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aspekte  |  16.11.2012 

Lust und Frust der Brust

Die Kulturgeschichte des Busens

Obwohl wir dem nackten Busen und seiner kommerziellen Verwertung im Alltag quasi kaum entkommen können, sorgen entblößte Brüste noch immer für Aufregung. Das zeigt zum Beispiel die mediale Hysterie um Angela Merkels tiefes Dekolleté oder um den nackten Busen der britischen Prinzessin Kate. Bezeichnend ist auch der Wirbel um die Aktionen der ukrainischen Aktivistinnengruppe "Femen" oder die moralischen Wallungen wegen des Time-Magazine-Titelbildes vom Februar, auf dem eine junge Mutter selbstbewusst ihren vierjährigen Sohn stillt. 

Brüste -Das Buch

(16.11.2012)
taz-Frauen zeigten 1980 Brust und erzwangen einen zukunftsweisenden Beschluss: eine Frauenquote von 52%!  - die erste Frauenquote Deutschlands. / Quelle: Udo Schewietzek

Alles für die Quote - taz-Aktion 1980

Dieses Foto ist ein Beweis dafür, dass die weibliche Brust nicht nur ein Objekt der Begierde, sondern auch eine politische Waffe ist. Mit der Präsentation ihrer "urweiblichen Accessoires" haben die taz-Frauen 1980 einen zukunftsweisenden Beschluss erzwungen: 52 Prozent aller Beschäftigten hatten künftig weiblich zu sein. Das war die erste Frauenquote Deutschlands.

(Quelle: Udo Schewietzek)

von Anna Riek

All das zeigt: Der weibliche Busen ist schon seit langer Zeit eine Projektionsfläche für alle möglichen gesellschaftlichen und kulturellen Kräfte, Interessen und Gruppe. Die Frauen müssen damit leben, dass das von den Medien propagierte Idealbild der weiblichen Brust ständigen "konjunkturellen" Schwankungen unterliegt: Mal soll er flach sein, mal voluminös, aber auf jeden Fall ist der "reale Busen", wie die australische Feministin Germaine Greer in ihrem Klassiker „Der weibliche Eunuch“ schreibt, "nie genau richtig".

ProQuote - 2012 ohne nackten Busen

Nicht durch das Freimachen des Oberkörpers, sondern durch das Freimachen der Köpfe von Vorurteilen wollen die Medienfrauen von ProQuote eine Gleichberechtigung erwirken. Nachzulesen in der taz-Sonderausgabe für die Quote am 17.11.2012 - siehe Infokasten rechts.

Brüste - facettenreich

Die Kulturgeschichte  "Die Brüste. Das Buch" - es erscheint am 18. November bei Rogner und Bernhard - beleuchtet nun den Busen in all seinen kulturellen, gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und politischen Facetten und versucht, Frauen und Männer mit einem Organ zu "versöhnen", das nicht nur ein kulturelles Symbol ist, sondern zu den erregungsempfindlichsten Zonen des menschlichen Körpers gehört.

Buch-Info

Die Brüste. Das Buch
Von Helmut Ziegler und Paula Lambert (Hg.)
Verlag: Rogner und Bernhard
Erscheint am 17. November 2012

16.11.2012

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