Ulrich Mühe wurde 1953 in Grimma/Sachsen geboren und legte 1973 das Abitur ab. 1975 begann er sein Studium an der Leipziger Theaterhochschule Hans Otto und spielte während der Ausbildung am Städtischen Theater von Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz. Mühe starb am 22. Juli 2007 in Walbeck in Sachsen-Anhalt.
In Karl-Marx-Stadt erhielt Mühe sein erstes Engagement. Der Dramatiker und Regisseur Heiner Müller verpflichtete Mühe 1982 für seine "Macbeth"-Inszenierung an der Berliner Volksbühne. Im August 1983 wurde er Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters. Schnell avancierte Mühe aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit zum Star des Ensembles.
Die Fachkritik feierte ihn als Sigismundis in Calderons "Das Leben ein Traum" (1985), in der Titelrolle von "Egmont" (1986) und Lessings "Philotas" (1988) und Shakespeares "Hamlet" (1990) sowie als Patriarch in "Nathan der Weise" (1988). Boulevardtheater spielte Mühe in Oscar Wildes "Bunbury" und in Carl Sternheims "Die Hose". Mit Heiner Müller arbeitete er vielfach zusammen.
In der Thomas-Langhoff-Inszenierung der "Jüdin von Toledo", Salzburg 1989, spielte sich Ulrich Mühe laut Kritikermeinung mit seinem König Alphons endgültig in die erste Reihe der großen deutschen Schauspieler. Seit Beginn der 1980er Jahre arbeitete er zusätzlich für Film und Fernsehen. International bekannt wurde er unter anderem 1989 mit Bernhard Wickis großem Alterswerk "Das Spinnennetz" nach Joseph Roths gleichnamigem Roman.
1991 spielte er die Hauptrolle in "Der kleine Herr Friedemann" nach der Erzählung von Thomas Mann, 1992 in Fred Breinersdorfers Psychothriller "Das tödliche Auge". Weitere TV-Rollen übernahm er als Kommandant Gerber in "Das letzte U-Boot" und in der Fernsehadaption von Erich Loests "Nikolaikirche".
Neben der Hauptrolle des Gerichtsmediziners Dr. Robert Kolmaar in "Der letzte Zeuge" spielte Ulrich Mühe in dem ZDF-Samstagskrimi "Todesengel" die Hauptrolle. Besonders überzeugte Mühe in der Doppelrolle "Goebbels und Geduldig", einem Fernsehfilm von Peter Steinbach und Kai Wessel, sowie in dem Kinofilm von Constantin Costa-Gavras, "Amen".
Für seine Rolle als Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler in Florian Henckel von Donnersmarcks "Das Leben der Anderen" erhielt Mühe nicht nur den Deutschen und Europäischen Filmpreis. Er konnte auch in Hollywood dabei sein, als der Film mit einem Oskar für die beste ausländische Produktion ausgezeichnet wurde. Zuletzt war Mühe auf der Leinwand als jüdischer Schauspiellehrer an Helge Schneiders Seite in "Mein Führer" zu sehen.
Ulrich Mühe führte auch Regie. Im Januar 2004 feierte seine Inszenierung von Heiner Müllers "Der Auftrag" Premiere im "Haus der Berliner Festspiele". Ulrich Mühe war mit der Schauspielerin Susanne Lothar verheiratet und war Mitglied der Akademie der Schönen Künste München und Berlin/Brandenburg sowie der Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt am Main.
Film und Fernsehen - eine Auswahl:
1989 - Das Spinnennetz
1991 - Der kleine Herr Friedemann
1992 - Das tödliche Auge
1993 - Das letzte U-Boot
1995 - Peanuts - Die Bank zahlt alles
1996 - Funny Games
1999 - Todesengel
2001 - Goebbels und Geduldig
2003 - Im Schatten der Macht
2006 - Das Leben der Anderen
2007 - Mein Führer