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Terra X

 
 Quelle: ZDF

Sturm über Europa - Kimbern und Teutonen

Der große Treck

Auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft

Von römischen Händlern, die in den Norden kamen, um Bernstein und Felle zu kaufen, hatten Kimbern und Teutonen von den Verheißungen des Südens gehört. Aber auch ihre eigenen Kundschafter waren weit herumgekommen, bis an die Donau.

 
 
 
 

Sie werden ihren Leuten von Ländern erzählt haben, wo man im Winter keine Felle braucht, von fetten Weiden und fruchtbaren Äckern unter "ewiger Sonne", von süßen Früchten und berauschenden Getränken aus sonderbaren Beeren, von unvorstellbarem Reichtum und Luxus. Im Norden aber gab es nur wenig Hoffnung. Es lebten zu viele in dem kargen Land. Würde man auswandern, hätte das ewige Hungerleiden ein Ende.

Zitat

„Es wälzte sich eine ungeheure Masse heran. Hunderttausende Kimbern und Teutonen mit Waffen waren auf dem Marsch; Scharen von Kindern und Weibern schleppten sie mit sich. Sie waren auf der Suche nach Land, das eine solche Masse ernähren könnte.“

Der römische Historiker Diodor

Aufbruch ins Ungewisse

"Niemand kennt das genaue Datum, niemand die genauen Umstände." Und doch, es ist eine historische Tatsache: Um das Jahr 120 vor Christus beginnt die Völkerwanderung der Kimbern. Sie verlassen ihre Heimat für immer und machen in der Weltgeschichte von sich reden. Es ist ein Aufbruch ins Ungewisse, ein großes Abenteuer voller Gefahren. Aber mehr als den Tod - werden sie sich gesagt haben - werden wir überall finden. Den Mutigen und Tapferen würde die Zukunft gehören. Sie müssen den Auszug geplant, mit anderen Stämmen abgesprochen und sich verabredet haben.

Historiker gehen heute davon aus, dass etwa 100.000 Menschen sich dem großen Treck anschlossen. Die Nachricht von den sich nähernden Barbaren verbreitete Angst und Schrecken in Rom. Aus Jütland zogen Kimbern, Teutonen und Ambronen durch die Gebiete anderer germanischer Stämme: die der Angeln, der Sachsen und Sueben. Entlang der Elbe führte sie ihr Weg weiter durch Böhmen. Immer Richtung Süden.

 

Gefahrvolle Durchquerungen

Völkerwanderung, das hieß mühsam zu Fuß seinen Weg suchen. Tag für Tag, Monat für Monat, bei Wind und Wetter. Wo sie konnten, folgten die Wandernden den Flüssen, den alten Handelswegen. Sie gaben ihnen Richtung und Ziel. Die Flüsse konnten zugleich aber auch unüberwindbare Hindernisse sein, es sei denn, man fand eine Furt für die gefahrenvolle Durchquerung. Es konnte viele Tage dauern, bis der Treck solch einen Fluss passiert hatte.

Pferde besaßen nur die Anführer. Zugtiere für die wenigen Karren mit all den Habseligkeiten der Auswanderer waren urtümliche Ochsen, langsam aber kräftig. Unübersehbar, 20 bis 30 Kilometer, zogen sich die Kolonnen der Kimbern und Teutonen dahin. Sie waren geflohen vor Hunger, Not und Elend. Aber wie ernährten sie sich unterwegs? Denn eigentlich waren sie ja Bauern und Hirten, keine Nomaden. Um zu überleben, wurde der Treck der Wirtschaftsflüchtlinge nicht selten zum Beutezug. Besonders wenn man auf schwächere Gegner stieß.

 
 
 
 
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