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20. März 2010
 

heute-Nachrichten

 
Verkehrszeichen "Achtung Schleudergefahr" vor Opel-Logo. Quelle: imago

GM will Staatshilfe und streicht tausende Jobs

In Deutschland fallen mehr als 3.000 Arbeitsplätze weg

General Motors will Opel sanieren - und der Staat soll helfen. Der US-Autobauer hat allein in Deutschland eine Unterstützung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro beantragt. Knapp 4.000 Jobs sollen hierzulande wegfallen.

 
 
 

Deutschland soll sich mit 1,5 Milliarden Euro an der Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel beteiligen. Das bestätigte das Unternehmen am Dienstag. Wie diese Summe zwischen Bund und Ländern aufgeteilt wird, sei Sache der Politik. Ein entsprechender Antrag sollte am Dienstag bei der Regierung eingegangen sein. Insgesamt will General Motors in den europäischen Ländern mit Opel-Standorten rund 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen einsammeln.

Vonseiten der beteiligten Opel-Bundesländer Hessen, Nordrhein- Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen hieß es, der Betrag solle je zur Hälfte von Bund und Länder kommen. Dem Antrag zufolge will GM für Opel Hilfen aus dem "Deutschlandfonds" bekommen, den die Bundesregierung in der Krise für notleidende Unternehmen aufgelegt hatte.

 
Grafik Stellenabbau Opel.
 
 

4.000 Jobs in Deutschland weg

Das Unternehmen will 8.300 der 48.000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen. Das erklärte Opel-Chef Nick Reilly bei der Präsentation des Sanierungsplans in Rüsselsheim. In Deutschland will Opel mehr als 3.900 Stellen streichen. Davon entfallen 1.799 auf Bochum, wo künftig exklusiv der neue Zafira gebaut werden soll. In der Produktion in Rüsselsheim, wo exklusiv alle Insignia-Varianten gebaut werden, fallen 862 Stellen weg. In Eisenach entfallen 300 Stellen. Im Motorenwerk Kaiserslautern sollen ebenfalls 300 Stellen gestrichen werden. Zudem fallen rund 650 Stellen in der Verwaltung in Deutschland weg, wovon vor allem Rüsselsheim betroffen sein dürfte.

 
Opel: Staatshilfe und Jobabbau geplant
 

Der Autobauer will bis 2014 rund elf Milliarden Euro investieren, um die Modellpalette umzubauen, teilte Opel mit. So soll das Angebot an Elektroautos künftig neben dem Modell Ampera um ein weiteres Fahrzeug mit längerer Reichweite erweitert werden. Auch plane Opel ein preisgünstiges Einstiegsauto unterhalb seines vielverkauften Kleinwagens Corsa.

Gesprächsbedarf mit Arbeitnehmern

Der Plan ist allerdings noch nicht mit der Arbeitnehmerseite - denn neben den Staatshilfen verlangt das Management von den Mitarbeitern einen Sanierungsbeitrag von jährlich 265 Millionen Euro in den Jahren 2010 bis 2014. Das lehnen Betriebsräte und Gewerkschaften derzeit ab, weil sie das Aus des belgischen Standorts Antwerpen nicht mittragen wollen - hier wird der Astra gebaut - und GM ihnen bisher keine Sicherheiten für ihre Beiträge angeboten habe. Die Verhandlungen stocken.

Das Sparkonzept ist eine der Grundlagen für die Entscheidung der europäischen Opel-Länder über die Staatshilfen. Bevor die einzelnen Regierungen grünes oder rotes Licht für Bürgschaften geben, soll jedoch die EU-Kommission das Konzept prüfen. Sie will einen Subventionswettbewerb vermeiden und sicherstellen, dass der Plan tragfähig ist.

 
 
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