Man muss sich doch fragen, wie es Frontal21 versäumen konnte, im Beitrag über die Vermischung journalistischer und werblicher Inhalte im Hörfunk eine kleine "Winzigkeit" über eigene Marketing-Strategien außen vor zu lassen.
Da wird anklagend auf PR-Agenturen, werbende Unternehmen und den (Privat-)Hörfunkjournalisten gezeigt, aber dass das ZDF selbst einer der besten Hörfunk-PR-Kunden dieses Landes ist, upps, das hat man wohl vergessen zu erwähnen.
Nicht nur das, neuerdings lässt auch Frontal21 Audiobeiträge produzieren, nämlich bei der Agentur all4radio, wie dort auf der HP nachzulesen ist. Das wird die PR-Agentur sicher nicht tun, weil sie das ZDF so dolle lieb hat. Ist es zu forsch, die Vermutung in den Raum zu werfen, dass hier der ein oder andere (Gebühren-) Euro das Wort spricht? Oder produzieren lässt, um beim Thema zu bleiben? Wohl kaum.
Das alles passiert mit dem Vorhaben, von sich selbst bei den Privaten hören zu lassen. Was unterscheidet also das ZDF - oder Frontal21 - vom Unternehmen XY, das die Vorzüge der Audio-PR erkannt hat?
Mein einst so starker Glaube an die Seriosität und die überdurchschnittlichen Recherchefähigkeiten der Frontal21-Macher ist seit gestern zutiefst erschüttert. Ein Reporter mit vorgefertigter Meinung war unterwegs, suchte und fand den wohl dümmlichsten Radiomoderator Deutschlands, lässt den Autoren eines höchst umstrittenen Buches (welchem zurecht unsaubere Recherche vorgeworfen werden muss) zu Wort kommen und präsentiert Zahlen und vermeintliche Fakten aus dem Zusammenhang.
Nein, sogar im falschen Zusammenhang, denn bezahlte
Radiobeiträge (= Gelder werden für eine Ausstrahlung an die Sender gezahlt), die ohne Differenzierung zur freiwilligen, nicht bezuschussten Ausstrahlung miteinander in einen Topf geworfen wurden, sind Sonderwerbeformen und werden entsprechend auch mit Werbetrennern versehen.
Die Hinterfragung von PR-Beiträgen im Radio ist sicherlich ein Thema - aber eines, das bitte mit etwas mehr Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit behandelt werden sollte!
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