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Das alte Griechenland

Das alte Griechenland

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Tageläufer Pheidippides. Quelle: ZDF
Über 200 Kilometer unterwegs nach Sparta: Pheidippides

Marathon - Der lange Lauf nach Athen

Der Lauf des Pheidippides

Von Athen nach Sparta

Ein Meldeläufer erringt Ruhm nur, wenn er bei den olympischen Spielen einen Lauf gewinnt. Das passiert selten - der olympische Langlauf wird über 1500 Meter ausgetragen und war für einen Berufsläufer eigentlich viel zu kurz.

 
 
 
 

Nach 20 Kilometern kommt Pheidippides zur ersten Wegmarke: Eleusis. Über 200 Kilometer liegen noch vor ihm. Dafür braucht ein trainierter Meldeläufer mindestens zwei Tage.

 
Rekonstruierter Tempel der Démeter. Quelle: ZDF
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Computerrekonstruierter Tempel der Demeter
 

Eleusis: Wallfahrtsort für alle Griechen

In Eleusis steht zu dieser Zeit der Tempel der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, die den Menschen einst den Ackerbau gebracht hat. Ein Wallfahrtsort für alle Griechen. Eleusis ist berühmt für seine geheimen Riten; Mysterien, die von keinem Eingeweihten verraten werden dürfen, wenn er nicht der Todesstrafe anheimfallen will. Was auch immer dort im Einzelnen passiert, klar ist: Durch Opfer- und Kulthandlungen und allerlei mystisches Beiwerk kann man die Mächte des Jenseits beeinflussen; Naturgewalten besänftigen.

Athene. Quelle: ZDF
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Schutzgöttin Athene

Distanzen zurückzulegen macht ihnen keine Mühe, ansonsten sind die Götter aber Abbilder der Menschen mit all ihren Schwächen und Leidenschaften. Sind die Götter Athen gewogen? Hat man der Schutzgöttin Athene genug Opfer gebracht? Götter sind schnell beleidigt. In Homers "Ilias" zum Beispiel, in der es um den Trojanischen Krieg geht, dem Buch der Antike; haben griechische Götter auf Seiten der Feinde eingegriffen. Krieg ist ein recht normaler Zustand im Griechenland dieser Zeit. Meist führen die Stadtstaaten untereinander Krieg.

 

Verwundbare Weltmacht

Die Perser aber gelten als unbesiegbar. Sie haben sogar Apoll Opfer gebracht, um sich die Götter der Gegner gewogen zu machen, berichtet jedenfalls Herodot. Der lange Aufstand der griechischen Kolonien in Kleinasien hat General Miltiades gezeigt, dass die persische Weltmacht verwundbar ist. In seinen Augen sind die Perser ein aus allen Teilen ihres Riesenreiches bunt zusammengewürfelter Haufen, ohne Disziplin oder moderne Kampftechnik. Und wenn er auf den richtigen Augenblick wartet, kann er auch die persische Reiterei aus der Schlacht heraushalten.

 
Karte des Persischen Reiches. Quelle: ZDF
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Galt lange als unverwundbar: das Persische Reich
 

Die Athener sind bei Marathon angekommen und warten auf den Hügeln ab, was die Eindringlinge machen. Die Soldaten, griechische Hopliten, sind freie Bürger, die die Freiheit ihrer Heimatstadt verteidigen. Bürger mit Wahlrecht ist, wer sich die teure Ausrüstung eines Krieger leisten kann, und sein Blut für die Stadt gibt. Miltiades' Sohn Kimon war damals ein junger Krieger und wird vor Marathon mit dabei gewesen sein. Ein natürlicher Vertrauter für den General. Noch gilt es, den Gegner zu taxieren und zu verunsichern: Stärke zeigen; und seitens der Perser: zahlenmäßige Überlegenheit.

Ruinen in Korinth. Quelle: ZDF
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Nach 80 Kilometer laufen erreicht Pheidippides Korinth

Korinth: Handelsmacht mit Kolonien

Die 10.000 Athener können nur auf die Hilfe Spartas hoffen. Aber die Spartaner wissen von nichts. Das Beistandsgesuch ist noch unterwegs. Der Läufer ist gerade mal am Isthmos. 80 Kilometer liegen hinter ihm. Gut 140 vor ihm. Die Stadt Korinth eilt Athen nicht zu Hilfe, ist aber grundsätzlich perserfeindlich eingestellt und lässt den Läufer aus Athen passieren. Korinth ist eine große unter den griechischen Poleis, den Stadtstaaten. Eine Handelsmacht mit Kolonien im ganzen Mittelmeer.

Den mörderischen Lauf von Athen nach Sparta haben Pheidippides nicht nur die Perser eingebrockt. Sie haben Unterstützung von einem Verräter. Einem Griechen, einem Greis, der zurück an die Macht will: Hippias, Tyrann von Athen, bis vor 20 Jahren Unruhen ausbrachen.

 
 

Infobox

Historiker David Scahill über Hippias' Rolle:

"Hippias musste aus Athen fliehen, kam schließlich an den Hof des persischen Königs Darius und wurde ein Teil der Geschehnisse um die Schlacht von Marathon; denn er beriet den persischen König, was in Griechenland zu tun war."

 

Dass Hippias sich mit den Persern verbündet hat, kostet ihn die Sympathien seiner letzten Anhänger in Athen. Für so einen Verrat haben die Griechen nur Verachtung übrig.

 
 

Infobox

Historiker Wolfgang Hameter über die Motive der Perser:

"Warum kommen die Perser überhaupt nach Marathon? Weil nämlich Hippias, der ehemalige Tyrann aus Athen mit an Bord war und ihnen gesagt hat: 'Es ist gescheit nach Marathon zu fahren. Erstens gibt's dort eine große Ebene, wo man die Reiterei einsetzen kann, die die Perser ja besonders für diesen Feldzug mitgenommen hatten und zweitens ist unsere Familie in Marathon sehr gut bekannt und wenn wir dort auftauchen werden viele Griechen gleich auf unsere Seite überlaufen und uns helfen die Schlacht gegen die Athener zu gewinnen.'"

 
 
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