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21. November 2009
 

heute-Nachrichten

 
Palästinensischer Regierungschef Hanija. Quelle: ap
Hanija soll 35 Millionen Dollar eingesammelt haben.

Hanija darf ohne Geld in den Gazastreifen

Vorübergehende Blockade Israels aufgehoben

Der palästinensische Ministerpräsident Ismail Hanija hat nach einer von Israel verfügten Schließung des Grenzübergangs Rafah Spendengelder in Millionenhöhe in Ägypten zurückgelassen. Hanija sei nach eigenen Angaben ohne die Gelder, die er während einer mehr als zweiwöchigen Auslandsreise gesammelt hatte, in den Gazastreifen zurückgekehrt, berichteten Augenzeugen.

 
 
 

Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez hatte eine Schließung des Grenzübergangs angeordnet, um den zur radikal-islamischen Hamas gehörenden Hanija am Transport von Spendengeldern in das Palästinensergebiet zu hindern. Nach israelischen Berichten handelt es sich um 35 Millionen US-Dollar (rund 26 Millionen Euro).

 

EU-Beobachter vor Ort

Hanija hatte sich in den vergangenen zwei Wochen bei befreundeten Ländern wie Katar, dem Sudan und Iran um Finanzhilfen bemüht. Die EU hat der Hamas-Regierung unter anderem wegen der Nichtanerkennung Israels den Geldhahn zugedreht.

 

"Er steht im Verdacht, Millionen von Dollar aus dem Iran einführen zu wollen", sagte ein Informant aus dem israelischen Sicherheitsapparat. Eine Sprecherin der EU-Beobachter, die den Übergang Rafah überwachen, sagte, die Europäer seien in die Entscheidung einbezogen worden.

 

"Bis auf weiteres gestoppt"

"Der Übergang ist geschlossen. Die Grenzabfertigung ist bis auf weiteres gestoppt", hieß es am Nachmittag. Augenzeugen zufolge stürmten etwa 2000 zum Teil bewaffnete Anhänger der regierenden radikalen Hamas den Grenzübergang. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

 

Hanija hielt sich währenddessen vermutlich in der ägyptischen Grenzstadt Al Arisch auf. In Palästinenserkreisen hieß es, es werde darüber verhandelt, dem Hamas-Politiker die Rückreise ohne Geld zu gestatten. Zum Empfang Hanijas hatten sich auf der palästinensischen Seite zahlreiche Hamas-Anhänger versammelt, die den Regierungschef hochleben ließen.