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aspekte  |  09.11.2012 

Die Themen vom 9. November 2012

Das gibt es diese Woche im ZDF-Kulturmagazin zu sehen: 

Peter Trabner und Heiko Oinkowski, Hauptdarsteller in "Dicke Mädchen" / Quelle: missingFilms

"Dicke Mädchen"

(Quelle: missingFilms)

Der 100-Millionen-Dollar-Blockbuster „Wolkenatlas“

David Mitchell, der Autor des Bestsellers „Cloud Atlas“, hielt sein enorm komplexes Buch stets für unverfilmbar. Zu Recht? Drei große Regisseure – die für ihre Matrix-Trilogie berühmten Wachowksi-Geschwister und der Deutsche Tom Tykwer – wollten es dennoch wissen.

Herausgekommen ist die mit 100 Millionen Dollar teuerste Kinoproduktion, die je in Deutschland realisiert wurde - ein Epos, der sechs eigenwillige Genre-Stories auf fünf unterschiedlichen Zeitebenen zwischen der Kolonialepoche um 1849 und der fernen Zukunft im Jahre 2346 ansiedelt. Für das hochambitionierte Projekt schlüpften Oscar-Preisträger wie Halle Berry und Tom Hanks in diverse Rollen. Doch kann ein solches Staraufgebot die schwierige Buchvorlage auch in einen spannenden Kinofilm verwandeln?

100 Millionen Dollar vergeigt?

Genialer Geschichtenerzähler David Mitchell

Sein überbordender Roman „Wolkenatlas“ machte den Briten David Mitchell weltberühmt, weil ihm mit literarischen Mitteln etwas Außergewöhnliches gelang: In einem fragmentarisch-postmodernen Roman verwandelte er jeden Bruch innerhalb des umfangreichen Textes in einen Spannungshebel.

Jetzt legt Mitchell literarisch nach: Wieder ist es ein dickes 700-Seiten-Buch, das sich als „page turner“ erweist. Erneut besticht Mitchell durch verblüffende Detailfülle und sprachliche Eleganz. „Die Tausend Herbste des Jacob de Zoet“ heißt das Buch, das die holländische Handelsstation Dejima vor dem japanischen Nagasaki zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum schillernden Schauplatz macht. David Mitchell - der selbst acht Jahre lang in Japan gelebt und gearbeitet hat - gelingt es, aus dem historischen Zusammenprall der Kulturen ebenso dramatische wie komische Funken zu schlagen.

David Mitchell im Porträt

Ziemlich "Dicke Mädchen"

Wer über diesen großen kleinen Film sprechen will, kommt an einer Zahl nicht vorbei: 517,32 Euro. Genau so viel hat der Streifen nämlich gekostet. 517,32 Euro! Normale Filmproduktionen könnten davon nicht einmal das tägliche Catering für Schauspieler und Crew bezahlen. Bei „Dicke Mädchen“ jedoch hat es zu einem ziemlich dicken Film gereicht. Machbar war das nur durch bedingungslose Selbstausbeutung. „Ich habe meine Schauspieler ausgebeutet, ich habe meine eigene Oma ausgebeutet, ich habe Freunde ausgebeutet und mich selbst auch“, sagt Regisseur Axel Ranisch. Und ein paar Konzessionen bei Bild- und Tonqualität musste der Nachwuchsfilmer und Rosa von Praunheim-Schüler natürlich auch eingehen.

Geschadet hat das seinem Debüt freilich nicht. Dafür ist die Geschichte über eine ungewöhnliche Liebe zwischen zwei vollschlanken Herren mittleren Alters einfach zu gut. Und die Oma von Axel Ranisch natürlich auch. Die stand mit 89 Jahren zum erst Mal in einer Hauptrolle vor der Kamera. Und nicht nur aspekte fragt sich: Wie konnte der deutsche Film nur so lange auf diese Frau verzichten?

Ziemlich „Dicke Mädchen“

Patricia Kaas’ Hommage an die Piaf

Häufig ist sie mit der Piaf verglichen worden, jetzt, nach einem Vierteljahrhundert im Musikgeschäft, traut sich Patricia Kaas: Kaas singt Piaf - eine Homage zu Edith Piafs 50. Todestag. 24 Lieder – wie "Je ne regrette rien" und "La vie en rose" – neu aufgenommen, inklusive Show. Was verbindet die zurückhaltende, blonde Kaas mit der lebenshungrigen Piaf? Beide Stars sangen schon als Kind, traten als Teenager in Bars auf, die große Karriere begann für beide im Pariser Musiktempel „Olympia“.

Patricia Kaas hat mit 45 Jahren gerade ihre Autobiographie geschrieben. Darin schildert sie ihre Karriere, die vom Tod ihrer Eltern, einem Stalker, scheiternden Beziehungen und einer großen Einsamkeit überschattet wird. Edith Piaf heiratete in diesem Alter zum zweiten Mal, diesmal einen Mann halb so alt wie sie. Nur ein Jahr später starb sie.

Die Kaas singt Piaf

Borderlands - Fotodokumentation über Grenzwälle

Spurensuche im ehemaligen Mauerstreifen - mehr als zwei Jahrzehnte nachdem der Betonwall gefallen ist. Der deutsche Fotograf Kai Wiedenhöfer hat dieses Ereignis im November 1989 am Potsdamer Platz hautnah miterlebt. Seitdem haben ihn die Erinnerungen an diese Reise nicht mehr losgelassen. Er  hat eine Botschaft. Sie besteht darin, die Mauern der Welt abzubilden. Zu zeigen, wie ein Grenzzaun die Gegend verändert, was ein Betonwall aus Menschen macht.

Der 46-Jährige ist Fotograf aus Leidenschaft, hat zwei Mal den World-Press-Award gewonnen und weitere renommierte internationale Preise erhalten. Mehr als acht Jahre arbeitet er bereits an seinem Mauerprojekt. Kai Wiedenhöfer hat gesehen, wie Mauern immer höher werden. Er hat aber auch erlebt, dass sie fallen können.

9. November. Mauern weltweit

09.11.2012

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