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12. Februar 2012
 

Abenteuer Wissen

 
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Boomtown Doha, Hauptstadt von Katar

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Süßwasser für Katar

Liegen Quellen am Meeresboden?

Doha, die Hauptstadt des reichen Wüsten-Emirates Katar, hat ein Problem: Zwar sprudeln in Katar die Öl- und Erdgasquellen, Trinkwasser ist allerdings knapp. Jetzt soll der Franzose Thierry Carlin helfen: Er ist überzeugt, dass die einzige Süßwasserquelle von Katar inmitten der Ödnis aus Felsen und Salzwasser am Meeresboden liegt. Fischer haben ihm von einer rätselhaften Quelle erzählt, die es hier vor langer Zeit gab. Der erfahrene Unterwasser-Ingenieur Carlin wittert darin eine riesige Chance.

 
 
 
Thierry Carlin. Quelle: ZDF
ZDF
Thierry Carlin sucht Süßwasser auf dem Meeresgrund.

Zusammen mit seinem Mentor Pierre Becker hat Thierry Carlin schon Quellen im Meer aufgespürt, zum Beispiel an der französischen Mittelmeerküste. Hier versickert Regenwasser aus den Bergen im Gestein und sprudelt später aus dem Meeresboden. In Frankreich ist es Becker und Carlin gelungen, eine solche Quelle anzuzapfen. Heute lässte der natürliche Druck das Süßwasser ohne Pumpen durch eine Pipeline nach oben steigen. Die neuentdeckte Quelle aus dem Mittelmeer liefert immerhin 100 Liter pro Sekunde.

Modell für Katar?

Es ist also tatsächlich möglich, Süßwasser aus dem Meer zu gewinnen. Bei ihrer Arbeit haben die Forscher herausgefunden, dass die Vorraussetzung für solche Trinkwasserquellen ein sehr trockenes Gebirge an der Küste ist - wie in Katar. Für das Emirat wäre ein Quellenfund im Meer sensationell, denn das Trinkwasser stammt bislang aus Meerwasserentsalzung, die Unmengen an Energie verbraucht. In Doha werden immer mehr Geschäfts- und Hotelkomplexe gebaut. Mit ihnen steigt der Wasserbedarf immer weiter.

 
Grafik: Süßwasser tritt als Quelle aus Meeresboden aus. Quelle: ZDF
ZDF
Grafik: Süßwasser tritt als Quelle aus Meeresboden aus.
 

Nach etlichen Gutachten und Gesprächen will Carlin nun endlich mit der Wassersuche beginnen. Er beginnt die Suche nach der Quelle im Meer mit einem Erkundungstauchgang in dem Gebiet, von dem die Fischer berichtet hatten. Dort misst er den Salzgehalt des Wassers am Meeresboden. Wenn es dort eine Süßwasserquelle gibt, ist der Salzgehalt des Wassers automatisch geringer.

Süßwassersuche im Salzwasser

In Carlins Messgerät befindet sich ein Computerchip, der jederzeit die genauen Koordinaten und den Salzgehalt des Wassers speichert. Bereits vor einigen Monaten haben die Forscher das Gebiet anhand von Temperaturdaten untersucht: Quellwasser ist kälter als das umgebende Meer. So machten sie vier Zonen aus, in denen sich die Suche lohnen könnte. Im nächsten halben Jahr will das Team von Thierry Carlin die vordefinierten Zonen auch per Sonar systematisch kartographieren - und zwar so lange, bis die Quelle endlich gefunden ist.

 

Eine Fläche von dreihundert Quadratkilometern absuchen - da bleibt noch viel zu tun. Doch wenn die Franzosen am Persischen Golf Erfolg haben, dann wird der Jubel bestimmt weit übers Meer zu hören sein.

 
 
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