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21. November 2009
 

heute-Nachrichten

 
Ärzte demonstrieren in Mainz. Quelle: ap
Bereits vergangene Woche hatten die Ärzte in Mainz demonstriert

Klinik-Ärzte weiten Streiks aus

15 Uni-Kliniken bundesweit betroffen - Schmidt: 30 Prozent unrealistisch

Mit einer deutlichen Ausweitung geht der Ärztestreik an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in die zweite Woche. Am Montag sollen mit Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern 15 Kliniken bestreikt werden. Der Marburger Bund verlangt für die rund 22.000 betroffenen Ärzte bessere Arbeitsbedingungen und 30 Prozent höhere Gehälter. Letztere hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erneut als unrealistisch kritisiert.

 
 
 
 

"Das was derzeit gefordert wird von der deutschen Ärzteschaft, das summiert sich ja auf zehn Milliarden, das sind mehr als 1 Prozent Beitragssatzpunkte", sagte Schmidt am Montag im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Und diese Steigerung des Beitrags zur Gesetzlichen Krankenkasse müssen dann Menschen zahlen, die in den vergangenen Jahren keine Einkommensentwicklung nach oben gehabt haben".

 

"Nicht völlig abkoppeln"

Die SPD-Ministerin betonte: "Wir haben schwierige Probleme in unserem Land, überall bangen Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz. Bei Rentnerinnen und Rentner hat es seit Jahren kaum Zuwächse gegeben, (...) da kann man doch nicht so tun, als könne man die Entlohnung von Ärztinnen und Ärzten des öffentlichen Dienstes davon völlig abkoppeln."

 

Der Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft der Länder sollten zu "einem vernünftigen Dialog" zurückkehren. Der Ärzteverband und die Arbeitgeber hatten sich am Wochenende gegenseitig die Verbreitung von Falschinformationen vorgeworfen. Die Streiks an den Uni-Kliniken sollten am Montag auf mindestens 15 Standorte ausgedehnt werden.

 

Zahlreiche Kliniken betroffen

Der Streik hatte vergangenen Donnerstag begonnen. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft soll der Ausstand nun die Unikliniken Bonn, Köln, Essen, Regensburg, München, Freiburg, Heidelberg, Tübingen, Ulm und Göttingen treffen sowie die psychiatrischen Landeskrankenhäuser Zwiefalten, Reichenau, Ravensburg, Mannheim und Bad Schussenried.

 

Ebenfalls am Montag will der Marburger Bund separate Tarifgespräche mit der hessischen Landesregierung aufnehmen. Die geplanten Streiks in dem Bundesland wurden deshalb abgeblasen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder will bei einer Mitgliederversammlung beraten, wie es in dem Tarifstreit weiter gehen soll.