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Wunderbare Welt

 
Ausgrabungen in Crocodilopolis. Quelle: Tigress Prod.
Ausgrabungen in Crocodilopolis werfen ein neues Licht auf den Krokodilskult.

Die Krokodile des Pharao

Blick in die Vergangenheit

Die Urzeitreptilien im Alten Ägypten

Vor 3000 Jahren wurden die Nilkrokodile als Götter von den Ägyptern verehrt. Tara möchte herausfinden, worum es bei dem Kult um die Riesenechsen im Reich der Pharaonen wirklich ging. Dafür ist sie auf die Hilfe von Archäologen angewiesen.

 
 
 
 

Nirgendwo sonst wurde Sobek, der Gott der Flüsse, so verehrt wie in Crocodilopolis, einer alten Stadt etwa 100 Kilometer von Kairo entfernt. Hier könnte der Schlüssel verborgen sein zu dem Rätsel, wie die Ägypter ihre Krokodile verehrt haben.

 
Krokodilsmumie. Quelle: Tigress Prod.
Tigress Prod.
Die Krokodilsmumien beweisen, dass die Tiere geopfert wurden.

Krokodilsmumien geben Aufschluss

Salima Ikram vom Amerikanischen Institut in Kairo hat ihre Forschung dem Krokodil-Kult verschrieben. Sie ist nach Crocodilopolis gekommen, um gemeinsam mit der Italienerin Edda Bresciani das Geheimnis der Riesenechsen zu lüften. Edda will den heiligen Gral der Archäologen im Sand finden. 300 vor Christus gab es in Crocodilopolis ein starkes Erbeben, bei dem einige Tempel zerstört wurden. Sie wurden wieder aufgebaut, doch dann schließlich dem Sand überlassen.

 

Edda fand bei ihren Ausgrabungen Reste mumifizierter Krokodile. Sie beweisen, dass in den Tempeln am Nil Tausende Krokodile zu Ehren von Sobek geopfert wurden. Der Gott sollte gnädig gestimmt werden und das Land fruchtbar halten. In den Katakomben von Kom Ombo können immer noch die Krokodile des Pharao gefunden werden. Perfekt erhalten, in mumifizierter Form.

 
 

Heilige Riten

Für Salima bieten die Krokodilsmumien einen Einblick in die heiligen Riten des Alten Ägypten: "Es ist erstaunlich, sich vorzustellen, was vor über 2000 Jahren mit dem Tier geschehen ist. Es wurde erst auf einen Tisch aufgebahrt. Dann haben sie Räucherstäbchen angezündet, um den Leichnam vor bösen Geistern zu schützen, die Gewalt über den toten Körper nehmen könnten."

 
Salim Ikram begutachtet eine Krokodilsmumie. Quelle: Tigress Prod.
Tigress Prod.
Für Salima ermöglichen die Mumien einen Blick in die Vergangenheit.

 

"Mit Harzen haben sie das Tier dann einbalsamiert. Dann haben sie Tücher in Öle und Harze getaucht und damit den ganzen Körper umwickelt. Die Arme wurden extra behandelt. Schließlich haben sie noch Amulette beigegeben, die das Krokodil im Leben nach dem Tode beschützen sollen."

 
Kinderstube für Krokodile. Quelle: Tigress Prod.
Tigress Prod.
In diesem Raum wurden die Jungtiere großgezogen.

Die geheime Kammer

Die Archäologen können jetzt den Ablauf der Mumifizierung der Tiere nachvollziehen, nicht aber ihr damaliges Leben. Edda hofft, mit ihren Ausgrabungen in Crocodilopolis Antworten geben zu können. Und tatsächlich macht ihr Team eine erstaunliche Entdeckung: Es findet eine geheime Kammer, die revolutionäre Erkenntnisse über die heiligen Krokodile verrät.

 

Es ist eine Kinderstube mit mehreren kleinen Wasserbecken, gebaut für Dutzende kleine Reptilien. Hier wurden die Krokodile des Pharao bei konstanter Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in ihren ersten Lebensjahren groß gezogen. Die Priester haben mehr von Krokodilen verstanden, als bisher vermutet wurde.

 
2000 Jahre alte Krokodilseier. Quelle: Tigress Prod.
Tigress Prod.
Die Krokodilseier stammen noch aus der Zeit der Pharaonen.

Eine 2000 Jahre alte Brut

In einer Ecke des Raumes findet Edda dann noch die größte Überraschung von allen. Eine Brut von 30 ungeschlüpften Eiern, unberührt seit über 2000 Jahren. Der erste Beweis, woher die Krokodile des Pharao stammen. Die Priester wussten also nicht nur, wie man die Echsen für ihre Rituale einfängt. Sie waren auch in der Lage, sie zu züchten und aufzuziehen.

 

Zum ersten Mal ergibt sich ein komplettes Bild des Krokodil-Kults. Die heiligen Echsen wurden von hohen Priestern behütet und beschützt. Die Riesen verkörperten schließlich den Gott Sobek selbst. Sie wurden umsorgt und gepflegt wie Haustiere, nicht wie brutale Echsen. Der Gott der Flüsse wurde schon im Ei von den Priestern angenommen. Sie lebten von der Geburt, bis zum Tode eng verbunden, vom Ei bis zum Altar.