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Das alte Griechenland

Das alte Griechenland

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Heinrich Schmliemann. Quelle: History Channel
Heinrich Schliemann

Troja - Die wahre Geschichte

Schliemanns Troja

Abenteurer auf den Spuren Homers

Während der Mythos um Troja in der Kunst weiterlebte, gerieten die Ruinen der Stadt unter dem Schutt von Jahrhunderten in Vergessenheit. Erst 1827, als Griechenland die Unabhängigkeit wiedergewann, entdeckte ganz Europa die Klassik der Hellenen neu. Homers Troja begann die Sehnsüchte von Entdeckern und Schatzsuchern zu wecken. Ein Deutscher wurde zur Schlüsselfigur bei der Suche nach Troja: Heinrich Schliemann.

 
 
 
 

Der gebürtige Mecklenburger war als Goldgräber in Kalifornien und Spekulant in St. Petersburg reich geworden. Fasziniert vom griechischen Altertum bereiste Schliemann Athen, die griechischen Inseln und Kleinasien auf der Suche nach den Schauplätzen der Welt Homers. 1868 lernte er den englischen Geschäftsmann Frank Calvert kennen, der seit langem an den Dardanellen lebte und in der dortigen Landschaft namens Troas Land erworben hatte.

Gegend um Hissarlik heute. Quelle: History Channel
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Die Gegend um Hissarlik heute

Troja - ein unscheinbarer Hügel?

Während viele der wohlhabenden Touristen, die im 19. Jh. mit der "Ilias" im Gepäck die Dardanellen besuchten, das antike Troja unter einer türkischen Siedlung namens Bunarbaschi vermuteten, plädierten Calvert und andere für den acht Kilometer nördlich gelegenen unscheinbaren Hügel Hissarlik, den man mit dem Burgberg von Troja identifizierte. Zudem musste die römische Stadt Ilium dort liegen, die die Römer als Nachfolgerin des alten Troja angelegt hatten, wie lateinische und griechische Quellen berichten. Da Calvert nicht genügend Geld für umfangreiche Ausgrabungen besaß, bot er Heinrich Schliemann an, auf dem Hissarlik zu graben.

Schliemann kombinierte Calverts Argumente mit seiner eigenen profunden Kenntnis der Ilias und kam zu dem Schluss, dass nirgendwo anders als auf dem Hissarlik die Burg von Troja gestanden haben könne. Denn Homer beschrieb Troja als zwischen zwei Flüssen liegend, nah am Meer, umgeben von einer weiten Ebene, in der die Armeen der Griechen und Trojaner aufeinander trafen. Von hohen Befestigungsmauern aus sollen die Trojaner verfolgt haben, wie ihr gefallener Held Hektor von Achilles um die Stadt geschleift wurde.

Sophia Schliemann. Quelle: History Channel
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Schliemanns Frau, bekleidet mit Schmuck aus dem "Schatz des Priamos"

Der "Schatz des Priamos"

Bereits am 11. Oktober begann Schliemann mit der ersten von drei großen Ausgrabungsphasen auf dem Hissarlik. Hunderte von Arbeitern wühlten sich mit Spaten und Schaufel durch die Jahrtausende, Mauern wurden entdeckt, Gebäude freigelegt. Doch der Beweis, dass es sich tatsächlich um das Troja Homers handelte, ließ auf sich warten.

Enttäuscht kündigte Schliemann 1873 die Einstellung der Grabungen an, als er am 31. Mai den langersehnten großen Fund machte: Bei Grabungen entlang einer hohen Mauer stieß er auf eine Steintruhe mit Kelchen, Pokalen und Schmuck aus Gold. Überglücklich schmuggelte Schliemann die Kostbarkeiten aus der Türkei und erklärte der staunenden Weltpresse, er habe den "Schatz des Priamos", des legendären Königs von Troja, gefunden. Heute weiß man, dass Schliemann sich geirrt hat. Der Schatz ist etwa 1300 Jahre älter als der trojanische Krieg.

 

Zehn Städte übereinander

Schon kurz nach dem spektakulären Fund musste Schliemann ernüchtert feststellen, dass die Mauerreste, in denen er die Truhe entdeckt hatte, nicht mit Homers Troja identisch sind, sondern einer früheren Siedlung zugehören, die die Archäologen heute als Troja II bezeichnen. Schliemanns Nachfolger Wilhelm Dörpfeld identifizierte bei weiteren Grabungen insgesamt zehn verschiedene Siedlungsschichten auf dem Areal.

 

Die untersten, ältesten Reste werden als Troja I bezeichnet und stammen aus der Zeit um 3000 v. Chr., die jüngsten (Troja X) aus byzantinischer Zeit, dem 14. Jh. nach Christus. Der trojanische Krieg - falls es ihn überhaupt gegeben hat - muss in der Besiedlungsphase VI-VII stattgefunden haben, um 1200 v. Chr. Tatsächlich fanden Archäologen Spuren verheerender Verwüstungen, Ascheschichten und Brandspuren in dieser Phase. Sind sie ein Indiz für den trojanischen Krieg?