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21. November 2009
 

heute-Nachrichten

 
London Anschlag - The Oval . Quelle: ap
Rettungskräfte an der Station "The Oval"

Neue Terror-Attacken in London

Wieder vier Explosionen - Zwei Festnahmen

Wieder Terroralarm in London: Genau zwei Wochen nach den Anschlägen mit 56 Toten sind in der britischen Hauptstadt vier Bomben - wieder drei in der U-Bahn und eine in einem Bus - explodiert. Und auch wenn es nur einen Verletzten gab: Die Londoner Polizei spricht von einem "sehr schweren Vorfall". Inzwischen sei die Lage aber unter Kontrolle, zwei Verdächtige wurden festgenommen.

 
 
 

Von den Anschlägen waren neben der Station Warren Street im Norden die U-Bahnhöfe Oval im Süden, Shepherd's Bush im Westen sowie ein Bus in der Hackney Road im Osten betroffen.

Panik in den U-Bahnen

Die neuen Anschläge trafen die Metropole ins Mark. Zahlreiche U-Bahnstationen wurden vorübergehend evakuiert und scharenweise in Panik geratene Fahrgäste aus den Waggons geholt. Das Regierungsviertel Whitehall wurde kurzzeitig abgesperrt, der U-Bahn-Verkehr der Victoria-Linie und der Nordstrecke wurde eingestellt. Fahrgäste liefen in Panik aus den Bahnhöfen, wie ein Augenzeuge berichtete.

 
London Anschlag - Festnahme . Quelle: dpa
dpa
Erste Festnahme in London

Ein anderer Augenzeuge berichtete, dass er mit einem Fahrgast gesprochen habe, der eine kleinere Explosion beobachtet habe. Dabei sei ein Rucksack in die Luft geflogen. Der Sender Sky TV zeigte Filmaufnahmen von einem abgestellten Doppeldeckerbus in der Hackney Road mit zerstörten Fensterscheiben. Personen waren dort nicht zu sehen; die Straße war gesperrt.

Verdächtige festgenommen

Am späten Donnerstagabend bestätigte die Polizei Meldungen, wonach zwei Verdächtige festgenommen worden seien. Ein Mann sei in der Nähe der Downing Street, dem Amtssitz von Premierminister Tony Blair, verhaftet worden. Die zweite Festnahme habe es in der Nähe der Tottenham Court Road gegeben, die in der Nähe der betroffenen U-Bahn-Station Warren Street liegt. Die beiden Männer würden derzeit verhört, sagte die Polizei. Nach mehreren anderen werde gefahndet, hatte zuvor die BBC gemeldet.

 
London Anschlag - Augenzeugenbild. Quelle: Dr. Peter Busch
Dr. Peter Busch
Foto eines Augenzeugen von dem Bus.
 

Inzwischen hat die Polizei die Lage mittlerweile wieder "unter Kontrolle". Polizeichef Ian Blair bezeichnete die neuen Anschläge als einen "sehr schweren Vorfall." Dennoch seien die Bomben offenbar kleiner gewesen als die, die bei den Anschlägen vor zwei Wochen verwendet wurden. Nichts deute auf einen Chemiewaffenanschlag hin. Die Ermittler hätten aber als Vorsichtsmaßnahme Schutzkleidung in den U-Bahnstationen Oval und Warren Street getragen. Die Bomben seien anscheinend "recht konventionell" gewesen. "Das sind kleinere Sprengsätze, von denen einige nicht richtig losgegangen sind", erläuterte er. Sie seien aber fast gleichzeitig explodiert. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob es Verbindungen zum Terrornetzwerk der El Kaida gebe. Blair rief die Bewohner der Stadt auf, sich nicht von ihrem gegenwärtigen Aufenthaltsort fortzubewegen.

 

Über die Stadt verteilt

ZDF-Korrespondent Ralf Zimmermann von Siefart sagte in London, insgesamt seien vier Linien gesperrt worden. "Die Explosionen waren nicht mit denen von vor zwei Wochen vergleichbar. Deshalb könnte es sich möglicherweise um Trittbrettfahrer handeln. Der Korrespondent sagte, die Behörden seien in kurzen Abständen von den Detonationen unterrichtet worden.

 
London Anschlag - Karte - U-Bahn Stationen. Quelle: reuters
reuters
Die betroffenen U-Bahn-Stationen in London

An einem Londoner Krankenhaus hat die Polizei unterdessen bewaffnete Sicherheitskräfte wegen eines "Zwischenfalls" zusammen gezogen. Die Polizisten seien zum University College Hospital geschickt worden, teilte Scotland Yard mit. Ein Polizeisprecher konnte aber einen Bericht des Fernsehsender Sky News nicht bestätigen, wonach ein Mann auf dem Krankenhausgelände gesehen worden sei, der an seinem Körper eine Vorrichtung mit Kabeln getragen habe. ZDF-Korrespondent Zimmermann von Siefart sagte, möglicherweise habe sich einer der Attentäter dort verschanzt. Allerdings gebe es widerspüchliche Angaben.

 

Blair: Ruhe bewahren

Die jüngsten Anschläge in London sollen nach Ansicht von Premierminister Tony Blair die britische Öffentlichkeit in Angst und Schrecken versetzen. "Wir können Dinge wie diese nicht herunterspielen. Alles, was ich dazu sagen möchte ist dies - wir wissen, warum diese Dinge geschehen sind, um den Menschen Angst zu machen", sagte er.

 

Die Bevölkerung solle die Ruhe bewahren und ihrer normalen Tätigkeit weiter nachgehen. Demonstrativ fasste sich Blair kurz und ging zusammen mit seinem Gast, dem australischen Premierminister John Howard zur Tagesordnung über, und berichtete über die gemeinsamen Gespräche.

 

Von der Entwicklung der Lage in London wurde US-Präsident George W. Bush sofort unterrichtet. "Wir beobachten die Situation genau", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

 
 

ZDFmediathek

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