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16. März 2010
 

morgenmagazin

 
Mo-Fr, 5.30 Uhr
Julia Jentsch und Monica Bleibtreu im Hintergrund. Quelle: Constantin Film
Julia Jentsch in Oberlis "Tannnöd"

ab Donnerstag im Kino

Filmtipps von Peter Twiehaus

"Das gelbe Segel" und "Tännod"

von Peter Twiehaus

In "Das gelbe Segel" erzählt Regisseur Udayan Prasad von einem Roadtrip durch Louisiana, der drei Fremde prägt , die einst von ihren Gefühlen der Einsamkeit zusammengeführt wurden. In dem dunklen Film "Tannöd" dagegen geht es einen mysteriösen sechsfachen Mord, eine Bluttat auf einem abgelegenen Bauernhof, die sich 1922 tatsächlich so oder so ähnlich zutat.

 
 
 
 

Figuren im Schwebezustand

 

Das gelbe Segel - Oscar-Preisträger William Hurt ("A History of Violence") gibt den geheimnisvollen Brett, der nach einigen Jahren Gefängnis wieder in Freiheit ist und in Louisiana strandet. Er trifft Martine (Kristen Stewart, "Twilight") und deren Begleiter Gordy (Eddie Redmayne) und trampt mit dem bizarren Teenie-Pärchen durch die Sümpfe, die reifen Kornfelder und auf den endlosen Highways von Louisiana.

 

Die drei verbindet ihre Wurzel- und Ziellosigkeit, und so öffnet sich der verschlossene Brett allmählich und erzählt von seiner großen Liebe May. "Das gelbe Segel" lebt von einem eigenartigen Schwebezustand der Figuren. Nie ist ganz klar, was die drei verbindet, und doch wird das gegenseitige Vertrauen größer. Zudem lebt der Film von der einzigartigen Landschaft Louisisanas. Der Wermutstropfen: die Liebesgeschichte endet sehr konventionell.

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"Das gelbe Segel" - Offizielles Filmplakat. Quelle: X Verleih

Das gelbe Segel

Regie: Udayan Prasad. Mit: William Hurt, Kristen Stewart, Eddie Redmayne. USA 2008. zum Trailer von "Das gelbe Segel"(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)

Spannendes Porträt eines Dorfes

 

Tannöd - Der schmale Krimi von Andrea Maria Schenkel war ein Sensationserfolg und wurde mehr als eine Million Mal verkauft. Die Geschichte beruht auf einem wahren Fall von 1922. Damals wurden sechs Menschen auf einem Einsiedlerhof in der tiefsten bayerischen Provinz brutal erschlagen. Schenkel verlegt das Geschehen in die fünfziger Jahre, lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen, darunter auch den Mörder. Aus diesen Mosaiksteinen entsteht das spannende Porträt eines Dorfes und eines bis heute ungeklärten Mordes.

 

Das Buch ist schwierig zu verfilmen. Daher erfindet die Regisseurin Bettina Oberli eine neue Figur: Katrin. Sie kommt - zwei Jahre nach den Morden - aus der Stadt in ihr Heimatdorf zurück, um ihre Mutter zu beerdigen. Ihr Besuch wirkt wie ein Katalysator. Die Mauer des Schweigens im Dorf bröckelt langsam.

 

Würdige letzte Rolle für Bleibtreu

 

Die Verfilmung von Tannöd ist weniger Krimi, denn Sittengemälde eine Dorfes und einer Zeit geprägt von Bigotterie, Verleumdung und unterdrücktem Hass. Die bedrückende und düstere Atmosphäre des Buches fängt der Film sehr gut ein, Oberli findet Bilder, die Raum für Phantasie lassen. Weniger gut dagegen funktioniert die hinzuerfundene Ebene. Sie nimmt zu viel Raum ein, wirkt an manchen Stellen aufgesetzt und dichtet unnötige dramatische Elemente hinzu (angedeutete Liebe). Monica Bleibtreu zeigt sich als verrückte Traudl stark und kämpferisch. Eine schöne letzte Rolle für diese große Schauspielerin.

 

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"Tannöd" - Das offizielle Filmplakat. Quelle: Constantin Film

Tannöd

Regie: Bettina Oberli. Mit: Monica Bleibtreu, Julia Jentsch, Volker Bruch. Deutschland 2009. zum Trailer von "Tannöd"(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)