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21. November 2009
 

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Paulo Coelho in Casablanca, 2005. Quelle: Paulo Coelho
In Casablanca, 2005

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"Alles was wir
tun, ist Liebe"

"Der Zahir": Paulo Coelhos neues Buch

Der Bestsellerautor Paulo Coelho hat seinen neuen Roman "Der Zahir" mit deutlich autobiografischen Zügen geschrieben. Es ist die Geschichte eines Mannes, dessen Frau verschwindet. Doch während er an Entführung oder gar Mord glaubt, hat sie ihn einfach nur verlassen.

 
 
 
 

Sie ist weg. Von einem Tag auf den anderen, ohne ein Wort, ohne Erklärung. Nach einem Moment der Hilflosigkeit beginnt der Verlassene selbst nach seiner Frau zu suchen.

 

Bis zum Wahnsinn

Diese Suche wird sehr bald zur Obsession und seine Frau zu einem "Zahir" - etwas, das man, hat man es einmal berührt oder gesehen, nie wieder vergisst und was das gesamte Denken bis zum Wahnsinn besetzt.

 

Infobox

Verlosung:

Gewonnen haben: M. Maas aus Steinheim, B. Meyer aus Wallsbuell und B. Damberg aus Potsdam. Herzlichen Glückwunsch!

"Spirituelle Erfrischung"?

Der Protagonist des neuen Romans ist Schriftsteller, wie Coelho selbst. Überhaupt ist dies ein in vielerlei Hinsicht autobiografischer Roman. Er erzählt einerseits von der Suche nach Liebe, Glück und Zufriedenheit, andererseits von Selbstfindung. Allesamt die großen Themen, die den Brasilianer sehr beschäftigen und die stets Inhalt seiner Bücher sind.

 

Wolfgang Herles traf sich mit Paulo Coelho in Paris und sprach mit ihm unter anderem über Bücher als "spirituelle Erfrischung":

 

aspekte: Der Held in Ihrem Buch ist Schriftsteller. Seine Geschichte ähnelt der Geschichte von Paulo Coelho sehr. Handelt es sich bei Ihrem neuen Roman also um eine Autobiografie?

 

Paulo Coelho: Ich denke, nach 10-jähriger Tätigkeit als erfolgreicher Autor kommt man an einen Punkt, von dem aus man einerseits auf seine Karriere zurück und andererseits in sich hinein schauen sollte. Man sollte sich fragen: Was ist passiert?

 

Was habe ich erreicht und wie bin ich mit meinem Erfolg umgegangen? Aus diesem Grund habe ich mich für die Darstellung meines Protagonisten als Schriftsteller entschieden. Aber in dem Roman geht es nicht primär um einen Schriftsteller. Ich hätte auch einen anderen Protagonisten wählen können. Ich erzähle immer das, was ich erzählen möchte, und denke dabei über mich selber nach ...

 

aspekte: Aber das Schreiben spielt in Ihrem Buch eine große Rolle, richtig? Warum schreiben Sie eigentlich?

 

Coelho: Ein zentraler Satz meines Hauptdarstellers ist: "Ich schreibe, weil ich geliebt werden möchte". Und ich denke, dass dieser Satz auf jeden Menschen zutrifft, der etwas vorhat - aus der Motivation heraus, Liebe mit anderen teilen zu wollen. Alles was wir tun ist Liebe. Um ganz ehrlich zu sein: Niemand schreibt, weil er einen Krieg verhindern will oder um neue Philosophien zu verkünden. Am Ende ist Liebe geben und Liebe entgegennehmen alles was wir wollen.

 

aspekte: In Ihrem Roman geht es auch um Kritiken. Warum, denken Sie, gibt es Kritiker, die ihre Bücher hassen?

 

Coelho: Ich glaube das ist eine kulturelle Elite die ihre Macht behalten möchte. Wenn sie über Politik reden, sind sie große Demokraten. Aber wenn sie über Kultur reden, sind sie Aristokraten. Sie denken, wenn es die Leute mögen, muss etwas falsch sein. Aber ich denke, wenn die Menschen in der Lage sind zu wählen, dann sind sie auch dazu fähig, zu entscheiden was sie lesen wollen. Dieses altmodische akademische System pfeift auf dem letzten Loch. Innerhalb einer Generation ist es am Ende.

 

Infobox

Paulo Coelho: Der Zahir. Diogenes, 2005. Quelle: Diogenes
Diogenes

Der Zahir

von Paulo Coelho
Diogenes
April 2005
341 Seiten
ISBN 3257064640

Preis: 21,90 Euro (D)