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Philosophisches Quartett

 
25.03. und 13.05.2012
Albrecht Koschorke. Quelle: privat
Albrecht Koschorkes Thema ist das Imaginäre in der Politik.

Porträt

Albrecht Koschorke

Literaturwissenschaftler an der Uni Konstanz

Prof. Dr. Albrecht Koschorke, geboren 1958 in Kastellaun/Hunsrück, lehrt seit 2001 Allgemeine Literaturwissenschaften an der Universität Konstanz, wo er auch die Forschungsstelle "Kulturtheorie und Theorie des politischen Imaginären" begründete. Koschorkes wissenschaftliches Interesse ist weit gefächert. Er gilt unter deutschen Geisteswissenschaftlern als außergewöhnlich innovativer und produktiver Forscher.

 
 
 
 

Prof. Dr. Albrecht Koschorke, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie, Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaft und Ethnologie in München und Paris. Nach seiner Promotion 1989 über "Die Geschichte des Horizonts" hatte er bis 1997 Assistentenstellen an der Universität Würzburg und der Freien Universität Berlin inne, wo er sich mit einer Arbeit über "Körperströme und Schriftverkehr", einer Auseinandersetzung mit der Schriftkultur des 18. Jahrhunderts, habilitierte. 2001 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Allgemeine Literaturwissenschaften an der Universität Konstanz an. Dort begründete er die die Forschungsstelle "Kulturtheorie und Theorie des politischen Imaginären".

 

Verknüpfer vieler Wissensbereiche

Aus Anlass der Verleihung des Leibniz-Preises 2003 der Deutschen Forschungsgemeinschaft an ihn formulierte die Jury, grundlegend für das wissenschaftliche Werk Koschorkes sei die Frage, wie soziale Strukturen, medizinische Menschenbilder, ökonomische Systeme, technische und mediale Erfindungen, Wahrnehmungsmöglichkeiten und Imaginationen miteinander verknüpft seien. Sein komplexes Denken findet in zahlreichen Publikationen ihren Ausdruck, beispielsweise in der Untersuchung "Des Kaisers neue Kleider. Über das Imaginäre politischer Herrschaft" (2002) sowie in "Der fiktive Staat. Konstruktionen des politischen Körpers in der Geschichte Europas" (2007).

Regelmäßig äußert sich Koschorke auch in Zeitschriften und Zeitungen, so jüngst in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung, in dem er sich von den jähen Ausschlägen an der Börse unsanft daran erinnert fühlt, welche Rolle Fiktionen für das alltägliche Funktionieren moderner Gesellschaften und ihrer Volkswirtschaften spielen. Koschorke ist auch Vorstandsmitglied des Exzellenzclusters "Kulturelle Grundlagen von Integration" und Sprecher des Netzwerks "Transatlantische Kooperation".

 
 
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