Hauptnavigation:

Sie sind hier:

 

Terra X

 
Ansicht von Mainz mit Dom. Quelle: ZDF
Herz und Wahrzeichen von Mainz

Die Jahrtausendkathedrale

Die Jahrtausendkathedrale
St. Martin

Bewegte Geschichte des Mainzer Doms

Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Kathedralenbaus und zeigt die dramatischen Momente im 1000-jährigen Leben des Doms. Wie schaffte man es im Mittelalter, mit purer Muskelkraft ein steinernes Gebirge wie den St. Martins-Dom aufzuschichten? Mit welchen Mitteln versuchten die Mainzer Erzbischöfe, ihre Vorrangstellung im Reich über die Jahrhunderte aufrecht zu erhalten? Wie gelang es, den Dom am Anfang des 20. Jahrhunderts vor dem Einsturz zu bewahren, als der Wasserspiegel des Rheins absank und die Stützpfähle aus Eiche verfaulten? Und wie schafft man es heute, das Herz von Mainz zu erhalten?

 
 
 
 

Nur einen einzigen Tag feierten im Jahr 1009 Erzbischof Willigis und seine Dombauer, dann stand das nagelneue Gotteshaus in Flammen. In jahrzehntelanger Knochenarbeit hatten die Mainzer auf Geheiß ihres Erzbischofs Stein auf Stein geschichtet zu einer der imposantesten Kirchen ihrer Zeit.

Büste des Erzbischofs Willigis. Quelle: ZDF
ZDF
Willigis wollte ein zweites Rom am Rhein.

Politischer Dreh- und Angelpunkt

Die Person des Willigis ist bis heute geheimnisumwittert. Er war ein gesellschaftlicher Aufsteiger, ein Sachse, der nicht einmal aus einer einflussreichen Adelsfamilie stammte. Und doch hatte er es geschafft, der wichtigste Bischof des Deutschen Reiches zu werden. Er führte das größte Erzbistum nördlich der Alpen und die zweitgrößte Kirchenprovinz nach Rom überhaupt. Doch Willigis war das noch nicht genug. Er wollte aus Mainz ein "Rom am Rhein" machen. Hier sollten die deutschen Könige gekrönt werden und der Mainzer Dom damit dem Aachener den Rang ablaufen.

Brennender Mainzer Dom (Spielszene). Quelle: ZDF
ZDF
Der Dom hat mehrmals gebrannt.

Der dem heiligen Martin geweihte Wiederaufbau der Brandruine verschlang noch einmal gigantische Geldmittel und es sollte nicht das letzte Feuer in der bewegten Geschichte des Mainzer Domes gewesen sein. Nur wenige Könige - unter ihnen der Staufer Friedrich II - bekamen dort wirklich ihre Krone, doch der Dom verhalf Mainz zu einer politisch wichtigen Rolle, wodurch die Stadt immer wieder zum Dreh- und Angelpunkt der Reichsgeschichte wurde.

Grabdenkmal des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg. Quelle: ZDF
ZDF
Erzbischof Albrecht lebte gut vom Ablasshandel.

Kompetente Domführer

Ihre Bischöfe machten Politik. Einer von ihnen, der berüchtigte Albrecht von Brandenburg, wurde gar zum Auslöser der Reformation. Er hatte sich nicht durch Glauben sondern mit Geld zum Erzbischof gemacht. Die Schulden, die er dafür bei den Fuggern gemacht hatte, versuchte er durch den Verkauf von Ablassbriefen wieder zu tilgen. Das alles geschah mit dem Segen Roms, denn auch der Stuhl Petri profitierte vom florierenden Ablasshandel. Anlass genug für Martin Luther, seine flammenden Thesen an die Türen der Wittenberger Schlosskirche zu nageln und damit den Beginn der Reformation zu markieren. Der Dom überstand die Plünderung durch Napoleons Soldaten, die Absenkung des Grundwasserspiegels und den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs. Bis heute ist er das Wahrzeichen von Mainz und das Herz einer Stadt, die ihn 2009 feiert wie einen alten Freund.

 

"Die Jahrtausendkathedrale" erzählt von den Geheimnissen der alten Gemäuer und spürt den Rätseln um Erbauer und Bischöfe nach. Die Historiker und Kunsthistoriker Prof. Stefan Weinfurter, Prof. Dethard von Winterfeld und Dr. Kerstin Merkel berichten von den aktuellen Forschungen in und um den Dom. Und der heutige Hausherr Karl Kardinal Lehmann schildert seine ganz persönliche Liebe zur "Jahrtausendkathedrale", dem Mainzer Dom.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg

ZDF Mediathek

Video Die Jahrtausendkathedrale

Die Dokumentation in voller Länge