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13. Februar 2012
 

Frontal21

 
nächste Sendung: 21.02.2012

Profit statt Umweltschutz

Was wurde die Ankunft der Queen Mary2 im Hamburger Hafen von den öffentlich rechtlichen Fernsehanstalten bejubelt! Auf N3 gab's sogar eine Sondersendung. Hat da niemand von den Medienmachern vor Ort oder gar Zuschauern den Dreck gerochen, vielleicht mal recherchiert? Seltsam... Diese und alle anderen Schiffe, die auf den Weltmeeren unterwegs sind, sind Sondermüllverbrennungsanlagen, denn sie verheizen Schweröl, ein hochgiftiges Abfallprodukt der Ölindustrie. Dagegen ist das Kerosin der Flugzeuge nur bedenklich und der Autokraftstoff fast schon Heilwasser.
Jetzt soll Landstrom helfen? Dazu bräuchten wir ein weltweites Konjunkturprogramm, damit die Reedereien erst einmal ihre Schiffe für die Verweildauer im Hafen auf die teure Technik umrüsten können.
Und was ist mit der Fahrt auf den Meeren? Da darf dann wieder die Sondermüllverbrennungsanlage in Gang gesetzt werden! Ist ja auch weit weg von uns. Kommt aber leider mit dem Klima zu uns zurück.
Diese ganze schwerwiegende Thematik ist immer wieder unter den Tisch gekehrt worden. Die Politiker lenken ihr Volk lieber auf Energiespar-Glühlämpchen (die wahrscheinlich im Entwicklungsländern entsorgt werden müssen) und fragwürdige Umweltzonen. Die Medien spielen eifrig mit - und schon ist das gute Gewissen des bewußten Umweltbürgers befriedigt.
Ich hoffe, daß Frontal21 an dem wirklich wichtigen Thema Schweröl/Schiffe dran bleibt. Zur Veranschaulichung empfehle ich einen Blick in die Lübecker Bucht/Ostsee auf die Schiffsroute entlang der Küste Mecklenburgs, Einfahrt Travemünde. Bei Hochdruckwetter legt sich über die Küste ein gelblicher Rauchstreifen und zieht leider nicht ab. Touristen in Travemünde und Timmendorfer Strand, die dieses "Phänomen" bemerken, deuten es als Gutwetterprognose für den nächsten Tag. Wie gut für sie.