lewis".

Auch der in englischen Krimis vielleicht noch ungeübte Zuschauer, dem die Wege, die die Handlung nimmt, etwas verschlungen anmuten könnten, wird allein am Zusammenspiel der beiden Helden und den Schauplätzen seine Freude haben. Es lohnt aber sehr, darauf zu achten, mit welcher Souveränität und Genauigkeit die Drehbuchautoren hier ihre Geschichten erzählen.

(Be)merkenswert: "Lewis" - neue Folgen ab 10. April, 22 Uhr im ZDF

Was zu Beginn wie ein Irrgarten von Motiven, Indizien und Verdächtigen aussehen mag, entpuppt sich als fein gesponnenes Geflecht von Beziehungen, in dem jedes Detail von Bedeutung ist und alles sich am Ende zu einem nachvollziehbaren Ganzen fügt. Den Freunden des Mitratens wird einiges geboten. Aber, wie gesagt, nicht nur denen. Auf "Lewis" ist in jeder Hinsicht Verlass.

Bei "Lewis" wird nicht mit Effekten Eindruck gemacht, sondern mit intelligenten Charakteren, spannenden Geschichten, einer grandiosen Kulisse und, bis in die kleinsten Rollen hinein, großartigen Schauspielern. Ab dem 10. April 2011 sendet das ZDF weitere vier Folgen der Reihe auf seinem angestammten Krimitermin am Sonntagabend um 22 Uhr.

 
 
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