Hauptnavigation:

Sie sind hier:

10. Februar 2012
 

Sport

 
Kirill Mikhaylov (R) und Vladimir Kononov. Quelle: ap
20-km-Langlauf-Edelmetall: Russen Kirill Mikhaylov (r.) und Vladimir Kononov

Paralympics

Russland rüstet sich
für goldene Spiele

Staatsgeld für den Erfolg in Sotschi

von Daniel Drepper, Whistler

Russland arbeitet mit aller Macht daran, als Gastgeber 2014 in Sotschi möglichst erfolgreich zu sein. So sind in Russland zum Beispiel auch die paralympischen Athleten Staatssportler.

 
 
 
 

In vier Jahren treffen sich die paralympischen Wintersportler im russischen Sotschi. Ob bis dahin alle Wettkampfstätten fertig und auch genügend Schnee gefallen ist, der bis zu den Paralympics liegen bleibt, kann heute noch niemand beantworten. Eines aber ist klar: Mit der Übergabe der paralympischen Flagge beginnt für die Gastgeber die intensive sportliche Vorbereitung. Eigentlich läuft sie sogar schon viel länger.

 

Olympia Pfui, Paralympics Hui

Die russischen Olympia-Athleten erlebten in Vancouver ihre erfolglosesten Spiele überhaupt, der Ministerpräsident Medvedev schmeißt jetzt die Funktionäre raus und nebenbei hat Russlands Sport auch noch ein veritables Dopingproblem. Besser machen es die Russen bei den Paralympics. In diesem Jahr kann Deutschland noch Paroli bieten, doch Russlands Sport nimmt Anlauf auf 2014.

 

32 Athleten hatten die Russen in Whistler am Start. In Vancouver, beim Curling und Sledgehockey, war kein russisches Team dabei. Und auch in Whistler konzentrierten sich die Russen auf Langlauf und Biathlon. Im Alpinski haben die Russen keine Tradition und somit auch kaum Chancen. Weder im olympischen noch im paralympischen Sport. Dennoch wird das russische Team am Sonntagabend die meisten Medaillen dieser paralympischen Spiele gewonnen haben.

 
Paralympics 2014. Quelle: Imago
Imago
Das Logo der Paralympics 2014

Erfolgsprogramm für Heim-Spiele

Das ist keine Überraschung, bereiten sich kommende Gastgeber doch traditionell mit großen Teams auf ihre in vier Jahren folgenden Heim-Spiele vor. "Auch im Vorfeld werden bei diesen Nationen schon große Konzepte und viel Nachwuchsförderung mit Mengen von Geld betrieben", sagt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des deutschen Verbandes. So hatten zum Beispiel auch die Kanadier ein Erfolgsprogramm für ihre Heimspiele unter dem Namen "Own the podium" (Erobere das Podest) aufgelegt.

 

2006 holten die Russen 33 Medaillen, darunter 13 goldene. In Kanada werden sie ein ganz ähnliches Ergebnis erzielen. Die Planungen der Russen aber gehen viel weiter. Russlands paralympische Athleten sind mittlerweile, wie ihre Olympia-Kollegen, zum Großteil Staatssportler. Fast kein russischer Sportler, der hier in Kanada am Start steht, muss sich sorgen um sein Einkommen machen, wie die 'Vancouver Sun' berichtet. Die Order, auch der paralympische Sport müsse mit Medaillen Russlands Ansehen in der Welt mehren, kommt von Staatspräsident Wladimir Putin höchstpersönlich.

 

19.000 Sehbehinderte angeschrieben

Chef des russischen paralympischen Komitees ist seit zwölf Jahren Vladimir Lukin. In der 'Vancouver Sun' sagte er, nur drei russische Provinzen würden sich um paralympische Sportler kümmern. Jetzt soll das Programm ausgeweitet werden. So hat der russische Verband zuletzt 19.000 sehbehinderte Menschen angeschrieben, um sie für den Sport zu interessieren, erzählt Friedhelm Beucher. Am Ende seien immerhin 2000 für Nachwuchslehrgänge übrig geblieben. Eine Zahl, von welcher der deutsche Verband nur träumen kann.

 
 
  • del.icio.us
  • digg
  • facebook
  • twitter
  • myspace
  • mrwong
  • webnews
  • yigg