Winterspiele, Weltcup und Tour de Ski: Die Saison der Langläufer, die an diesem Wochenende beginnt, hat viele Höhepuntke zu bieten. "Wir müssen mit unseren Kräften haushalten", mahnt Bundestrainer Jochen Behle angesichts des vollen Terminkalenders.
Und der Coach hat sich gleich zu Beginn einiges vorgenommen: "Wir hoffen natürlich, dass wir die guten Trainingsleistungen bereits in den ersten Wettbewerben umsetzen können." Noch sei kaum vorhersehbar, wie sich die internationale Spitze in der Olympia-Saison sortiere. Erste Eindrücke wird es mit Sicherheit schon beim Auftakt im norwegischen Beitostölen geben.
Vorbereitet haben sich die deutschen Langlauf-Asse im Oktober am Dachstein in den Alpen und dann im finnischen Munio. "Die vergangenen Wochen sind im Wesentlichen nach Plan verlaufen", zeigt sich Behle zufrieden. Bis auf Franz Göring, der nach einem Sturz an einer Sprunggelenksverletzung laboriert und voraussichtlich erst in zwei Wochen wieder ins Langlauftraining einsteigen kann, seien alle gesundheitlich gut durch die Vorbereitung gekommen. "Vor allem Tobias Angerer hat sich in wirklich guter Verfassung gezeigt."

Angerer selbst freut sich schon jetzt auf die Winterspiele in Vancouver. "Olympia ist was Einmaliges", sagte er dem ZDF. Er wolle dort unbedingt um die Medaillen mitlaufen. "Ich möchte es genießen. So viele Jahre habe ich nicht mehr, in denen ich den Sport genießen kann."
Edelmetall will auch Mannschaftskollege Axel Teichmann bei den Winterspielen gewinnen. "Ich habe mir fest vorgenommen, bei Olympia eine Medaille mit nach Hause zu bringen", sagte er dem ZDF. "In welcher Diszplin, in welchem Rennen, ob mit der Mannschaft oder im Einzel, ist mir völlig egal. Auch die Farbe ist mir egal", sagte er.
Auf jeden Fall sei es wichtig, schon in den ersten zwei Weltcup-Wochen das Ticket für Olympia zu lösen. Allerdings plagte er sich zuletzt mit Achillessehnen-Problemen herum. Schmerzen bereitete das vor allem bei Crossläufen.
Sportdirektor Thomas Pfüller erhofft sich vor allem von Angerer, Teichmann und Co. herausragende Resultate. "Bei den Herren verfügen wir nach wie vor über eine Hand voll Weltklasse-Sportler im Distanzbereich", sagt er. Bei den Frauen sei die Personaldecke dagegen dünner. "Nachdem wir im vergangenen Jahr leider einen Rückgang in der Leistungsentwicklung verzeichnen mussten, sind wir zuversichtlich, dass wir mit dem Wechsel im Trainerstab die richtige Entscheidung getroffen haben."
Janko Neuber hatte Ismo Hämäläinen zu Beginn der Vorbereitung als Disziplintrainer Damen abgelöst. Der Finne war insbesondere nach schwachen Leistungen während der nordischen Ski-WM in Liberec im Februar in die Kritik geraten. Mitte März hatte er dann um die vorzeitige Auflösung seines Vertrages beim DSV gebeten.
Ein Ass hat der Bundestrainer ohnehin noch im Ärmel: Biathletin Miriam Gössner, die in Liberec die Frauen-Staffel überraschend zur Silbermedaille geführt hatte. Behle: "Wenn Miriam es nicht schafft, sich bei den Biathleten zu qualifizieren, ist sie natürlich ein Thema."
Damen: Lucia Anger, Steffi Böhler, Nicole Fessel, Manuela Henkel, Denise Hermann, Claudia Nystad, Evi Sachenbacher-Stehle, Monique Siegel, Katrin Zeller
Herren: Tobias Angerer, Jens Fillbrich, Rene Sommerfeldt, Axel Teichmann, Tim Tscharnke, Phillipp Marschall