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Wirkstoffprobe. Quelle: ZDF
Die Proben werden in ihre chemischen Einzelteile zerlegt

Im Bann der grünen Götter:Die Ärzte der Maharadschas

Weihrauch statt Kortison

Ergebnisse aus dem Labor

Vielleicht sind die indischen Forscher endlich einem wirksamen Mittel gegen Athritis auf der Spur, vergleichbar mit dem Reserpin gegen Bluthochdruck. Eine neue Hoffnung für abertausende von Menschen, die an chronischen Entzündungskrankheiten leiden?

 
 
 
 

Das zu beweisen ist die Aufgabe der Pharmazie. Das Harz des Indischen Weihrauchbaums und die anderen Proben werden im Labor des Pharmazeutischen Instituts der Universität Tübingen in ihre chemischen Einzelteile zerlegt und eingehend untersucht.

Computer-Chromatogramm . Quelle: ZDF
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Bosweliasäuren werden ins Visier genommen

Modernste Methoden

Welche Substanzen genau wirken entzündungshemmend? Dazu müssen die einzelnen Inhaltsstoffe erst einmal gelöst, extrahiert, getrennt und quantifiziert werden. Mit modernsten Methoden, wie der Hochdruckflüssigkeitschronomatographie und der Auswertung von Kernresonanzspektren wollen die Tübinger Wissenschaftler dem Geheimnis näher kommen. Bald haben sie Triterpensäuren und vor allem verschiedene Bosweliasäuren im Visier.

 

Wogegen wandten die Alten Inder Boswelia serrata an? In der ayurvedischen Literatur wird Hermann Ammon schnell fündig: Vertreibung von Dämonen, Schlimme Winde, Husten und Atemnot, heißt es allgemein, aber auch bei Arthritis, Asthma, Gicht, Geschwüren, Tumoren, Gelbsucht und Gebärmutterentzündungen. Für Hermann Ammon, der sich mit einem Standardwerk über Arzneimittel-Nebenwirkungen einen Namen gemacht hat, ist dieses Thema ein wichtiger Aspekt jeglicher Medizin.

 

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Pharmakologe Hermann Ammon über die unterschätzen Folgen von Nebenwirkungen:

"Hier ist zu sagen, dass an Arzneimittelnebenwirkungen und - wechselwirkungen in Deutschland mehr Leute sterben als an Verkehrsunfällen und es werden Zahlen genannt von 10.000 bis 20.000 pro Jahr, und das ist immerhin ganz erheblich."

Früchte der Tamarinde. Quelle: ZDF
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Früchte der Tamarinde stärken den Darms, den Magens und die Leber

Noch viel zu entdecken

Im Botanischen Garten der Universität Tübingen herrscht auch im Winter Tropenklima. Pharmakologe Amman sucht einen Baum, von dem er in Indien nur die Früchte zu sehen bekam: die Tamarinde. Der Genuss ihrer Blätter soll die Stimmen der Sänger süßer machen, hatte ihm der Vaidya erzählt. Ein Brei aus den Samen der Pflanze ist zudem das Hauptsäurungsmittel für Currys und Chutneys. Die ayurvedischen Ärzte verwenden ihn zur Stärkung von Darm, Magen und Leber. Im Pflanzenrepertoire Indiens gibt es noch viel zu entdecken für Chemiker rund um die Welt.

 

Das Labor hat erste Ergebnisse in Sachen Weihrauch. Ammon ist gespannt: Stimmen die alten Sanskrit-Texte? Lassen sich entsprechende Wirkstoffe nachweisen? Auf dem Monitor flimmert ein Chromatogramm: Bosweliasäuren. Sie hemmen die Bildung von Leukotrienen. Dieser Stoff spielt bei Entzündungen eine wichtige Rolle. Eine andauernde Leukotrienenproduktion ist mitverantwortlich für eine Reihe von chronischen Entzündungen. Die Bosweliasäuren des Indischen Weihrauchs könnten dagegen effektiv helfen. Polyarthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Asthma, ja sogar Ödeme von Hirntumoren scheinen so therapierbar.

 

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Pharmakologe Hermann Ammon über Einsatzmöglichkeiten indischer Heilpflanzen:

"Wir können eine ganze Reihe chronisch entzündlicher Erkrankungen zumindestens im Vorfeld erfolgreich behandeln, bei denen auch Kortison eingesetzt werden muss. Kortison hat ja eine Reihe von Nebenwirkungen, wenn es langfristig angewandt wird. Es wäre perspektivisch zu überlegen, ob man Wirkstoffe des Weihrauchs zumindestens teilweise einsetzen kann, um Kortison einzusparen."

 
 
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