Mancher Abgeordnete hat offensichtlich einen Hang zum noblen Schreibgerät: Am Ende der vergangenen Wahlperiode orderten Parlamentarier noch Edel-Füller für mehrere zehntausend Euro.
Die Bundestagsverwaltung bestätigte am Freitag, dass 115 Parlamentarier 396 Füllfederhalter und Stifte einer teuren Marke im Wert von 68.800 Euro bestellt haben - bezahlt aus Steuergeldern. Die "Bild"-Zeitung hatte über die Bestellung berichtet.
Demnach seien allein von August bis Oktober 216 Stifte ausgeteilt worden. Sogar Abgeordnete, bei denen klar war, dass sie aus dem Parlament ausscheiden werden, hätten noch eine ganze Reihe goldener Füller geordert, berichtet das Blatt.
Eine Sprecherin des Bundestages erläuterte gegenüber heute.de, dass jedem Abgeordneten pro Jahr bis zu 12.000 Euro für Sachleistungen zur Verfügung stehen. Neben Büromaterialen werden von dem Geld auch Handys sowie Telefonate im Wahlkreis bezahlt.
Wie hochwertig die Materialien oder Geräte sind, die Parlamentarier ordern, und inwieweit sie das Budget ausschöpfen, liege im Ermessen jedes Abgeordneten. "Ob die 115 Abgeordnenten zum Zeitpunkt der Order schon wussten, dass sie im Herbst aus dem Bundestag ausscheiden würden, kann ich nicht sagen", so die Sprecherin.