Silvano Vinceti
von Peter Schiering
Stattdessen hat er etwas geschaffen, das viele Verehrer in den Wahnsinn treibt. 470 Jahre hat Lisa Gherardini del Giocondo - das Modell der Mona Lisa - in einem ehemaligen Kloster in Florenz gelegen. Bis … er kam: Silvano Vinceti, selbst ernannter Entdecker der letzten Geheimnisse und virtuoser Öffentlichkeitsarbeiter.
"Es ist geschmacklos"
ZITAT
„Es liegt ein Rausch darin, die Rätsel großer Persönlichkeiten zu lösen, die uns so viel Schönheit und Wahrheit geschenkt haben.”
Sie lächelt hinter zentimeterdickem Panzerglas
Der Hype um das Bild geht erstmal moderat los. Hysterisch wird es erst 1911, als der Malermeister Peruggia es aus dem Louvre raubt und in Leonardos Heimat Florenz zurückbringt. Zwei Jahre später wird er dort verhaftet. Als Legende kehrt das Bild nach Paris zurück. In den 60ern durfte es sogar wieder reisen, nach New York, nach Washington … inzwischen sprengt der Ruhm alle Grenzen. John F. Kennedy sagte 1963 über die Mona Lisa: „Das Gemälde steht nicht nur für große Kunst. Sein Schöpfer verkörpert den Ursprung unserer Zivilisation.“
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„Das Gemälde scheint die Spinner aller Welt anzuziehen, wie das Licht die Motten.”
Auch immer wieder gern genommen: Die Theorie von einer zweiten Mona Lisa aus Leonardos Hand. Gestern in Genf im Hotel Beau Rivage: Eine „Expertengruppe“ tritt den „ultimativen“ Beweis an, dass es eine erste Fassung der Mona Lisa gibt, angeblich zehn Jahre früher gemalt. Äufwändig werden beide Bilder verglichen. Aber was beweist das?
„Das Gemälde, um das es geht ist, ja schon seit Jahren bekannt“, sagt Zöllner. „1913 wurde es entdeckt. Das Gemälde ist nach meiner Auffassung eine Fälschung des späten 19. Jahrhunderts oder des frühen 20. Jahrhunderts. Ich glaube nicht, dass man das weiter kommentieren muss.“ Lisa Gherardini wird so schnell nicht zur Ruhe kommen. Leonardos Bild bleibt von Allen begehrt. Bis, ja bis wir ein anderes, noch spektakuläreres Objekt der Begierde finden.


