Der letzte Film der Reihe "Helden der Arbeit" ist Neele Leana Vollmars "Urlaub vom Leben". Der Film erzählt mit einer besonderen Mischung aus Humor und Melancholie von der Leere im Leben eines Bankangestellten, der seine Familie und seine Umgebung neu entdeckt. "Helden der Arbeit" zeigt Menschen, die in der modernen Arbeitswelt keinen Platz mehr für ihre Sehnsüchte und Träume finden. In den drei Koproduktionen des Kleinen Fernsehspiels entscheiden sich eines Tages mehrere Bauarbeiter, ein Bergmann und ein Bankangestellter dazu, den Alltag hinter sich zu lassen und eine neue Bestimmung zu entdecken. Das kleine Glück, das Selbsterträumte, das Selbstgebaute, das Selbstgelebte macht sie letztlich doch zu "Helden der Arbeit". Raus aus dem Alltag rein ins Leben.
Rolf Köster ist Ende vierzig, verheiratet, hat zwei Kinder. Der Kassierer bei einer Sparkasse ist aufgrund jahrelanger Routine beruflich wie privat zum Fremden im eigenen Leben geworden. Als er eines Tages überraschend Urlaub bekommt, verpasst er immer wieder den richtigen Moment, seiner Familie davon zu erzählen. Stattdessen beginnt er ein Doppelleben. Jeden Morgen geht er wie üblich aus dem Haus. Dann aber macht er, geführt von der Taxifahrerin Sophie, Entdeckungsreisen durch seine nächste Umgebung. Die Freundschaft mit Sophie verwandelt Rolfs Leben für ein paar entscheidende Stunden in ein Road-Movie.
Rolf begegnet den Menschen seiner Stadt Bremen neu und lernt wieder, mit ihnen zu kommunizieren. Als er seine Frau Helga zufällig in einem Supermarkt bemerkt, beginnt er sie heimlich zu beobachten und entdeckt, dass sie eine Affäre hat. Er muss feststellen, dass er seine Frau in den letzten Jahren kaum noch wahrgenommen hat. Nach und nach sieht er sein eigenes Leben mit anderen Augen.
Am Ende hat die geheime Woche Urlaub dem resignierten Bankangestellten Köster zu einer neuen Lust am Leben verholfen und ihn und seine Familie von lähmender Routine befreit. Kein Happy End zwar, aber eine neue Chance.
Spielfilm Deutschland 2005
Buch: Janko Haschemian
Regie: Neele Leana Vollmar
Kamera: Pascal Schmit
Schnitt: Andrea Mertens
Musik: Thomas Mehlhorn
Produzent: Jochen Laube
Produzent: Filmakademie Baden-Würtemberg in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel gefördert mit Mitteln der nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen und durch das Filmbüro Bremen aus Mitteln von Bremen in t.i.m.e.
Redaktion: Claudia Tronnier, Frank Seyberth
Länge 82 Minuten
Besetzung: Gustav Peter Wöhler, Meret Becker, Petra Zieser, Luisa Sappelt, Philip Stölken und andere
Die Regisseurin wurde 1978 in Bremen geboren. Nach Regie-Assistenzen absolvierte sie von 2000 bis 2005 ein Studium an der Filmakademie Ludwigsburg. 2002 erhielt sie das Förderstipendium Caligari. 2003 nahm sie am Berlinale Talentcampus und an der Hollywood Masterclass teil.
Ihr Kurzfilm "Meine Eltern" (2004) wurde mit mehreren Auszeichnungen geehrt. Für das ZDF inszenierte Vollmar zuletzt den Bestseller "Maria, ihm schmeckt's nicht" als Kino-Koproduktion.
Die Sendetermine der Reihe:
"Der Letzte macht das Licht aus!" Dieser Link ist nicht mehr verfügbar
Montag, 11. Januar 2010, 00.05 Uhr
"Schultze gets the blues" Dieser Link ist nicht mehr verfügbar
Montag, 18. Januar 2010, 00.00 Uhr
"Urlaub vom Leben"
Montag, 1. Februar 2010, 1.00 Uhr