Unter der Regie des Schweden Lasse Hallström stimuliert Juliette Binoche als sinnliche Schokoladen-Zauberin die Sehnsüchte und Gelüste ihrer verknöcherten Mitbürger so lange, bis auch der letzte Moralist mit den Wonnen des süßen Lebens infiziert ist.
An einem kalten Tag im Jahre 1959 weht der Nordwind zwei vermummte Gestalten in das abgelegene Städtchen Lansquenet-sous-Tannes. Die Schokoladenexpertin Vianne (Juliette Binoche) und ihre kleine Tochter Anouk (Victoire Thivisol) lassen sich vom eiskalten Wind in ihr neues Zuhause treiben, einen von der scharfzüngigen Witwe Armande (Judi Dench) angemieteten Laden im Zentrum des Orts. Ein Laden, der die Gemüter ihrer neuen Mitbürger erregt, denn es handelt sich um eine Ausgeburt des Luxus, eine Chocolaterie.
Einen Skandal wittert der selbsternannte Sittenwächter, Kirchenvorstand und Patron des Gemeinwesens, Comte de Reynaud (Alfred Molina), der als strenger Verfechter von guten Sitten das sinnenfrohe Etablissement der begnadeten Konditorin Vianne mit gräflichem Bann belegt. Freiheit dagegen sucht und findet die von ihrem Mann misshandelte Josephine (Lena Olin) im Schokoladenparadies ihrer neuen Arbeitgeberin Vianne, die der geknechteten Kleptomanin Selbstvertrauen einflößt.
Für jeden ihrer Kunden findet Vianne mit schlafwandlerischer Sicherheit genau die Praline, die seinen geheimen Vorlieben entspricht. Dass die respektlose Vianne schließlich auch noch mit durchziehenden Zigeunern fraternisiert und sich in deren attraktiven Anführer Roux (Johnny Depp) verliebt, bringt in den gräflichen Augen das Fass zum Überlaufen: Der süße Sündenpfuhl und seine Schokoladen-Magierin müssen verschwinden, was immer es an Anstrengung auch kosten mag ...
Nach der John-Irving-Verfilmung "Gottes Werk und Teufels Beitrag" brachte der schwedische Regisseur Lasse Hallström mit Joanne Harris' "Chocolat" wieder einen Erfolgsroman auf die Leinwand. Die Besetzung ist hochkarätig: Juliette Binoche, Alfred Molina, Judi Dench, Lasse Hallströms Ehefrau Lena Olin, Carrie-Anne Moss und der schöne Johnny Depp, der 1993 in "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" schon einmal mit Hallström zusammenarbeitete.
Der Film bietet genau die Art von Unterhaltung, an der man sich einen winterlichen Fernsehabend lang mühelos die Seele wärmen kann: Eine aufwändig gemachte, märchenhafte Hommage an die befreiende Wirkung sinnlicher Genüsse im Allgemeinen und die besonderen Verzückungen, in die wirklich gute Schokolade selbst abgehärtete Asketen schnell versetzt.
Regie: Lasse Hallström
Buch: Robert Nelson Jacobs
Musik: Rachel Portman