"Kennst du das Land, wo die Zitronen blüh'n" - Nicht erst seit Goethe sind Zitrusgewächse der Inbegriff des Exotischen. Wie man Orangen, Zitronen und Limetten zu Blüte und Fruchtansatz bringt, zeigt Pflanzenexperte Elmar Mai.
Die Sortenvielfalt der Zitrusgewächse ist groß. "Annähernd tausend Sorten sind beschrieben, die genaue Artenzahl ist unbekannt", sagt Elmar Mai. Ursprünglich kommen alle Arten aus Asien, heute werden sie jedoch in der gesamten tropischen und subtropischen Welt angebaut. Reine Arten gibt es im Handel kaum noch. Je nach Herkunft vertragen die Pflanzen auch niedrigere Temperaturen. Pflanzen aus tropischen Gebieten brauchen es aber ganzjährig warm und müssen immer drinnen gehalten werden. Die bei uns gängigen Arten und Sorten können im Sommer nach draußen gestellt werden.

Die wichtigsten Arten oder Kreuzungen für den Kübelpflanzenbereich sind die eher pflegeleichten Zitronen, Calamondin, Chinotto und Kumquat. Anspruchsvoller sind Pomeranzen, Mandarinen, Grapefruit, Limetten und Orangen - auch die gibt es im Handel. Berühmt ist die Bergamotte-Orange, die den Duftstoff für "Earl Grey"-Tee liefert.
Zitrusgewächse benötigen eine hochwertige Kübelpflanzenerde, die reich an mineralischen Bestandteilen ist, oder eine spezielle Zitruserde. Die Bodenreaktion muss eher sauer sein, damit die Pflanze Eisen aufnehmen kann. Sonst werden die Blätter gelb (Chlorose). Kalkhaltiges Gießwasser ist ebenso zu vermeiden wie Vernässung durch Topf-Untersetzer, weil dann die Wurzeln ertrinken und keinen Sauerstoff mehr bekommen.
Schaden erleiden die Pflanzen auch bei zu viel Kälte oder bei zu warmen Temperaturen im Winter. Ideal ist daher ein frostfrei gehaltener Wintergarten. Die optimalen Überwinterungsbedingungen liegen zwischen drei und zehn Grad, bei Orangen oder Kumquat sogar noch niedriger. Nur Limetten, Pampelmusen und Zitrat-Zitronen bevorzugen zehn bis 15 Grad. Die Pflanzen müssen dabei fast trocken und so hell wie möglich gehalten werden. Je wärmer eine Pflanze steht, desto mehr Licht benötigt sie.

Häufigster Pflegefehler: eine falsche Überwinterungstemperatur. Die Pflanzen werden im Herbst zu früh in einen überheizten Raum geräumt. Die Folge: Sie werfen die Blätter ab, können keinen Stoffwechsel betreiben, nehmen kein Wasser auf und die Wurzeln verfaulen. Die Faustregel lautet: Je kühler und trockener, desto besser. Im Sommer stehen die Pflanzen gerne sonnig und vor Zugluft geschützt. Gebäudenähe ist günstig, weil die Fassade nachts Wärme abstrahlt.
Zitruspflanzen in Kübeln bedürfen großer Aufmerksamkeit. Sie leben in Symbiose mit einem lebensnotwendigen Wurzelpilz, Mykorrhiza genannt, der ihnen die Nährstoffe erst in eine verfügbare Form umwandelt. Dieses Zusammenleben darf nicht gestört werden. Es sollte daher ein sauer reagierender Langzeitdünger verwendet werden. Gedüngt wird von April bis Ende September, wenn die meisten Pflanzen wieder ins Haus kommen.
Die Kübel sollten groß genug gewählt werden, damit sich der Wurzelraum gut entwickeln kann und Umtopfen für längere Zeit nicht erforderlich wird - frühestens nach drei Jahren. Umgetopft wird, wenn der Winter und damit auch die Ruhezeit zu Ende geht. Terrakotta-Töpfe sind klimatisch betrachtet besonders geeignet, da sie sich nicht so stark aufheizen wie schwarze Kunststoffkübel und den Wasserhaushalt besser regulieren.