Dass sie Kinder haben wollen, stand für Elke und Rainer fest und gehörte ganz selbstverständlich zur Lebensplanung. Doch zwei Jahre nach der Hochzeit erfährt Rainer: Er ist zeugungsunfähig aufgrund einer Erbkrankheit. Für ihn und seine Frau bricht eine Welt zusammen. Was nun? Wie können sie sich ihren starken Kinderwunsch erfüllen?
Sehen Sie die Doku am Sonntag, 28. Februar um 21.45 Uhr in ZDFneo
eElke und Rainer - die anonym bleiben wollen und deren Aussehen und Namen geändert wurden - wissen, dass eine Adoption ein langer, schwieriger Weg mit ungewissem Ausgang ist. Deshalb macht sich das Paar im Sommer 1997 auf die Suche nach einem Samenspender, denn Elke kann Kinder zur Welt bringen.

Die wenigen Menschen, die Elke und Rainer im engen Familienkreis ins Vertrauen ziehen, sind skeptisch. Rainers Mutter kann sich nicht vorstellen, wie ihr Sohn klar kommen soll mit einem Kind im Haus, gezeugt von einem anderen Mann, den keiner kennt. Das Paar erfährt von der Möglichkeit, sich in einer deutschen Praxisklinik mit Fremdsamen befruchten zu lassen, nachdem es zunächst zahlreiche Fehlinformationen erhalten hatte. Damals waren Informationen zum Thema rar, Internetforen gab es noch nicht, ganz zu schweigen von Werbekampagnen.

In einer Berliner Klinik werden sie fündig. Als künftige Eltern müssen Elke und Rainer vertraglich auf alle Ansprüche gegenüber dem Samenspender verzichten. Der Arzt hatte den Mann ausgewählt, nach Blutgruppe, Haar- und Augenfarbe. Das Paar wird darüber aufgeklärt, dass die Erfolgsquote pro Befruchtungsversuch bei etwa 17 Prozent liegt. Elke und Rainer entscheiden sich für die Samenspende.
Doch die finanziellen Kosten für die künstliche Befruchtung erzeugten einen enormen Druck: "Irgendwann habe ich gedacht: Jetzt können wir das gar nicht mehr bezahlen", erinnert sich Elke. Der sechste Versuch klappt dann endlich, und natürlich ist Rainer bei der Geburt dabei. Er schneidet die Nabelschnur durch, Robin ist sein Sohn - vom ersten Atemzug an.
Das Ehepaar Rainer und Elke ist bereit, anonym per E-Mail mit anderen kinderlosen Paaren in Kontakt zu treten.
Als Robin zwei Jahre alt ist, nehmen seine Eltern noch einmal einen Kredit auf. Sie wünschen sich ein zweites Kind. Möglichst vom selben Spender, aber der ist nicht mehr aktiv. Rainer und Elke hatten nicht daran gedacht, Samenproben von ihm reservieren zu lassen. Deshalb hat Leon einen anderen Erzeuger. Rund 10.000 Euro haben Rainer und Elke für die künstliche Befruchtung ihrer beiden Kinder gezahlt.
Elke und Rainer sind froh, dass sie sich über die Samenspende den Kinderwunsch erfüllen können. "Wir sind eine ganz normale Familie", finden sie: "Es ist ja nicht so, dass man jeden Tag an diesen unbekannten Spender denkt." Anfangs waren Rainer und Elke der Meinung, dass es das Beste sei, den beiden Söhnen nichts über ihre Zeugung zu verraten. Inzwischen denken sie anders darüber.
Der achtjährige Robin weiß, dass ein anderer Mann seinen Samen gab, weil Papa eine seltsame Krankheit hat. Doch es scheint kein Thema für den Jungen zu sein - bislang. "Er weiß, dass ich sein Vater bin und das auch bleiben werde", sagt Rainer, der es seinem Sohn freistellt, später nach seinem biologischen Vater zu forschen. Anlügen möchte er seine Söhne nicht. "Es soll so ablaufen, wie sich das die Kinder vorstellen", meint auch Elke: "Wir sind da ganz offen!"