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21. November 2009
 

Frontal21

 
dienstags, 21 Uhr
Protest von Samsung-Mitarbeitern in Berlin . Quelle: dpa
Samsung-Mitarbeiter protestieren in Berlin gegen die beabsichtigte Werksschließung.

Frontal21

Spiel mit Arbeitsplätzen

Unternehmen kassieren ab

Hans Koberstein und Thomas Reichart

Wer hier zu Lande Arbeitsplätze schafft, kann sich meist über saftige staatliche Fördergelder freuen. Auch Unternehmen, denen es wirtschaftlich gut geht, nehmen Subventionen - oft in Millionenhöhe - gerne und reichlich in Anspruch.

 
 
 

Die Rechnung ist ganz einfach: Wer ihnen das meiste Geld und die besten Konditionen bietet - wie etwa billige Grundstücke oder kostenlose Wasseranschlüsse -, der bekommt den Zuschlag und damit ein neues Werk auf die Wiese gestellt.

 

Aber immer häufiger schließen die Konzerne nach wenigen Jahren den Standort wieder, oft kurz nachdem alle Subventionen abgegrast sind, und ziehen weiter zur nächsten fetten Weide. Die Politiker müssen dann hilflos zugucken, wie die teuer subventionierten Arbeitsplätze vernichtet werden.

 Quelle: dpa
dpa
Flachbildschirme erobern den Markt.

28,3 Millionen Euro kassiert

Der koreanische Elektronikkonzern Samsung etwa hat seit 1993 insgesamt 28,3 Millionen Euro für seine Berliner Niederlassung kassiert. Jetzt will Samsung das Bildröhrenwerk mit 750 Mitarbeitern im Osten der Stadt bis Ende des Jahres schließen.

Genau zu dem Zeitpunkt, an dem die so genannte Bindefrist für die Subventionen ausläuft. So kann die Fabrik abgewickelt werden - und der Konzern muss keinen Cent der Förder-Millionen zurückzahlen.

 

Hochprofitabler Vorzeigekonzern

Dabei quälen das Unternehmen keine wirtschaftlichen Probleme, vielmehr gilt Samsung als hochprofitabler Vorzeigekonzern. Auch die Tochter Samsung SDI, zu der das Berliner Werk gehört, machte 2004 einen Gewinn von 620 Millionen Euro.

 

Aber in Berlin werden nur Bildröhren für herkömmliche TV-Geräte hergestellt - und das gilt in der Branche als Auslaufprodukt, weil die Flachbildschirme den Markt erobern. Die aber produziert Samsung längst an anderen ihrer weltweit verteilten Standorte. Also wird, statt etwa die Produktion umzustellen, das Werk in Berlin kurzerhand dichtgemacht.

 

Nur an Gewinnen interessiert

Die Samsung-Mitarbeiter sind entsetzt. Das Unternehmen sei nur an Fördermitteln und den größtmöglichen Gewinnen interessiert. Was jetzt mit den 750 Arbeitsplätzen geschieht, zähle für die Manager hingegen offenbar gar nicht.

 
 Quelle: ZDF
ZDF
Ohne Fördermittel gebaut: Kundenzentrum des Porsche-Werks in Leipzig.

Dass es auch anders geht, beweist Porsche mit dem neuen Werk in Leipzig. Der Sportwagenhersteller hätte Subventionen in Höhe von 50 Millionen Euro kassieren können. Doch die Manager lehnten das Porsche zustehende Geld der öffentlichen Hand ab. Begründung: Der Konzern mache auch ohne Fördermittel Gewinn.