Sie sind zugleich Ritter wie Mönche: die sagenumwobenen Tempelritter. An einem einzigen Tag geht der mächtige und reiche Ritterorden unter. Sein legendärer Schatz bleibt verschollen - bis heute.
Am 14. September 1307 gibt Frankreichs König Philip IV. den Befehl, alle Tempelritter in seinem Machtbereich zu verhaften. Sie werden wegen Gotteslästerung vor Gericht gestellt. Über Nacht wird der wohlhabendste Ritterorden der Kreuzzugszeit aufgelöst, hunderte Tempelritter sterben durch den Henker oder die Folter der Inquisition.
Hinter dem Befehl des französischen Königs, steckt ein perfider Plan. Er hofft, mit Hilfe des Schatzes der Tempelritter seine Staatsfinanzen zu sanieren. Seine Hoffnung erweist sich als Illusion: In den Ordenshäusern der Templer finden sich weder Gold noch wertvolle Reliquien.
Bis heute ist der legendäre Schatz der Tempelritter verschollen. Manche Experten vermuten, dass er noch in Israel ist, andere behaupten, die Ritter haben ihn auf einem alten Schloss im schottischen Hochland oder gar an der kanadischen Küste versteckt.

Im Jahr 2007 veröffentlicht das vatikanische Geheimarchiv ein Band, das sämtliche vatikanische Prozessakten gegen den Templerorden enthält. Darunter ist die originalgetreue Reproduktion des Pergaments von Chinon. Darin erteilt Papst Clemens V. im Jahr 1308 den Templern die Absolution. Die Templer waren also keine Ketzer.
Clemens wagt jedoch nicht, das Urteil zu veröffentlichen. Er hält dem politischen Druck des mächtigen französischen Königs Philipp nicht stand, der mit einer Kirchenspaltung droht. Clemens beugt sich und schließt den Orden aus der Kirche aus. Der Ketzervorwurf bleibt an den Templern hängen und nährt all die Legenden, die sich um sie bildeten.
ZDF-History "Die großen Verschwörungstheorien" am Sonntag, 27.12.2009 um 23.30 Uhr