Bekannt geworden als Schauspieler, hat sich Til Schweiger inzwischen auch als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent einen exzellenten Ruf erworben. In seinem neuesten Film "Happy New Year" spielt Schweiger neben zahlreichen Hollywood-Stars vor der Kamera. Gemeinsam mit seiner Filmpartnerin Jessica Biel nimmt er am 3. Dezember bei Wetten, dass..? aus Friedrichshafen Platz auf der Wettpaten-Couch.
Angefangen als Jo Zenker in der "Lindenstraße", wurde Schweiger in den 90er Jahren durch Filme wie "Manta, Manta", "Der bewegte Mann", "Männerpension" und "Knockin' On Heaven's Door" berühmt. In den letzten Jahren begeisterte er unter anderem mit den Filmen "Barfuß", "Wo ist Fred?" und "Keinohrhasen".
Til Schweiger wurde am 19. Dezember 1963 als Sohn eines Lehrerehepaares in Freiburg im Breisgau geboren und wuchs in Heuchelheim, in der Nähe von Gießen, auf. Nach dem Abitur und dem Wehr- bzw. Zivildienst (nach nachträglicher Verweigerung) begann er an der Universität Gießen ein Medizinstudium, das er aber schon nach drei Semestern wieder abbrach. Stattdessen absolvierte er von 1985 bis 1989 die Schauspielschule Köln.

Nach ersten Theaterengagements sowie Arbeiten als Synchronsprecher für Pornofilme erhielt er 1991 für ein Jahr mit der Rolle des Jo Zenker in der TV-Serie "Lindenstraße" seine erste Fernsehaufgabe. Im gleichen Jahr sah man ihn in der von Bernd Eichinger produzierten Prolo-Filmkomödie "Manta, Manta" erstmals auch im Kino. Für seine Rolle als Boxer Rudi in dem Kinofilm "Ebbies Bluff" erhielt er 1993 den Max-Ophüls-Preis als bester Nachwuchsdarsteller, und bereits mit seinem nächsten Film - Sönke Wortmanns Beziehungskomödie "Der bewegte Mann" - schaffte er 1994 den Sprung zu breiter Popularität. Auch mit den folgenden Rollen in den Filmkomödien "Männerpension" und "Das Superweib" (beide 1995) sowie in dem RTL-Actionthriller "Adrenalin" (1996) war Schweiger erfolgreich.
Viel Beachtung und lobende Rezensionen fand 1996 auch sein erster selbst produzierter Film "Knockin' On Heaven's Door", dessen Drehbuch er auch mitverfasste. Fast vier Millionen Zuschauer sahen den Film, in dem Schweiger einen Todkranken spielte. Ebenfalls 1996 entstand die polnisch-französisch-deutsche Produktion "Bastard". Einen ersten kurzen Auftritt in einer Hollywood-Produktion hatte Til Schweiger 1998 in Antoine Fuquas "Replacement Killers", es folgten Nebenrollen in "S.L.C. Punk" (1999) und "Investigating Sex" (2001). Das Angebot, in Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" einen deutschen Nazi-Soldaten zu spielen, lehnte Schweiger 1998 ab.
1998 führte Til Schweiger auch zum ersten Mal Regie - in dem deutschen Film "Der Eisbär". Mit seinem Freund und Mentor Bernd Eichinger drehte er ein Jahr später "Der große Bagarozy". In dem Rennfahrerfilm "Driven" stand Schweiger im Jahr 2000 an der Seite von Sylvester Stallone und Burt Reynolds in seiner ersten großen Rolle in einer Hollywoodproduktion vor der Kamera. Für das deutsche Kino verkörperte er 2001 in Gregor Schnitzlers "Was tun, wenn's brennt?" einen ehemaligen Hausbesetzer, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird, 2002 war er als Schwergewichtsboxer Max Schmeling in dem Boxerdrama "Joe and Max" zu sehen.
Gemeinsam mit Hanno Huth und Ralf Zimmermann produzierte Til Schweiger 2004 die erfolgreiche Tragikomödie "Erbsen auf halb 6". Im gleichen Jahr kehrte er mit seiner Familie nach mehrjährigem Aufenthalt in den USA nach Deutschland zurück. Mit "Barfuß" präsentierte Schweiger 2005 seine zweite Regiearbeit, in der er auch Hauptdarsteller, Co-Autor, Produzent und Co-Cutter war. Unter dem Motto und Markennamen "For Personal Use" betätigt sich Til Schweiger seit 2005 auch als Modedesigner: Für den Hersteller "Mustang" entwirft er Jeans, Shirts, Pullis und Jacken.

Seine jüngsten Erfolge feierte Til Schweiger als Rollstuhlfahrer neben Jürgen Vogel in "Wo ist Fred?" (2006) und in der Low Budget-Komödie "Video Kings", die im September 2007 in die Kinos kam. Danach stand der viel beschäftigte Schauspieler unter anderem für Quentin Tarantinos Nazi-Groteske "Inglorious Bastards" mit Brad Pitt vor der Kamera. In seiner prominent besetzten Ritterparodie "1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde" zeichnete er 2008 wiederum für Regie und Produktion verantwortlich.
Am erfolgreichsten war allerdings "Keinohrhasen", für den Til Schweiger auch mit dem "Ernst Lubitsch-Preis" des Clubs der Filmjournalisten für herausragende komödiantische Leistungen ausgezeichnet wurde. Bis April 2008 sahen sechs Millionen Zuschauer die Komödie. Auch die Fortsetzung "Zweiohrküken" war 2009 ein großer Erfolg. Nach seinen Kinoerfolgen "Kokowääh" im März und "Männerherzen und die ganz ganz große Liebe" im September, ist er im Dezember 2011 in der romantischen Komödie "Happy New Year" neben Hollywood-Stars wie Robert De Niro, Ashton Kutcher und Jessica Biel zu sehen.