Formel-1-Weltmeister Jenson Button wird nicht für das neue Mercedes-Team fahren. Der Champion soll sich mit McLaren auf einen Dreijahresvertrag geeinigt haben. Einen neues Team hat auch Timo Glock gefunden: Er wird 2010 für Neueinsteiger Manor fahren.
Die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, Jenson Button habe wochenlang mit seinem bisherigen Team Brawn GP über einen Vertrag für die neue Saison verhandelt. Nach der Übernahme von Brawn durch Mercedes, die am Montag verkündet worden war, soll sich Button nun angeblich für einen Wechsel entschieden haben. Bei McLaren werde er als Teamgefährte von Lewis Hamilton rund 6,7 Millionen Euro pro Jahr verdienen.
Mercedes und Daimler-Großaktionär Aabar aus Abu Dhabi müssen für die Übernahme des Brawn-Teams angeblich rund 123,65 Millionen Euro auf den Tisch blättern. Diese Summe habe Aabar-Chef Scheich Khadem Abdulla Al-Qubaisinannte genannt, berichtet der auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierten TV-Sender Bloomberg. Laut Brawn-Geschäftsführer Nick Fry sei die Summer deutlich geringer.
Mercedes kann seine Investition allerdings innerhalb der nächsten zwei Jahre refinanzieren - und zwar durch den Rückverkauf des bisherigen 40-Prozent-Anteils an McLaren. Dieses Paket wird auf einen Wert von bis zu 200 Millionen Euro geschätzt. Zudem erhält das Team als Konstrukteurs-Weltmeister noch geschätzte 60 Millionen Euro aus dem Prämientopf von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone.
Brawn hatte zuvor die Gehaltswünsche des Teams Brawn GP mehrfach abgelehnt. "Wir haben mit Jenson diskutiert und ihm ein vernünftiges Gehalt geboten. Daran wird sich nichts ändern", sagte der bisherige Brawn-Geschäftsführer Nick Fry der BBC. Das Team wolle Button zwar halten, müsse aber auch auf sein Budget achten.
Das Geschäft mit Brawn
- 45,1 Prozent der Anteile erwirbt die Daimler A
- 30 Prozent übernimmt Finanzinvestor Aabar Investments aus Abu Dhabi als größter Einzelaktionär der Daimler AG
- 24,9 Prozent bleiben bei Brawn-Geschäftsführer Nick Fry
- das Team Brawn GP heißt von 2010 an Mercedes Grand Prix
- die Autos fahren im silbernen Design
- Teamchef bleibt Ross Brawn
- Sitz des Rennstalls bleibt Brackley in England
Das Geschäft mit McLaren
- McLaren kauft Daimlers 40-Prozent-Anteil bis 2011 zurück
- bis 2011 liefert Mercedes weiter kostenlos Motoren an McLaren
- das Team heißt vorerst weiter McLaren-Mercedes
- die Autos bleiben vorerst silbern
- Mercedes bleibt zunächst auch Sponsor
- von 2012 bis 2015 kann McLaren Kundenmotoren bei Mercedes kaufen
- Mercedes-Zuschüsse zu Fahrergehältern und Entwicklungskosten sind nach Ablauf des ursprünglichen Vertrags Ende 2011 ausgeschlossen
Button hatte am Freitag die McLaren-Fabrik im englischen Woking besichtigt und mit Teamchef Martin Whitmarsh gesprochen. "Jenson gefiel, was er sah, und sie haben auch Gefallen an ihm gefunden", zitierte der "Guardian" eine McLaren-Quelle.
Mercedes setzt für sein neues Werksteam wohl auf Nico Rosberg als Spitzenfahrer. Sein Kollege soll Nick Heidfeld werden.

Nach dem Rückzug seines Teams Toyota hat Timo Glock einen neuen Arbeitgeber gefunden. "Der Schritt wirkt vielleicht mutig", erklärt Glock seine Entscheidung für Manor: "Es sprechen aber sehr viele Argumente für das Team. Für mich als Fahrer war es zum Beispiel wichtig, dass man mir zugesichert hat, dass ich die Entwicklungsrichtung klar mitbestimmen kann."
Der britische Manor-Rennstall ist eines von vier Teams, das 2010 neu in die Königsklasse einsteigt. Wie Campos, Lotus und USF1 wird das Team mit Cosworth-Motoren antreten.
Glock, GP2-Champion von 2007, fuhr in den Jahren 2008 und 2009 36 Rennen für Toyota und holte dabei 51 Punkte. Seine besten Platzierungen waren zweite Plätze 2008 in Budapest und 2009 in Singapur. Die letzten drei Rennen dieses Jahres hatte er wegen einer Verletzung beim Qualifying in Suzuka verpasst.
Zuletzt wurde der "Kampfdackel", so Glocks Spitzname, als künftiger Renault-Pilot neben Robert Kubica gehandelt. Bei den Franzosen ist der Verbleib in der Königsklasse allerdings noch nicht endgültig gesichert. Glock und sein Manager Hans-Bernd Kamps entschieden sich daher lieber für den Manor-Rennstall, der als kompetentester der vier Neulinge gilt.