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11. Februar 2012
 

ZDFinfo

 
Solarmodule auf dem deutschen Haus. Quelle: C. Schenk
Die Solarmodule auf dem deutschen Haus funktionieren auch bei bedecktem Himmel.

Solares Wohnen

Der Wettbewerb um das beste Solarhaus - Teil 2

Eindrücke vom "Solaren Zehnkampf" in Washington

von Claus Schenk

Kälte, bedeckter Himmel und Dauerregen am sechsten Tag. Das deutsche Team ist wohl das einzige, das sich über das schlechte Wetter freut. Denn selbst bei grauem Himmel produzieren die Solarmodule noch kräftig Energie und das Haus ist gut isoliert, verliert also keine Wärme. Die Teams aus Arizona, Milwaukee, Louisiana und Pennsylvania rutschen dagegen in der Wertung ab

 
 
 
 

Puerto Rico sitzt beim Beleuchtungswettbewerb zwei Tage vor Schluss im Dunkeln, weil ihnen der Strom ausgeht - und feiert trotzdem! Im Gegensatz zu den deutschen Teilnehmern. Im Laufe des Tages gab es noch die Resultate der Kommunikations-Jury: Platz 15. Team Kalifornien, der härteste Gegner, belegt Platz eins und baut seinen Vorsprung weiter aus.

 

Tag 7: Spannender Endspurt

Jetzt geht es um jedes Grad und jede Kilowattstunde. Spannender könnte es nicht sein. Die Stimmung unter den Studenten schwankt zwischen Hoffen und Bangen. Am vorletzten Tag rutscht Team Germany kurzfristig auf Platz drei, dann auf vier und klettert wieder auf Platz zwei. Jetzt wird es ein Zweikampf zwischen Deutschland und Illinois. Denn die Kalifornier werden in Sachen Stromeinspeisung und Raumtemperatur wahrscheinlicht nicht vorne liegen.

Deutsches Gewinnerteam mit Siegertrophäe. Quelle: C. Schenk
C. Schenk
Die Studenten der TU Darmstadt freuen sich über den Sieg.

Tag 8: Der Tag der Wahrheit

Bevor der Sieger gekürt wird, gibt es noch die Ergebnisse der Jury für die technische Leistung. Hier geht es nicht nur um Verkabelung und Schaltungen, sondern auch um Bedienbarkeit und Störanfälligkeit. Hier macht Minnesota das Rennen, das deutsche Haus landet auf dem vierten Platz. Bei der Stromeinspeisung belegen die Darmstädter erwartungsgemäß den ersten Platz, ebenso bei der Komfort-Wertung (Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit.) Das ist der Gesamtsieg! Die Freude ist riesengroß, die Anspannung fällt endlich ab.

Mit 908 Punkten und elf Punkten Vorsprung gewinnt das deutsche Haus den Solar Decathlon 2009. Wie hauchdünn der Sieg ist, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass insgesamt 1.000 Punkte zu vergeben waren. Illinois (897 Punkte) und Kalifornien (863 Punkte) belegen die Plätze zwei und drei. Ausschlaggebend für den Finalsieg des deutschen Teams war sicher das Zusammenspiel aus Effizienz, Solarstromerzeugung und Isolation. Denn letztlich galt es zu beweisen, das Wohnen auf der Basis solarer Energie möglich ist. Und dass dabei Photovoltaik Bestandteil der Architektur und kein Fremdkörper ist. Und das hat das Haus aus Darmstadt eindrucksvoll gezeigt.

 

Fazit

Mein persönlicher Favorit in Sachen Wohnqualität war Kalifornien, ein Haus mit separaten Räumen, in dem man sich sofort zu Hause fühlte. Wohnen, Essen und Schlafen sind getrennt. Und obwohl das Haus, wie alle vorgestellten Projekte zwischen 75- und 80 Quadratmeter Wohnfläche aufweist, wirkt es größer. Viel Wert wurde auf das Innendesign gelegt. Kein High-Tech, aber modern und gemütlich. Das Gebäude umschließt mit großen Fensterfronten eine Veranda.

Das sympathischste Team kam aus Puerto Rico, das schon feierte, als die Aussicht auf einen der vorderen Plätze bereits früh verloren war. Doch gewonnen haben alle. Jeder Entwurf hatte beeindruckende Details. Die Studenten haben es immerhin bis nach Washington in die Endrunde geschafft. Einige werden ihre Entwürfe vermarkten, andere haben mit ihren Prototypen gezeigt, was in Sachen Solarenergie beim Hausbau heute machbar ist.

 

Spanien wird Gastgeber

Überrascht hat die Begeisterung des Publikums. 300.000 Menschen haben den Solar Decathlon besucht! Nächstes Jahr kommt der Wettbewerb nach Europa. In Spanien werden dann wieder Universitäten, dieses Mal auch aus China, Mexiko und Brasilien, gegeneinander antreten. Das Team aus Darmstadt bleibt zu Hause und genießt den Sieg. Dafür versuchen Studenten aus Stuttgart und Wuppertal in Madrid den Titel des besten Solarhauses der Welt zu erringen.

 
 
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