Zur Tonebene eines Films gehören Sprache, Geräusche (Atmo) und Musik. Wie diese einzelnen Elemente entstehen, wie sie zusammengefügt werden und welche Fachkollegen daran mitarbeiten, stellen wir Ihnen am Beispiel Geräusche und Atmos vor.
Für die Aufnahme der Sprache am Drehort ist der Set-Tonmeister und sein Assistent (auch "Angler" genannt) verantwortlich. Sie achten darauf, dass die Dialoge optimal aufgenommen und störende Nebengeräusche eliminiert oder zumindest reduziert werden. Der Tonassistent "verfolgt" die Schauspieler mit einem Mikrofon, das an einer langen "Angel" hängt.
Dabei hat er die nicht einfache Aufgabe, das Mikrofon möglichst nahe bei den Schauspielern zu platzieren und dennoch darauf zu achten, dass das Mikrofon nicht im Bild erscheint. Aufgezeichnet wird der Ton überwiegend mit einem digitalen Tonbandgerät (DAT-Rekorder). Im Filmschnitt werden die Tonaufnahmen (Audiofiles) zum Bildmaterial synchron angelegt.
In speziellen Drehsituationen (zum Beispiel wenn die Darsteller mit einem Cabrio auf einer lauten Straße unterwegs sind) ist es nicht immer möglich Sprache so aufzunehmen, dass sie gut zu verstehen ist. In diesen Fällen müssen die Dialoge von den Schauspielerinnen und Schauspielern im Synchronstudio neu eingesprochen werden.
Dabei ist es entscheidend, dass die neuen Aufnahmen lippensynchron zu den Bildaufnahmen sind. Sich selbst zu synchronisieren gehört übrigens zu den schwierigsten Aufgaben der Schauspielerei. Zusätzlich werden im Tonstudio gegebenfalls ein Erzähler, eine Radiomoderation, oder Durchsagen auf Bahnhöfen und Flughäfen aufgenommen.
Geräusche und Atmos tragen viel dazu bei, dass ein Film lebendig wird. Bereits am Drehort achten die Tonleute auf interessante Umgebungsgeräusche (Atmos). Damit diese aufgenommen werden können, muss sich das Filmteam still verhalten. Dieses so gesammelte Material nutzt der Toncutter (Sound Editor) bei der Endfertigung des Films (Postproduktion) nach Bedarf für die Vertonung.
Die Geräusche aus dem Originalton reichen in den meisten Fällen für eine Tonspur nicht aus. Deshalb beleben Toncutter und Sound Designer die Filme mit zusätzlichen Geräuschen. Dabei greifen sie auch auf Geräuscharchive zurück. Hier finden sie Sounds unterschiedlichster Art von knarrenden Türen, bellenden Hunden, Polizeisirenen oder Geräuschkulissen für ein Krankenhaus.
Aber auch im größten Archiv sind nicht alle Töne vorrätig. Zudem verliert ein Film an Eigenständigkeit, wenn ausschließlich Standardgeräusche eingesetzt werden. Deshalb produziert der Toncutter zusätzliche Geräusche im Studio. Bei größeren Produktionen wird dafür ein spezialisierter Geräuschemacher (Foley Artist) hinzugezogen, der mit teilweise überraschenden Utensilien Geräusche imitieren kann.
Unter Sound Design versteht man aufwändig produzierte, exklusiv für einen Film hergestellte, synthetische oder natürliche Klang-kompositionen. Durch das Sound Design werden die Gefühle, die der Film hervorruft intensiviert.
Manchmal ist es nur ein tiefer Ton, der Unbehagen oder Enge vermitteln kann. Dabei unterscheidet man in geräusch-oder musikorientierte Sound Designs. Sound Designs können von Tonmeistern, Komponisten oder Sound Designern hergestellt werden.