Im Zuge des Fußball-Wettskandals ist ein Spieler des bayerischen Landesligisten Würzburger Kickers verhaftet worden. Beim Drittligisten VfL Osnabrück stehen laut Presseberichten zwei ehemalige und ein aktueller Profi unter Betrugsverdacht.
Dies berichtet die Zeitung "Welt" in ihrer Online-Ausgabe. Beim ehemaligen Osnabrücker Marcel Schuon, der inzwischen beim Drittligisten SV Sandhausen im Einsatz ist, hat es eine Hausdurchsuchung gegeben. Dies bestätigte am Abend Sandhausens Manager Tobias Gebert: "Fakt ist: Gegen Marcel Schuon wurde ermittelt und eine Hausdurchsuchung gemacht, aber es wurde kein Haftbefehl erlassen." Die "Süddeutsche" (Online-Ausgabe) will erfahren haben, dass ein Spiel der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach (Regionalliga) unter Verdacht stehe.
Der verdächtige aktuelle Spieler von Osnabrück darf heute gegen Borussia Dortmund II spielen. "Der Spieler steht im Kader", sagte Lothar Gans. Es bestehe aus Vereinssicht keinen Grund zu der Annahme, dass der Profi tatsächlich beteiligt sei.
Wie die Würzburger Kickers weiter bekannt gaben, war der dort verhaftete Spieler bereits in einen früheren Wettskandal verwickelt. Der Akteur habe damals auf Bitten eines asiatischen Wettbetrügers einen anderen Spieler gebeten, bewusst schlecht zu spielen. Der Spieler war daraufhin zu einer Geldstrafe von 8.400 Euro verurteilt worden.
Schon zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) gemeldet, die Staatsanwaltschaft Bochum verdächtige einen 34-jährigen Mann aus Lohne, zwei Begegnungen des VfL Osnabrück in der vergangenen Zweitliga-Saison mit Hilfe von Osnabrücker Spielern manipuliert zu haben. Der Mann soll bereits verhaftet worden sein.

Betroffen sind angeblich die beiden Auswärtsspiele der Niedersachsen beim FC Augsburg (0:3) am 17. April 2009 und beim 1. FC Nürnberg (0:2) am 13. Mai. Der 34-Jährige hatte laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft hohe Summen auf die beiden Partien gesetzt und sich dabei auf eine Tordifferenz festgelegt, die dann tatsächlich eintrat. Aus abgehörten Telefonaten einer Sondereinheit der Polizei Bochum gehe hervor, dass der Verdächtige in dem Zusammenhang Kontakt zu mindestens einem VfL-Spieler aufgenommen habe.
Inzwischen hat sich Osnabrücks damaliger Trainer Claus-Dieter Wollitz, jetzt bei Energie Cottbus tätig, geschockt gezeigt. "Das ist für mich das Allerschlimmste. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, weil man jede einzelne Szene durchgeht. Ich bin nicht nur erschüttert, sondern am Boden zerstört. Ich habe immer gedacht, der Fall Hoyzer wäre ein Einzelfall. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen."
Osnabrück reagierte überrascht auf den Pressebericht. "Wir waren sehr überrascht, als wir von den Mutmaßungen gelesen haben und werden uns nicht an Spekulationen beteiligen", teilte Präsident Dirk Rasch in einer Presseerklärung mit. Ob bei den betroffenen Zweitligapartien auch ehemalige VfL-Fußballer betroffen sind, sei dem Verein zur Zeit nicht bekannt. "Wir werden uns selbstverständlich für eine enge Zusammenarbeit mit dem DFB, der DFL und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen", sagte Rasch, dem an einer "umfassenden Aufklärung des Sachverhaltes aus eigenem Interesse natürlich sehr gelegen ist. Wichtig ist für uns zu betonen, dass der Verein VfL Osnabrück der Leidtragende ist."
- Deutschland: 4 Spiele der 2. BL, 3 Spiele der 3. BL, 18 Spiele der Regionalligen, 5 Spiele der Oberligen, 2 Spiele U19
- Belgien: 17 Spiele der 2. Liga
- Schweiz: 22 Spiele der 2. Liga und 6 Vorbereitungsspiele
- Kroatien: 14 Spiele der 1. Liga
- Slowenien: 7 Spiele der 1. Liga
- Türkei: 29 Spiele von der 1. Liga abwärts
- Ungarn: 13 Spiele 1. Liga
- Bosnien: 8 Spiele 1. Liga
- Österreich: 11 Spiele 1. und 2. Liga
Der FC Augsburg will indes "alles in seiner Macht Stehende für eine lückenlose Aufklärung tun". Der Verein hat eigenen Angaben zufolge erst durch die Veröffentlichungen der Staatsanwaltschaft Bochum von dem Verdacht erfahren und zeigte sich in seiner Erklärung "tief betroffen über die geschilderten Fakten".