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19. März 2010
 

Aktenzeichen XY

 

Für Zivilcourage: XY-Preis verliehen

[Video]

Die XY-Preisverleihung am
1. September in Berlin

Aktenzeichen XY

XY-Preisverleihung 2009

Mit Umsicht und List Verbrechen verhindert

Zwei gerettete Kinder, das Ende einer Vergewaltigungsserie und ein vierfacher Räuber in Haft - so lautet die beeindruckende Bilanz bei der Verleihung des XY-Preises 2009 in Berlin. Fünf mutige Mitbürger, darunter ein elfjähriger Junge, wurden durch Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble geehrt. Der Schirmherr des XY-Preises zeigte sich zutiefst beeindruckt.

 
 
 
 

"Unsere freiheitliche Gesellschaft lebt von Zivilcourage. Dazu gehört es, den Mut zu haben, in einer kritischen Situation nicht wegzuschauen sondern sich für hilfsbedürftige Menschen einzusetzen. Dabei wird von niemandem verlangt, dass er sich selbst in Gefahr bringt. Es kommt vor allem auf besonnenes Handeln an." Seinen höchsten Respekt zollte Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble den XY-Preisträgern Kerstin Friedrich (Dresden), Alexander Karamanlaki (Wangels) sowie Marc Kohlert und Moein Ramezani (Aschaffenburg) bei der feierlichen Zeremonie im Zollernhof des ZDF-Landesstudios Berlin. Ein Sonderpreis ging an den elf Jahre alten Kaspar Krebbers aus Krefeld.

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Ehrenpreis für S-Bahn-Helden

Dominik Brunner hat eine Gruppe Jugendlicher in München vor zwei gewalttätigen Jugendlichen geschützt. Bei der Auseinandersetzung wurde er mit Tritten und Schlägen so stark verletzt, dass er wenig später verstarb. Für dieses couragierte Engagement wurde ihm posthum ein XY-Ehrenpreis verliehen.
Alle Informationen zum Ehrenpreis

XY-Preisverleihung, 1.9.2009, Berlin, Rudi Cerne, Alexander Karamanlaki, Kerstin Friedrich, Marc Kohlert, Moein Ramezani, (hinten) Dr. Wolfgang Schäuble, Kaspar Krebbers (vorn). Quelle: ZDF
ZDF
Thomas Bellut

Verneigung vor den Preisträgern

Bereits zum achten Mal wurden die drei mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preise verliehen. Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble erklärte, dass er in jedem Jahr aufs neue von der Veranstaltung begeistert sei. Begrüßt worden waren die zahlreichen Gäste durch ZDF-Programmdirektor Dr. Thomas Bellut, der sich ebenfalls vor der Leistung der Preisträger verneigte. Großzügig unterstützt wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder durch die HDI-Gerling-Versicherungen, vertreten durch Vorstandsmitglied Dr. Klaus Heitmeyer.

 

Aus über 100 Vorschlägen hatte eine zwölfköpfige Fachjury die Preisträger ermittelt. Am Mittwoch, 16. September 2009, um 20.15 Uhr werden sie bei Rudi Cerne in "Aktenzeichen XY... ungelöst" zu Gast sein und live Rede und Antwort stehen.

 

Beobachtung in der Straßenbahn

Die Dresdenerin Kerstin Friedrich waren in einer Straßenbahn ein Junge (7) und ein Mann (20) aufgefallen. "Der Mann hat ständig Körperkontakt zu dem Kind gesucht und versucht, es auszuhorchen. Der Junge schien ihn nicht zu kennen", so Kerstin Friedrich. Die Krankenschwester (38) ließ das Kind nicht mehr aus den Augen. Als sie sicher war, dass ihre Wahrnehmung ihr keinen Streich spielte, informierte sie per Handy die Polizei.

 

Nach der Vernehmung des Mannes kamen Polizei und Staatsanwaltschaft zu der Überzeugung, dass Kerstin Friedrich ein drohendes Sexualverbrechen an dem Kind verhindert hatte. "Natürlich hatte ich Angst, jemanden fälschlich zu beschuldigen. Aber wenn es um meine Kinder ginge, wäre ich auch froh, wenn jemand helfen würde", so Kerstin Friedrich.

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Wer traut sich jetzt noch zu helfen?

Alexander Karamanlaki ist am 17.09.2009 um 22.15 Uhr zu Gast bei Maybrit ILLNER
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Vergewaltigungsserie beendet

Alexander Karamanlaki (69) war mit dem Auto unterwegs, als ihm am Rande eines Feldweges ein Mann und eine Frau neben einem Auto auffielen. "Ich dachte erst, die streiten. Dann aber erkannte ich: Die kämpfen miteinander", so der pensionierte Lehrer aus Wangels in Schleswig-Holstein. Sofort ging der 69-Jährige in die Bremsen, und die junge Frau flüchtete panisch in seinen Wagen. Der Mann hatte versucht sie zu vergewaltigen.

XY-Preisverleihung, 1.9.2009, Berlin, Rudi Cerne, Alexander Karamanlaki, Kerstin Friedrich, Marc Kohlert, Moein Ramezani, (hinten) Dr. Wolfgang Schäuble, Kaspar Krebbers (vorn). Quelle: ZDF
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Rudi Cerne

Aufgrund von Alexander Karamanlakis präzisen Angaben machte die Polizei den Täter ausfindig. Der Mann war ein seit Jahren gesuchter Serientäter, der sich an Frauen und Kindern vergangen hatte. Dank Alexander Karamanlakis Aufmerksamkeit konnte er endlich verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Das Urteil: Zehn Jahre und drei Monate Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Martyrium eines Kindes

Marc Kohlert (39) und Moein Ramezani (21) gingen ihrer Arbeit in einem Elektro-Fachgeschäft in Aschaffenburg nach. Marc Kohlert fiel ein Paar auf, das ein kleines Kind (21 Monate) bei sich hatte. "Zuerst dachte ich, der Junge hätte Schokolade im Gesicht, aber dann habe ich erkannt, dass es blaue Flecken und Hämatome waren. Solche Verletzungen konnten nicht von einem Sturz kommen", so Kohlert. Er machte seinen Kollegen Moein Ramezani auf das Kind aufmerksam. Nachdem sie sich beraten hatten, verschafften sich die Männer mit einem Trick die Adresse der Familie und alarmierten das Jugendamt.

 

Das Kind war vom neuen Lebensgefährten der Mutter mehrfach massiv misshandelt worden, die Frau hatte tatenlos zugesehen. Der Mann wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die Mutter zu 18 Monaten Haft auf Bewährung. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass das Kind ohne Marc Kohlert und Moein Ramezani möglicherweise nicht überlebt hätte.

 

Kleiner Detektiv auf Spur eines Räubers

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des XY-Preises wurde ein Sonderpreis vergeben. Die Geschichte des Schülers Kaspar Krebbers hatte die Jury beeindruckt. Dem Zehnjährigen aus Krefeld war ein Mann aufgefallen, der zunächst sein Fahrrad in ein Gebüsch warf und dann die Kleidung wechselte. "Mit dem stimmt was nicht", dachte sich Kaspar. Er folgte dem Mann unbemerkt und in sicherer Entfernung.

 

Zwar verlor er die Spur des Mannes, doch als er erfuhr, dass in der Nähe ein Geschäft ausgeraubt worden war, führte Kaspar die Polizei zu dem Fahrrad und der Kleidung des Mannes. Aufgrund seiner Beschreibung konnte der Gesuchte kurze Zeit später festgenommen werden. Als Sonderpreis bekam Kaspar Krebbers eine hochwertige Kamera überreicht, die er sich schon lange gewünscht hatte.