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10. Februar 2012
 

Frontal21

 
nächste Sendung: 21.02.2012

Archiv: AOK-Rabatte auf Krankmacher

Endlich konnte ich über einen Beitrag bei Frontal21 mal wieder richtig lachen. Selbst bei "toll" bleibt mir zuoft das Lachen im Halse stecken. Aber dieser Irrwitz begleitet durch einen inkompetenten, abweisenden Vorstandsvorsitzenden war doch einfach eine geballte Ladung.

1. Das Ganze kostet Geld. Wenn man irgend wo Rabatt bekommt oder mehr Ware fürs selbe Geld, dann wird der Anbieter sich dies honorieren lassen oder durch eine Verteuerung seiner normalen Preise ausgleichen. Wer auch immer dies entschieden hat, er hat auch bestimmt, daß viele Menschen höhere Beiträge in ihre Krankenkasse einzahlen müssen, damit diese Gelder dann an anderer Stelle weiter gegeben werden können.

2. Natürlich ist es blanker Hohn, das eine zu behaupten und angeblich zu unterstützen, dem anderen aber zuzuarbeiten durch Rabatte. Nur klang es im Beitrag durchaus richtig an - das einzige, was der Vorstandsvorsitzende zu sagen wußte - daß die AOK dies als Werbemaßnahme sieht. Und natürlich muß sie dann dort ansetzen, wo sie nicht präsent ist: bei den Jüngeren, den Fast-Food-Essern und Sonnenstudionutzern, und so weiter. Schwieriger ist es für mich zu sehen, wie das wirken soll, denn bislang habe ich noch keinerlei Werbung für die AOK+card gesehen. Schwach erinnere ich mich an eine Beilage in einem Brief an mich als AOK-Versicherten. Aber da ich da schon bin, nützt diese Werbung nichts. Eigentlich beginnt aber das Problem mit diesem Widerspruch erst! Es ist der politische Irrsinn, Gesundheit zum Voksgut und medizinische Versorgung zum Staatsziel zu erklären, dann aber die Anbieter beziehungsweise Abrechnungsstellen mehr und mehr zu privatisieren und sie marktwirtschaftlichen Kategorien zu unterwerfen. Schon die Forderung nach Kosteneeffizienz eines Krankenhauses schlägt doch in die selbe Richtung, da es das eine tun, das andere lassen wird, dazu alles Handeln unter Zeitdruck und einen Qualitätsstandard nach Kostenerwägungen, nur eben nicht mehr die bestmögliche Versorgung Kranker und Verletzter.

3. Vorstandsvorsitzende, Aufsichtsräte, viele Manager und Berater, die, ohne sich wirklich dafür legitimieren lassen zu müssen, viel entscheiden, mal Gutes, mal Schlechtes, aber immer sich ihre "Leistung" horrende bezahlen lassen und bei mangelnder Leistung auch noch ein Abschiedsgeschenk erhalten, sind ein Problem, das durch die Interviewschnipsel in diesem Beitrag nur zu deutlich einmal wieder aufgezeigt wurde. Dieser Mensch hatte keine Ahnung, er laberte und verweigerte bei Nachfragen eine Antwort, und letztlich hat er mitentschieden über diese Vor- und Zurück-Taktik der AOK+card. Kurz: er hat nichts verdient, außer Entlassung und Rückforderung seiner Bezüge.


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