Gegründet im Jahre 1752 gilt der Tiergarten Schönbrunn als ältester Zoo der Welt. Als Menagerie für die neue Sommerresidenz Schloss Schönbrunn konzipiert, war der Tierpark zunächst nur der kaiserlichen Familie vorbehalten.
Nach der Ankunft des ersten Elefanten im Jahre 1770, wurde der Zoo auch für Besucher geöffnet. Der Einzug der ersten Giraffe rund sechzig Jahre später, löste eine wahre Euphorie aus und machte aus dem Tiergarten endgültig einen Publikumsmagneten.

Durch mehrere Erweiterungen und großangelegte Umbauten wurde der Tiergarten Schönbrunn Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem - damals - modernen zoologischen Garten mit großem Tierbestand. Dazu gehörten so exotische Tiere wie Elefanten, Nashörner, Tapire und zahlreiche Raubkatzen. Die beiden Weltkriege setzten dem Tiergarten sehr zu. Durch Futtermangel, schlechte hygienische Verhältnisse und auch Bombenangriffe kamen viele Schützlinge zu Tode. Zwischenzeitlich schrumpfte der Bestand auf rund 400 Tiere.
Im Laufe der Jahre wandelte sich das Selbstverständnis des Zoos vom reinen Ausstellen der Tiere hin zur Idee der Arterhaltung bedrohter Tierarten. Trotzdem hatte der Park in den siebziger und achtziger Jahren mit Imageproblemen zu kämpfen. Die Tierhaltung in Wien galt als unzeitgemäß, die Gehege waren veraltet, die Besucherzahlen gingen zurück.

Bergauf geht es in Wien wieder seit Anfang der 90er Jahre. Als ältester Zoo der Welt entwickelt sich der Tiergarten Schönbrunn zu einem der schönsten und modernsten weltweit, in dem sich barocke Gebäude mit neuester Tiergarten-Architektur verbinden. So werden alte Häuser saniert, mit Außenanlagen erweitert und neue Gebäude in passendem Stil errichtet. Der Elefantenpark gehört zu den modernsten Anlagen weltweit, der Zoo führt auch das internationale Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten. Im Jahre 2000 eröffnet das sanierte Aquarienhaus mit Riffbecken und Amazonastunnel.
Zur 250-Jahr-Feier zwei Jahre später eröffnet das Regenwaldhaus - ein Stück Borneo mitten in Wien mit künstlichen Gewittern und freifliegenden Fledermäusen. Außerdem ziehen erstmals Koalas und auch wieder Panzernashörner in Schönbrunn ein. Geparde, Jaguare, Löwen und Tiger gehören ebenso nach Wien wie gefährdete heimische Haustierrassen. Der Tiergarten zusammen mit dem Schlosspark Schönbrunn wird zum Weltkulturerbe erklärt.
Der Tiergarten wartet 2003 mit seiner größten Attraktion auf: als zweiter europäischer Zoo nach Berlin ziehen zwei große Pandas nach Wien. Die Geburt eines Pandababys im Sommer 2007 gilt als Sensation, denn der kleine "Fu Long" ist der erste auf natürlichem Wege gezeugte Pandanachwuchs in Europa. Als sich "Fu Long" im Januar 2008 zum ersten Mal der Öffentlichkeit zeigt, erobert er die Herzen im Sturm. Die Euphorie um den Pandajungen beschert dem Tiergarten Schönbrunn einen neuen Besucherrekord.
Heute ist "Fu Long" dem Babyalter entwachsen, er wiegt rund 35 Kilogramm und frisst schon fleißig Bambus, genau wie seine Eltern Yang Yang und Long Hui. Heute leben im Tiergarten Schönbrunn rund 4.800 Tiere in rund 650 Arten. Mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden gelegen im historischen Schlosspark Schönbrunn, gilt er als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens und als einer der schönsten Tiergärten Europas.